ESC: KSÖ-Sicherheitspreis 2026
Auszeichnung für gelebte Cyber-Sicherheitszusammenarbeit
Stadt Wien, ORF, Bundesministerium für Inneres und Wien Holding wurden vom Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) für ihre Zusammenarbeit rund um die Cybersicherheit des Eurovision Song Contests (ESC) ausgezeichnet.
Am 2. Oktober 2026 wurde im Rahmen des KSÖ-Sicherheitspreises das besondere Engagement für die Sicherheit Österreichs gewürdigt. In der Kategorie „Digitale Sicherheit“ wurden die gemeinsamen Anstrengungen von Stadt Wien, Bundesministerium für Inneres, ORF und Wien Holding rund um die Absicherung des ESC ausgezeichnet. Der Preis würdigt damit nicht eine einzelne technische Maßnahme, sondern vor allem eines: die erfolgreiche Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen in einer Zeit erhöhter Cyber-Bedrohungen.
Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales Barbara Novak:
Ich gratuliere sehr herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung, die eine Anerkennung für jene Menschen und Organisationen ist, die täglich dafür sorgen, dass Wien auch in herausfordernden Situationen verlässlich funktioniert. Der Eurovision Song Contest 2026 hat nicht nur Millionen Menschen weltweit begeistert, sondern gezeigt, wie leistungsfähig und professionell Wien ist, wenn Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Unternehmen und kritische Infrastruktur Hand in Hand arbeiten. Gleichzeitig reicht die Bedeutung dieser Auszeichnung weit über den ESC hinaus: Die Sicherheit unserer digitalen und öffentlichen Infrastruktur ist ein wirtschaftspolitisches Stärkefeld. Dass Wien hier seit Jahren konsequent investiert und auf starke Kooperation setzt, macht unsere Stadt krisenfest, handlungsfähig und zukunftssicher.
Sicherheitspolitisch relevantes Ereignis im digitalen Raum
Der ESC in der Wiener Stadthalle war nicht nur eines der größten Medienereignisse Europas, sondern auch ein sicherheitspolitisch relevantes Ereignis im digitalen Raum. Schon lange vor dem ersten Halbfinale war klar, dass die Aufmerksamkeit, die Wien als Gastgeberstadt erhält, auch Cyberangriffe anziehen würde. Deshalb wurden bereits Monate vor der Veranstaltung gemeinsame Strukturen aufgebaut, Lagebilder erstellt, Übungen durchgeführt und Verantwortlichkeiten abgestimmt. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Cyber Security Coordination Group (CSCG), in der Bund, ORF, Stadt Wien, Wien Holding, Computer Emergency Response Teams (CERTs), Sicherheitsbehörden und weitere Partner laufend Informationen austauschten und die aktuelle Bedrohungslage bewerteten.
Parallel dazu richtete die Stadt Wien einen eigenen Cyber-Krisenstab ein. Dieser bündelte die Informationen der kritischen Dienststellen und Unternehmen der Stadt, koordinierte Lagebilder und stellte den Informationsfluss zwischen den beteiligten Organisationen sicher. Während der ESC-Woche wurden täglich aktuelle Lagebilder erstellt und mit den Partner-Organisationen abgestimmt.
Dass diese Zusammenarbeit keine theoretische Vorsichtsmaßnahme war, zeigte die tatsächliche Lage während des ESC. Rund um die Veranstaltung wurden DDoS-Aktivitäten und weitere cyberbezogene Bedrohungen gegen österreichische Ziele beobachtet. Die DDoS-Angriffe im Rahmen des ESC konnten jedoch früh erkannt, bewertet und ohne relevante Auswirkungen bewältigt werden. Entscheidend war dabei nicht eine einzelne technische Lösung, sondern das Zusammenspiel von Sicherheitsbehörden, CERTs, Betreiberorganisationen, Sicherheitsverantwortlichen und Krisenmanagement.
Chief Information Security Officer (CISO) der Stadt Wien Andreas Vanek:
Der ESC hat gezeigt, dass Cybersicherheit heute Teamleistung ist. Die Auszeichnung würdigt nicht einzelne Organisationen, sondern die Fähigkeit vieler Partner, Informationen zu teilen, gemeinsame Lagebilder zu schaffen und im Ernstfall abgestimmt zu handeln. Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir auch künftig, denn Cyberangriffe sind Teil des digitalen Alltags geworden.
Signal über den ESC hinaus
Der nun verliehene Preis ist deshalb auch ein Signal über den ESC hinaus. Cybersicherheit entsteht nicht allein durch Firewalls, Monitoring oder Sicherheitssoftware. Sie entsteht vor allem durch Kooperation, Vertrauen und die Fähigkeit, in kritischen Situationen gemeinsam zu handeln. Gerade die öffentliche Verwaltung, die kritische Infrastruktur, Medienunternehmen und Sicherheitsbehörden müssen ihre jeweiligen Kompetenzen zusammenführen, um den zunehmenden digitalen Bedrohungen wirksam begegnen zu können.
Wie aktuell das Thema ist, hat die Stadt Wien gerade erlebt. Cyberangriffe betreffen heute nicht nur einzelne Systeme, sondern können erhebliche Auswirkungen auf Organisationen, Dienstleistungen und das Vertrauen der Bevölkerung haben. Umso wichtiger sind funktionierende Netzwerke, eingespielte Prozesse und die Bereitschaft, Erfahrungen organisationsübergreifend zu teilen.


Stephan Huter LPD Tirol
Stadt Wien/Wien Digital