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App für Schule und Kindergarten

Seit 1. September 2025 dient die Wiener Bildungspost der digitalen Kommunikation für alle Eltern und Pädagog*innen an Wiener Kindergärten, Schulen und Horten. Sie bietet eine zentrale, sichere und mehrsprachige Kommunikationslösung für Wiens Pflichtschulen und Kindergärten. Die App stärkt die Zusammenarbeit mit Eltern, entlastet Pädagog*innen im Alltag und vereinfacht Verwaltungsprozesse. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Bildungsarbeit mit den Kindern und der Beruf gewinnt an Attraktivität.

Statt vieler unübersichtlicher Kanäle bietet die App einen klaren, geschützten Kommunikationsweg für alles Relevante – von Krankmeldungen bis zum digitalen Mitteilungsheft. Die App übersetzt Nachrichten auf Knopfdruck in bis zu 47 Sprachen, sodass alle Eltern gut informiert sind.

Meilenstein: 100.000 Nutzer*innen

Im Oktober 2025 hat die Wiener Bildungspost einen wichtigen Meilenstein erreicht: Mehr als 100.000 registrierte Nutzer*innen verwenden die App bereits für die digitale Kommunikation in Kindergärten, Schulen und Horten.

Screenshot der App

WiBi-App: Im September 2025 gestartet, im Oktober bereits mit 100.000 Nutzer*innen

Hauptmerkmale der Wiener Bildungspost

  • Zentrale Plattform: Die App ist eine sichere Kommunikationsplattform für Eltern, Pädagog*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen ab 14 Jahren.
  • Intuitive Bedienung: Die App ist benutzerfreundlich und in 27 Sprachen verfügbar, sodass sich alle Nutzer*innen schnell zurechtfinden. Sie ist als Web-Version sowie als Mobile App für iOS und Android verfügbar.
  • Mehrsprachige Kommunikation: Krankmeldungen, organisatorische Hinweise und Terminvereinbarungen können auf Knopfdruck in 47 Sprachen übersetzt werden.
  • Vielfältige Funktionen: Krankmeldungen, digitales Mitteilungsheft, Foto-Dokumentation, E-Portfolios, digitale Stundenpläne, Abwesenheitsmeldungen, Checklisten und Termin-Organisation von zum Beispiel Sprechtagen
  • Datenschutzkonform: Die Kommunikation erfolgt sicher und datenschutzkonform, was Vertrauen und Teilhabe fördert.

Vorteile für die Bildungsarbeit

  • Entlastung der Pädagog*innen: Die App vereinfacht administrative Prozesse und stärkt die Zusammenarbeit mit Eltern, sodass mehr Zeit für die eigentliche Bildungsarbeit bleibt.
  • Attraktivität des Berufs: Durch die moderne und effiziente Kommunikation wird der Beruf der Pädagog*innen attraktiver.

Zentraler Baustein der Digitalen Bildungsstrategie

Die Einführung der Wiener Bildungspost ist ein bedeutender Schritt, um die Kommunikation im Bildungsbereich zeitgemäß und effizient zu gestalten. Die App ist ein zentraler Baustein der Digitalen Bildungsstrategie Wiens sowie der Digitalen Agenda 2030. Denn die Stadt Wien bietet Platz für über 37.000 Kinder in rund 350 städtischen Kindergärten und Horten sowie für 130.000 Schüler*innen in mehr als 400 Pflichtschulen.

Die App basiert auf den bewährten Systemen von FoxEducation und dessen Apps KidsFox und SchoolFox und wurde gemeinsam mit den Abteilungen Wien Digital (MA 01), Kindergärten (MA 10) und Kommunikation und Medien (MA 53) an die Anforderungen Wiens angepasst. Die technische Umsetzung und Integration ins städtische Umfeld wurden entsprechend erweitert und an das Corporate Design der Stadt Wien angepasst.

Weitere Informationen

Wiener Bildungspost – WiBi – wien.gv.at

Neue App „Wiener Bildungspost“ der Stadt Wien und FoxEducation – Rathauskorrespondenz

Zertifizierung Rechenzentrum

Informationssicherheit und Resilienz

Mit der Zertifizierung des 2. Rechenzentrum-Standorts der Stadt Wien hat Wien Digital (MA 01) einen wesentlichen Meilenstein erreicht. Die Zertifizierung nach der international anerkannten EN 50600-Norm bedeutet einen wichtigen Schritt in Richtung Informationssicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen.

Die EN 50600-Norm definiert klare Anforderungen an die Planung, den Bau und den Betrieb von Rechenzentren – mit einem besonderen Fokus auf Verfügbarkeit, physische Sicherheit und Energieeffizienz. Das zertifizierte Rechenzentrum erreicht die Verfügbarkeitsklasse 3. Das bedeutet, dass eine hochverfügbare Infrastruktur vorhanden ist, die gegen verschiedene Störfaktoren abgesichert ist.

Diese hohe Verfügbarkeit ist für Unternehmen und öffentliche Institutionen unverzichtbar. Insbesondere im Kontext der Business Continuity und des Datenschutzes ist dies ein entscheidender Faktor.

Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Wien Digital verfolgt den Anspruch, höchste Betriebssicherheit mit Energieeffizienz zu vereinen. Auf einer Fläche von 3.059 Quadratmetern beherbergt das Rechenzentrum nicht nur leistungsstarke Server, sondern auch modernste Klima- und Lüftungssysteme, Netzersatzanlagen, USV-Anlagen, Brandmelde- und Löschanlagen sowie eine Kältezentrale.

Das ausgeklügelte Kühlsystem bestehend aus Kältemaschinen, Umluftkühlern in den Rechner-Räumen sowie Rückkühlern sorgt für eine effiziente Kälteerzeugung. Ein Teil der Abwärme des Rechenzentrums wird nicht nur an die Umwelt abgegeben, sondern über Wärmetauscher und Wärmepumpen dem Gebäude zur Verfügung gestellt.

In der kalten Jahreszeit erfolgt die Rückkühlung über Freecooling: Die natürliche Außentemperatur wird genutzt, um das Kühlmedium ohne oder mit minimalem Einsatz von Kältemaschinen zu kühlen. In den Server-Räumen wird mithilfe der Kaltgang-Einhausung die gekühlte Luft gezielt zu den IT-Komponenten geleitet, um die Effizienz der Kühlung noch weiter zu erhöhen. Dies reduziert den ökologischen Fußabdruck erheblich.

Für die Zukunft gerüstet

Mit der Zertifizierung positioniert sich Wien Digital auch für die zukünftigen Anforderungen der NIS2-Richtlinie und gewährleistet höchste Standards in der Cybersicherheit und Resilienz der kritischen Infrastruktur.

LAN-Party zum Abruf von DICOM-Bilddaten

Wien Digital (MA 01) ist gemeinsam mit dem Wiener Gesundheitsverbund österreichweit Vorreiterin beim modernen Austausch von DICOM-Bilddaten zur Bereitstellung von Vorbefund-Bildern. 2 Jahre Produktionserfahrung der beiden Organisationen haben deutlich zum Erfolg der Veranstaltung von IHE-AUSTRIA beigetragen.

Veranstaltung für Profis

IHE-AUSTRIA ist ein Verein zur Förderung des österreichischen Gesundheitswesens auf Basis moderner eHealth-Anwendungen. Zu den Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, die ELGA GmbH sowie Unternehmen, die den Gesundheitsbereich technisch unterstützen wie A1, Philips oder Wien Digital.

IHE-AUSTRIA hat heuer den „Connectathon“ nach Österreich gebracht und im Rahmen dieser Veranstaltung einen „Projectathon“ organisiert, bei dem die Interoperabilität der IT-Systeme für ELGA-Bilddaten getestet wurde. Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von verschiedenen Systemen, problemlos miteinander zu kommunizieren, Daten auszutauschen und zusammenzuarbeiten, selbst wenn sie ursprünglich unabhängig voneinander entwickelt wurden.

Auf einer gemeinsamen Infrastruktur mit einer Testplattform hatten alle interessierten Organisationen die Möglichkeit, ihre IT-Systeme anhand der bereitgestellten Referenzumgebung zu testen. Ziel war, die interne sowie die unternehmensübergreifende Kommunikation bei Bilddaten-Abrufen zu testen. IHE-AUSTRIA möchte dazu beitragen, dass in den kommenden Jahren ein höheres Maß an Interoperabilität zwischen der IT-Infrastruktur der Institutionen und der öffentlichen Gesundheitstelematik-Infrastruktur (öGTI) erreicht wird.

Perfekte Vorbereitung

Wien Digital hat für die 3-tägigen Tests einen ELGA-Bereich inklusive Bildarchiv zur Verfügung gestellt und auch für die Test-Patient*innen entsprechende Bilder und Befunde in der Test-Umgebung registriert. A1 und HealthNet stellten weitere Bildarchive zur Verfügung.

Die Test-Umgebung war dank der Zusammenarbeit vieler Mitglieder der IHE-AUSTRIA sehr realitätsnah. Firmen, die in der Testumgebung eine Anbindung herstellen konnten, wird dies daher sehr wahrscheinlich auch in der Produktivumgebung gelingen.

Insgesamt haben 5 Hersteller erfolgreich die Tests zum Abruf von Bilddaten in ELGA absolviert. 2 weitere Hersteller haben zwar teilgenommen, waren jedoch aufgrund reduzierter Ressourcen nicht erfolgreich.

Es wurden bei der Veranstaltung sowohl die bestehende (RAD-69) als auch die neue Lösung (DICOMweb) getestet.

Erkenntnisse

  • Ein gemeinsames Testevent ist sehr sinnvoll. Auf Expert*innen-Ebene arbeiten auch Konkurrenzfirmen gut zusammen und man unterstützt sich gegenseitig bei der technischen Anbindung. In den intensiven 3 Tagen der Veranstaltung gab es mehr Erfolge als manchmal in mehreren Monaten.
  • Der einrichtungs- und bereichsübergreifende Einsatz von DICOMweb in Österreich ist vorbildhaft für Europa. Technische Erkenntnisse sollen verstärkt ins Europäische Projekt zur Etablierung eines EHDS (European Health Data Space) mit standardisierten Datenaustausch-Formaten eingebracht werden.

Automatisierte Wasserzähler-Ablesung

Erfolgreiches Pilotprojekt

Die Stadt Wien hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienz-Steigerung im Wasser-Management gemacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden über 4.000 neue Funkwasser-Zähler installiert, die den Wasserverbrauch automatisiert übermitteln.

Aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts sollen in den nächsten Jahren die amtlichen Wasserzähler in Wien nach und nach in weiteren Gebieten auf die neue Technologie umgestellt werden. Diese innovative Lösung wird die Auslesung der über 100.000 Wasserzähler erheblich erleichtern und sicherer gestalten.

Herausforderung Schachtzähler

Die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) verwaltet in Wien rund 104.000 Wasserzähler, die jährlich abgelesen werden. Etwa 40 Prozent davon sind sogenannte Schachtzähler. Der Zugang zu diesen Zählern ist durch ihre Montage in einem Schacht erschwert. Jede Schacht-Begehung birgt Verletzungsrisiken. Die manuelle Ablesung ist somit aufwändig und gefährlich. Mit der Einführung der neuen, fernablesbaren Wasserzähler entfällt die Notwendigkeit der manuellen Ablesung.

Sicherheit und Effizienz durch IoT-Technologie

Die neuen Zähler senden ihre Daten automatisch über das LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) der Wiener Stadtwerke. Diese Technologie ermöglicht es den Geräten, Daten über weite Distanzen und mit minimalem Energieverbrauch zu senden. LoRaWAN übermittelt die Daten an die von Wien Digital (MA 01) betriebene IoT Plattform (Internet of Things). Diese Echtzeitdaten-Plattform bietet eine detaillierte Analyse der Verbrauchsdaten sowie automatisierte Berichte und Datenexporte, die eine nahtlose Weiterverarbeitung der Daten ermöglichen. Die automatisierte Erfassung ermöglicht eine frühzeitige Erkennung untypischer Verbrauchsverläufe, wie zum Beispiel Leckagen. Die gesammelten Daten werden über eine Schnittstelle an das Fachinformationssystem (FIS) der Abteilung Wiener Wasser übertragen, wo die Verrechnung eingeleitet wird.

Etwa 90 Prozent der neuen Wasserzähler senden aktiv Daten. Das ist besonders erfreulich, da die Empfangsbedingungen in den Schächten oft herausfordernd sind.

Zusammenarbeit Stadt Wien und Wiener Stadtwerke

Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit der Magistratsabteilungen Wien Digital, Wiener Wasser und Wien leuchtet (MA 33) sowie der Wiener Stadtwerke-Unternehmen Wien Energie und Wiener Netze umgesetzt.

Kommunikation im Spital erleichtern

In der Klinik Floridsdorf wurde ein innovatives System eingeführt, das Patient*innen mit Sprachbarrieren hilft, sich besser auszudrücken.

Sprachprobleme, die beispielsweise nach einem Schlaganfall oder aufgrund einer künstlichen Beatmung auftreten können, stellen im Klinikalltag eine erhebliche Herausforderung dar. Diese Kommunikationsschwierigkeiten sind nicht nur unangenehm für die Patient*innen, sondern können auch die medizinische Behandlung negativ beeinflussen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde ein System entwickelt, das auf dem Prinzip der unterstützten Kommunikation basiert und speziell an die Bedürfnisse des Klinikalltags angepasst wurde.

Mit diesem System können Patient*innen auf dem Bildschirm eines Handys oder Tablets aus einer Vielzahl von Symbolen wählen, die ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten darstellen. Dazu gehören Basissymbole für das allgemeine Wohlbefinden, spezifische Bedürfnisse sowie eine Schmerzskala. Die Symbole sind so strukturiert, dass sie eine präzise Kommunikation ermöglichen – etwa um auszudrücken, dass man durstig ist oder Schmerzen hat.

Innovative Lösung für Verständigungsbarrieren

Grundlage für die unterstützte Kommunikation in der Klinik Floridsdorf ist die Open Source-Software Metacom. Sie unterstützt derzeit 16 Sprachen und eine Vielzahl an Symbolen, die jederzeit erweitert werden können.

Die Web-Applikation ist plattformunabhängig und funktioniert auf Computern, Tablets und Smartphones. Die Web-App benötigt keine aktive Internetverbindung. Ein QR-Code ermöglicht es, die Anwendung auch nach dem Spitalsaufenthalt weiter zu nutzen, um Patient*innen zu Hause optimal zu unterstützen.

Wien Digital (MA 01) übernahm die technische Überprüfung der Software, koordinierte die Beschaffung der Geräte sowie die zentral gesteuerte Ausrollung und Installation der Software in der Klinik Floridsdorf. Dabei wurde besonders auf die Einhaltung von Datenschutz- und IT-Sicherheitsrichtlinien geachtet.

Zukunftsvision: Inklusive Kommunikation im Gesundheitswesen

Das Pilotprojekt auf der neurologischen Abteilung und in der Notaufnahme wurde Ende 2024 erfolgreich abgeschlossen. Die unterstützte Kommunikation wird nun flächendeckend in der Klinik Floridsdorf implementiert. Auch der Einsatz auf Monitoren des Patient*innen-Infotainments wird getestet, um die Kommunikation weiter zu verbessern. In Zukunft wird auch eine Ausrollung auf weitere Kliniken des Wiener Gesundheitsverbunds geprüft.

Intelligente Suche für Gesundheitswesen

Medizinisches Fachpersonal hat oft nur einige Minuten Zeit, um sich auf Patient*innen vorzubereiten. Dabei muss es sich schnell einen Überblick über die in der elektronischen Krankengeschichte abgelegten relevanten Dokumente verschaffen. Im Wiener Gesundheitsverbund liegen rund 80 Prozent aller Daten in den elektronischen Krankengeschichten als unstrukturierte Informationen vor und sind für Auswertungen nicht nutzbar.

Semantische Suche steigert Behandlungsqualität und Effizienz

Die „Semantische Suche“, ein gemeinsames Projekt von Wien Digital (MA01) und IBM, ermöglicht die strukturierte Abfrage wesentlicher medizinischer Informationen aus den unstrukturierten Textdokumenten. Dazu zählen zum Beispiel Diagnosen, Leistungen und verschriebene Medikamente.

Mit der Funktion „Patient Overview“ kann medizinisches Fachpersonal mit einem Klick relevante Befunde aus allen Abteilungen und Häusern gemeinsam durchsuchen, um beispielsweise Vorerkrankungen und Medikamente abzufragen. Die Funktion ist in allen Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) und dem AKH verfügbar. Sie bietet die Möglichkeit, Diagnosen, Allergien oder Symptome effizient zu finden. Dadurch wird die Behandlungsqualität deutlich gesteigert. In anonymisierter Form sind die Daten zudem erstmals für Forschung, Klinik und Qualitätskontrolle nutzbar.

Vorteile für medizinisches Personal und Patient*innen

  • Bessere Übersichtlichkeit der Patient*innen-Daten
  • Effiziente Suche in komplexen Krankengeschichten
  • Anonymisierte Analysen zur Qualitätssicherung und Forschung
  • Optimierung von Behandlungspfaden zur Verbesserung des Leistungsangebots

Innovative Datenanalyse

Bei der Datenanalyse wurden insgesamt rund 40 Millionen Dokumente aus elektronischen Krankengeschichten ausgewertet, die täglich aktualisiert werden. Das Tool wurde in den Befundbrowser web.okra und das Informationssystem „AKIM“ integriert und ist ab sofort in den Kliniken des WIGEV und im AKH verfügbar.

Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital:

Das Projekt „Semantische Suche“ liefert einen wesentlichen Beitrag in der Behandlungsqualität und Effizienz und ist eine innovative Technologie, die den Mehrwert von Daten in der klinischen Praxis steigert.

 

Digitales Plakatstudio der Wienbibliothek

Die neue digitale Plattform plakatstudio.wienbibliothek.at eröffnet einen faszinierenden Zugang zu einer der größten Plakatsammlungen weltweit. Mit derzeit 150.000 digitalisierten Sujets aus 3 Jahrhunderten bietet die Wienbibliothek im Rathaus eine umfassende und durchsuchbare Sammlung.

Die digitale Kollektion spiegelt die Vielfalt der Plakatkunst wider und nutzt die Möglichkeiten moderner Technologien. Die Entwicklung dieser Plattform erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der Wienbibliothek im Rathaus (MA 9), Wien Digital (MA 01) und der Fakultät für Informatik der TU Wien.

Innovative Suchtechnologien

Das Plakatstudio nutzt fortschrittliche KI-basierte Suchmethoden, die es den Benutzer*innen ermöglichen, Plakate nicht nur über traditionelle Textsuche, sondern auch durch innovative Ansätze wie Bild-, Farb- und Gesichtersuche zu finden. Diese Technologien basieren auf modernen Computer Vision-Methoden, die visuelle Ähnlichkeiten erkennen und relevante Inhalte automatisch identifizieren.

Die Bildsuche erlaubt es, eigene Bilder hochzuladen, um ähnliche Plakatdarstellungen zu finden. Dies eröffnet neue Wege der Interaktion und Erkundung, indem Benutzer*innen visuelle Verbindungen zwischen verschiedenen Plakaten herstellen können. Die Gesichtersuche erkennt Gesichter mit ähnlichen Posen oder Ausdrücken, während die Farbsuche eine Auswahl von Plakaten basierend auf der dominanten Farbgebung ermöglicht. Diese Funktionen erweitern die Möglichkeiten der Recherche erheblich und machen die Erkundung der Sammlung zu einem interaktiven Erlebnis.

Zusätzlich können Benutzer*innen die Suche durch Filteroptionen nach Jahreszahl, Künstler*in oder Ort verfeinern, was eine zielgenaue Eingrenzung der Suchergebnisse ermöglicht. Die Plattform erfordert keine Anmeldung, bietet jedoch die Möglichkeit, über das eigene Stadt Wien-Konto persönliche Galerien zu erstellen und zu teilen. Dies fördert nicht nur die individuelle Auseinandersetzung mit der Sammlung, sondern auch den Austausch innerhalb der Community.

Sammlung umfasst 450.000 Plakate

Die Wienbibliothek im Rathaus bewahrt eine beeindruckende Sammlung von über 450.000 Plakaten, die systematisch seit 1923 gesammelt werden. Die Sammlung umfasst nicht nur politische Plakate, sondern auch Produktwerbung, Filmplakate und vieles mehr. Dies ermöglicht einen tiefen Einblick in die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Wiens. Die ältesten Plakate stammen aus dem 18. Jahrhundert und dokumentieren bedeutende Ereignisse der Stadtgeschichte.

Die Digitalisierung dieser Bestände ist ein entscheidender Schritt, um das kulturelle Erbe Wiens für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Red Hat Innovation Award für Stadt Wien

Die Stadt Wien wurde für ihre innovative KI-Anwendung „WienKI“ mit dem „Red Hat Innovation Award 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die herausragende Erfolge mit Open-Source-Technologien erzielen. Wien Digital (MA 01), die IT-Abteilung der Stadt Wien, hat mit „WienKI“ einen Assistenten entwickelt, der 70.000 Mitarbeiter*innen der Stadt Wien seit 2023 im Arbeitsalltag zur Verfügung steht.

Künstliche Intelligenz für den Arbeitsalltag

Mit „WienKI“ hat die Stadt Wien eine modulare Plattform geschaffen, die Mitarbeiter*innen bei alltäglichen Fragen unterstützt. Die KI beantwortet Fragen schnell, kompetent und unermüdlich unter Berücksichtigung hoher Compliance- und Sicherheitsstandards. Die Anwendung nutzt eine ständig wachsende Wissensdatenbank, die auf der digitalen Dokumentation der Stadt basiert. Auf Fragen wie „Was muss ich bei Videokonferenzen beachten?“ oder „Wie lautet die Regelung zu Kennwörtern?“ und zu vielen Abläufen gibt „WienKI“ in Sekundenbruchteilen Auskunft. Die Plattform kann auch bei kreativen Aufgaben wie dem Schreiben von Texten, der Ideenfindung oder dem Erstellen von Grafiken unterstützen. Darüber hinaus ist sie für interaktive Lern- und Bildungszwecke geeignet, indem sie komplexe Konzepte erklärt und bei der Problemlösung hilft. Das beste daran ist, dass „WienKI“ in naher Zukunft auch Bürger*innen bei Anliegen wie der Beantragung des Parkpickerls zur Seite stehen wird.

„WienKI“ nutzt aktuelle Azure OpenAI-Modelle sowie Open-Source-Modelle wie Llama, Mistral und Google Gemma, um eine transparente Vergleichbarkeit der Modelle für konkrete Anwendungsfälle zu ermöglichen. „WienKI“ evaluiert eingebrachte Dateien in Wissensdatenbanken, generiert, prüft und verbessert Code in verschiedenen Programmiersprachen und liefert konkrete Antworten.

Seit 2 Jahren haben Mitarbeiter*innen der Stadt Wien die Möglichkeit, die KI-Plattform in einem geschützten Rahmen zu testen und aktiv mitzugestalten. Rund 1.000 engagierte Mitarbeiter*innen nehmen zudem regelmäßig an internen Informationsveranstaltungen teil, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz auszutauschen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Red Hat Innovation Award

Wien Digital betreibt die KI-Plattform auf Servern der Stadt Wien mit Red Hat OpenShift. Dabei handelt es sich um eine Anwendungsplattform, die die automatisierte Installation und Skalierung von Services ermöglicht. Zusätzlich wird Red Hat OpenShift AI eingesetzt, eine Plattform für maschinelles Lernen, die KI-Services auf hybriden Cloud-Systemen unterstützt. Die Stadt Wien setzt verstärkt auf Open-Source-Software, um möglichst hohe Interoperabilität und Vendor-Unabhängigkeit ihrer IT-Anwendungen zu gewährleisten.

Eine Jury aus internationalen Expert*innen bewertete die Einreichungen für den „Red Hat Innovation of the Year Award“ nach 5 Kriterien: Nutzen für das Unternehmen, digitale Transformation, Open-Source-Kultur, gesellschaftlicher Nutzen und Coolness-Faktor. „WienKI“ setzte sich bei der jährlichen Challenge gegen rund 150 internationale Projekte durch und wurde neben 3 weiteren Projekten ausgezeichnet.

In einem anschließenden Publikumsvoting wurde unter den 4 ausgezeichneten Unternehmen der „Innovator of the Year“ gewählt. Die Stadt Wien erreichte mit nur 400 Stimmen Abstand den 2. Platz hinter dem international tätigen Unternehmen Aramco.

Rechenzentrum erhält Umweltzeichen

Das Rechenzentrum der Stadt Wien im 22. Bezirk wurde als erstes Rechenzentrum in Österreich mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Das Zertifikat bestätigt die Bemühungen der Stadt Wien, Technologie und Nachhaltigkeit zu verbinden und zeigt, dass umweltfreundliche Lösungen in der IT-Branche möglich sind.

Innovative Ansätze zur Energie-Einsparung

Im Rechenzentrum der Stadt Wien wurde ein umfassendes Energiemonitoring-System implementiert, das den Energieverbrauch systematisch überwacht. Ein zentrales Anliegen ist die Reduzierung des hohen Stromverbrauchs, der durch den intensiven Kühlungsbedarf von Rechenzentren entsteht.

Wien setzt dabei auf innovative Kühlsysteme, die Außenluft und lokales Grundwasser nutzen, um die Rechnerräume und sogar angrenzende Bürogebäude zu klimatisieren. In manchen Monaten kann dadurch vollständig auf Kälteaggregate verzichtet werden, was zu erheblichen Stromersparnissen führt. Durch kontinuierliches Monitoring werden wichtige Effizienz-Kennzahlen erfasst, um Fortschritte zu überprüfen und weitere gezielte Energiesparmaßnahmen zu entwickeln. Gleichzeitig wird der steigende Bedarf an IT-Services in Wien gedeckt.

Vorreiterin in der Branche

Schon im Jahr 2020 verbrauchten Rechenzentren in Österreich 1,2 Terawattstunden (TWh) Strom – genug, um 400.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Künstliche Intelligenz verstärkt den Verbrauch der Rechenleistung und stellt als Energiefresser eine besondere Herausforderung in der Energiewende dar. Die Stadt Wien möchte in der Branche ein gutes Vorbild sein und nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern aktiv zur nachhaltigen Digitalisierung beitragen.

Das Rechenzentrum der Stadt Wien in Wien Donaustadt ist ein Unternehmen der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH und wird von Wien Digital (MA 01), der IT-Abteilung der Stadt Wien, genutzt. Dort wird das Data-Center auf dem neuesten Stand der Technik mit höchster Leistung und Sicherheit betrieben, um den Bürger*innen der Stadt Wien verlässlich IT-Services zur Verfügung zu stellen. Bei der Inbetriebnahme im Jahr 2013 wurde das Rechenzentrum als erstes Rechenzentrum in Europa vom Eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft mit der Bestnote für Betriebssicherheit und Energieeffizienz, dem „grünen Stern“, ausgezeichnet.

Die Zertifizierung für Rechenzentren mit dem Österreichischen Umweltzeichen (UZ 80-Zertifizierung) ist seit Ende 2024 möglich. Damit wird auf den zunehmenden ökologischen Fußabdruck der Branche reagiert. Ausgezeichnet werden Rechenzentren und IT-Betreiber, deren technische Gebäudeausrüstung besonders energieeffizient und ressourcenschonend betrieben wird und die unter anderem eine langfristige Strategie zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz umsetzen.

Weitere Informationen

Parkpickerl einfacher online beantragen

Der Online-Antrag für das Parkpickerl ist ein sehr häufig genutztes Service der Stadt Wien. Während das Parkpickerl für den Wohnbezirk bei den Magistratischen Bezirksämtern beantragt wird, erfolgt die Beantragung der Parkbewilligung für Betriebe und Beschäftigte bei der Abteilung für rechtliche Verkehrsangelegenheiten (MA 65). Im Jahr 2024 wurden insgesamt über 104.000 Parkpickerl online beantragt. Das entspricht 55 Prozent aller Neu-Anträge.

Vereinfachung und Modernisierung

Gemeinsam mit der Abteilung Kommunikation und Medien (MA 53) wurde ein neues Layout der Anträge entwickelt, das für bessere Übersichtlichkeit und höhere Benutzungsfreundlichkeit sorgt. Besonders gut ist die Anbindung an den Registersystem-Verbund „Digital Austria Data Exchange“ (dadeX) gelungen: Der neue Online-Antrag ist eines der ersten Projekte, bei dem in Zusammenarbeit mit dem Bundesrechenzentrum viele Erfahrungen für künftige österreichweite Digitalisierungsprojekte mit Registersystem-Anbindung gesammelt werden konnten.

Auf der Plattform „Mein Wien“ wurden die Abläufe für Folge- oder Änderungsanträge, zum Beispiel bei einem Kennzeichen- oder Wohnsitzwechsel, sowie für Abmeldungen, die eine Rückvergütung der restlichen Parkometerabgabe bewirken, vereinfacht. Durch die Anbindung des entsprechenden Fachsystems an die Online-Anträge können Bürger*innen den Status ihrer eingereichten Anträge sowie den Gültigkeitszeitraum der Genehmigungen jederzeit direkt im Fachsystem durch die Verwendung des „Mein Wien“-Kontos einsehen sowie rechtzeitig weitere oder neue Anträge stellen.

In das Online-Formular wurden auch 2 häufige Anwendungsfälle neu integriert: Das Saisonpickerl, das zum Parken beim Schrebergarten berechtigt, und das Kombipickerl, mit dem man einen gleichzeitigen Antrag für den Haupt- und Nebenwohnsitz (wie zum Beispiel den Schrebergarten) stellen kann.

Für die Zukunft gerüstet

Die Modernisierung der zugrunde liegenden Technologie erleichtert die Wartung und die Weiterentwicklung der Online-Anträge durch Wien Digital (MA 01).

Die Nutzung des Registersystem-Verbunds vereinfacht für weitere Online-Services die Anbindung von externen Registern wie dem Unternehmensregister.

Bei großem Andrang kann die Infrastruktur automatisiert und flexibel darauf reagieren. Dadurch werden die Wartezeiten gering gehalten, damit Anträge rasch eingereicht werden können.