Wien beim IEEE AI Summit in Budapest

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Digitaler Humanismus trifft Standardisierung

Künstliche Intelligenz verändert öffentliche Leistungen, Verwaltungsarbeit und den digitalen Alltag von Millionen Menschen. Gerade deshalb braucht es Orte, an denen Praxis, Werte und technische Standards gemeinsam diskutiert werden.

Ein solcher Ort ist der IEEE Central European AI Summit 2026 in Budapest, bei dem die Stadt Wien im Panel „Digital humanism and the role of the public sector“ vertreten war.

Relevanz für Städte

Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ist ein internationales Netzwerk von Fachleuten aus Technik und Wissenschaft, das unter anderem Konferenzen organisiert und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung globaler technischer Standards spielt.

Gerade diese Standardisierungsarbeit ist für den öffentlichen Sektor relevant: Standards unterstützen Interoperabilität, Nachvollziehbarkeit und die sichere, verlässliche Einführung neuer Technologien – vom Netzinfrastruktur‑Umfeld bis hin zu digitalen Services.

Für Städte und Verwaltungen heißt das: Wer frühzeitig versteht, welche Standards entstehen, wie sie mit Regulierung zusammenspielen und wo Spielräume für öffentliche Interessen liegen, kann digitale Lösungen stabiler, vertrauenswürdiger und zukunftssicherer gestalten.

Digitaler Humanismus – eine menschenzentrierte Leitidee für Digitalisierung

Wien verbindet Digitalisierung seit Jahren mit einem klaren Grundsatz: Technik ist Mittel zum Zweck. Der Zweck ist der konkrete Nutzen für Menschen und die Sicherung von Lebensqualität, Teilhabe und Rechten im digitalen Raum.

Digitaler Humanismus beschreibt den bewusst menschenzentrierten Ansatz der digitalen Transformation.  Das bedeutet: gesellschaftliche Bedürfnisse und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse sollen gemeinsam mit technischer Expertise in Lösungen übersetzt werden.

Ein weiterer Kernpunkt: Digitaler Humanismus denkt Werte nicht als bloße Schlagworte, sondern als Leitplanken für Prioritäten, Qualitätssicherung und verantwortliche Umsetzung – gerade dort, wo KI‑Systeme Entscheidungen vorbereiten oder Kommunikationsprozesse beeinflussen.

Austausch an der Schnittstelle von Technik und Gemeinwohl

Der IEEE Central European AI Summit 2026 fand vom 19. bis 21. März in Budapest statt. Das Programm spannte den Bogen von technischen Themen (zum Beispiel Large Language Models, Cybersecurity, Data Governance) bis zu gesellschaftlichen und institutionellen Fragen wie Standardisierung, Regulierung und digitalem Humanismus.

Für Wien ist dieser Rahmen besonders interessant, weil hier 2 Perspektiven zusammenkommen: einerseits die praktische Umsetzung von digitalen Services und KI‑Anwendungen im kommunalen Kontext, andererseits die europäische und internationale Koordination über Standards, Netzwerke und Governance‑Ansätze.

Panel „Digital humanism and the role of the public sector“

Auf dem Podium des Panels „Digital humanism and the role of the public sector“ diskutierten Klemens Himpele (CIO Stadt Wien), Fabian Kors (Stadt München) und Ruud Schuthof (ICLEI). Moderiert wurde das Panel von Irene Kitsara (IEEE Europe). Als Keynote‑Impuls waren Jutta Meier (Founder & CEO, Identity Valley, Deutschland) und Federico Menna (28DIGITAL, Belgien) vor Ort.

In der Diskussion wurden Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Verwaltung ebenso diskutiert wie die Frage, was für den öffentlichen Bereich zutrifft und was eher für die Privatwirtschaft relevant ist. Wien kann hier auf zahlreiche Vorarbeiten etwa im Value Based Engineering (Workshop zum Value-based Engineering – Digitales Wien) oder zum Digitalen Humanismus verweisen (Broschüre „Digitaler Humanismus in Wien“ – Stadt Wien).

Die Teilnahme in Budapest zahlt auch auf die Ziele der digitalen Agenda der Stadt Wien 2030 ein. Hier heißt es in Vorhaben 46, dass Digitalpolitik in weiten Teilen supranational, insbesondere auf EU‑Ebene, umzusetzen ist. Genau hier „zahlt“ die Teilnahme am IEEE‑Summit ein: Der Austausch bei einem IEEE‑Forum verbindet städtische Praxisfragen (Was funktioniert im Betrieb? Welche Schutzmechanismen braucht es?) mit europäischen Diskursen rund um Standards, Regulierung und vertrauenswürdige KI.

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