Bildungscampus-Neubau Seestadt III – Aspern West – „openBIM4Wien“

  • Standort: 22., Sonnenallee
  • Projektart: Neubau
  • Zeitraum: 2024 bis 2030
  • Fertigstellung: 2030
  • Projektleitung: Stadt Wien – Bau- und Gebäudemanagement (MA 34)
  • Bauherrin: Wiener Schulen (MA 56)

Der Bildungscampus Seestadt Aspern III entsteht im Norden der Seestadt, einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas. Er ist Teil des Neubauprogramms BIENE II und entwickelt das erfolgreiche Campus plus-Modell weiter.

Der neue Standort bietet Platz für einen 13-gruppigen Kindergarten, eine 33-klassige Ganztagesschule für Volks- und Mittelschule sowie 12 sonderpädagogische Bildungsräume.

Ergänzt wird der Campus durch eine Hochgarage. Die Gebäude sind so angeordnet, dass offene, gut nutzbare Außen- und Innenbereiche entstehen. Diese unterstützen das gemeinsame Lernen und Spielen und fördern den Austausch zwischen allen Bereichen des Campus.

BIM Anwendungsfälle – Use Cases

  • BIM-Planung
  • BIM-Koordinierung
  • BIM-unterstützte Mengenermittlung
  • BIM-unterstützte Kostenermittlung
  • BIM-Raumbuch/Anlagenbuch
  • BIM-As-Built-Modell
  • BIM-Planung

BIM wirkt

Im Vorentwurf des Projekts wird BIM als zentrale Informations- und Koordinationsmethode eingesetzt, um über die reine 3D-Modellierung hinaus strukturierte, prüfbare und transparente Prozesse zu etablieren. Der Fokus liegt auf 2 wesentlichen Anwendungsfällen: der modellbasierten Schlitz- und Durchbruchsplanung (SuD) sowie dem materiellen Gebäudepass (MGP).

Modellbasierte Schlitz- und Durchbruchsplanung (SuD)

Für die SuD-Koordination wird ein klar definierter Prozess zwischen Architektur, Tragwerksplanung und technischer Gebäudeausstattung umgesetzt. Ein eigenes SuD-Modell dient als alleinige Quelle für Durchbruchsangaben, die über das Kollaborationsformat BCF abgestimmt, freigegeben oder zurückgewiesen werden.

Erst nach Freigabe werden die Öffnungen als Elemente (IfcOpeningElement) in die Fachmodelle übernommen. Die Modellierungstiefe orientiert sich an der Leistungsphase, wobei im Entwurf vor allem statisch relevante Öffnungen priorisiert werden. Eine projektspezifische Erweiterung ist die eindeutige Kennzeichnung von Fertigteilen, um deren eingeschränkte Nachbearbeitbarkeit zu berücksichtigen. Ergänzende Merkmale für Durchbruchskörper unterstützen Filterlogik, Auswertbarkeit und Freigabeprozess.

Materieller Gebäudepass (MGP)

Dieser wird als eigenständiges Ergebnisdokument aufgebaut und nutzt das BIM-Modell als primäre Datenquelle. Bauteile werden wo erforderlich mehrschichtig modelliert, um Materialschichten eindeutig zuordnen und Mengen sowie Massen präzise ableiten zu können. Gleichzeitig werden klare Abgrenzungen definiert, um den Modellierungsaufwand effizient zu halten.

Die Datenverknüpfung zwischen Modell und Dokumentation erfolgt über definierte Schlüssel. Die Auswertung wird mit der Applikation SCALE durchgeführt und als strukturierter Excel Output bereitgestellt. Der MGP ermöglicht nicht nur eine vollständige Materialerfassung, sondern bildet auch die Grundlage für Aussagen zu Recyclingpotenzialen, Abfallmengen im Rückbau, Lebensdauern und Stoffgruppen – inklusive der Dokumentation von Schad- und Störstoffen gemäß relevanten Normen.

In Summe schafft der BIM-Einsatz im Projekt klare, prüfbare Prozesse, erhöht die Planungssicherheit und erweitert die Modellnutzung um eine lebenszyklusorientierte Materialperspektive.

Weitere beteiligte Stellen und Rollen in openBIM4Wien:

  • Auftragnehmer*innen für Planung und Bau: Klammer * Zeleny ZT GmbH
  • Auftragnehmer*innen BIM-Koordination: FCP Fritsch Chiari & Partner ZT GmbH
  • Auftragnehmer*innen BIM-Projektleitung: A-Null Bausoftware GmbH

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