DigitalCity.Wien-MondayBlog: MedTech Startups als Effizienzsteigerer für das Gesundheitssystem

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Erst kürzlich kündigten Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Sozialversicherung und Stadt Wien an, gemeinsam die Gründung von Startups im Gesundheitssektor verstärkt voranzutreiben. Dieser Schulterschluss kommt nicht von ungefähr.

Einerseits machen die Gesundheitsausgaben mit etwa 38 Millionen Euro rund 11 Prozent des BIP aus, sind also ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor im öffentlichen Haushalt. Durch die steigende Lebenserwartung wird dieser Kostenanteil auch so schnell nicht wieder gesenkt werden können.Andererseits bieten neueste technologische Entwicklungen (Stichwort Big Data, Personalized Medicine, Virtual Reality, Artificial Intelligence) ein enormes Potential hinsichtlich Effizienz- und Qualitätssteigerung bei der Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten.

Nun ist gerade in der Gesundheitsbranche der Standort Wien führend, wie Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, ausführt. Nicht nur etablierte Player der Medizin- und Pharmabranche haben sich in Wien angesiedelt. Mit dem Vienna BioCenter gelang es Wien, ein Forschungszentrum im Bereich Life Sciences zu etablieren, das nicht nur eines der größten in Europa ist, sondern sich auch hinsichtlich Qualität der hier geleisteten Forschung mitnichten hinter der internationalen Konkurrenz verstecken muss.

Wien ist aber auch für Startups ein heißes Pflaster. So wird im aktuellen “Global Talent Competitiveness Index“ die Bundeshauptstadt als viert-attraktivste Hauptstadt der Welt für junge Unternehmen gereiht. Das hiesige Startup-Ökosystem bietet eine Reihe von Vorteilen für Startups, ganz besonders für solche aus der Gesundheitsbranche. Der vom universitären Gründungszentrum INiTS und der UNIQA Versicherung und Privatstiftung gemeinsam ins Leben gerufene Health Accelerator Health Hub Vienna wendet sich an genau diese Zielgruppe.

Startups aus dem Bereich MedTech und eHealth bekommen ein Wissensvermittlungsprogramm, das speziell auf die Anforderungen der Gesundheitsbranche zugeschnitten ist und vernetzt GründerInnen mit den wichtigsten Playern der Industrie, die umgekehrt frühen Zugang zu innovativen Lösungen erlangen. Das Programm richtet sich dabei an jene Startups, die bereits erste Geldgeber überzeugen konnten und ein „proof of concept“ vorweisen können. In anderen Worten, das angebotene Produkt bzw. die Dienstleistung soll einen Reifegrad haben, der über den reinen Prototypstatus hinausgeht und mit ersten Kunden bereits getestet worden ist.

Mittlerweile laufen die Vorbereitungen für den bereits dritten Durchgang dieses, in Österreich einzigartigen, Projekts. Dass Wien für Startups generell und der Health Hub Vienna für Entrepreneure aus dem Gesundheitsbereich etwas Besonderes ist, hat sich mittlerweile auch weit jenseits der heimischen Grenzen herumgesprochen. Von bisher 21 teilnehmenden Startups kamen bereits 14 aus europäischen Ländern und aus Israel. Beworben haben sich Startups aus über 40 Nationen weltweit.

Hier die bisherigen Teilnehmer:

Wie in vielen Industrien ist die digitale Transformation auch im Gesundheitswesen ein wichtiges Thema. Aus vielen Gründen scheint es aber hier noch ein Stückchen schneller zu gehen als in anderen Industrien. Und – soweit lässt sich anhand der bisherigen TeilnehmerInnen am Health Hub Vienna ersehen – es geht nicht nur um Effizienzsteigerung und damit Kostenersparnis, sondern um massive Qualitätssteigerungen, die allen Stakeholdern im System zugutekommen sollen, allen voran den Patientinnen und Patienten.

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Dr. Irene Fialka, vom Grundberuf Molekularbiologin, ist Geschäftsführerin des universitären Gründungszentrum INiTS, des laut UBI-globalbesten Startup Inkubators im deutschsprachigen Raum. Zugleich ist sie Mitinitiatorin von Health Hub Vienna, eines Accelerators für HealthTech Startups, der gemeinsam mit der UNIQA Versicherung und Privatstiftung sowie weiteren Partnern 2018 gelauncht wurde.

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