Generalsanierung Amtshaus Karmelitergasse – „openBIM4Wien“

  • Standort: 2., Karmelitergasse 9
  • Projektart: Generalsanierung und Dachgeschoßausbau
  • Zeitraum: 2024 bis 2029
  • Fertigstellung: April 2029
  • Projektleitung: Stadt Wien – Bau- und Gebäudemanagement (MA 34)
  • Bauherrin: Stadt Wien – Bau- und Gebäudemanagement

Für das Amtshaus in der Karmelitergasse 9 ist eine umfassende Generalsanierung geplant. Das historische Gebäude wird vollständig erneuert, inklusive Dachgeschoßausbau, moderner Haustechnik und neuer Oberflächen im Inneren.

Gleichzeitig wird das Amtshaus wieder in seine ursprüngliche Form gebracht: Der Ausstellungsraum im Hof wird abgetragen und ein neuer barrierefreier Haupteingang entsteht. Dadurch verbessern sich sowohl die Zugänglichkeit als auch die Sicherheit im Gebäude.

Auch die Außenbereiche werden mit attraktiveren Höfen und Grünflächen sowie einer energetisch verbesserten Gebäudehülle aufgewertet.

Das Projekt wird als erstes Bestandsgebäude der Stadt Wien vollständig mit BIM geplant. Dadurch können Abläufe präziser koordiniert und die Sanierung effizienter umgesetzt werden.

BIM Anwendungsfälle – Use Cases

  • BIM-Bestandserfassung
  • BIM-Planung
  • BIM-Koordinierung
  • BIM-Raumbuch/Anlagenbuch
  • BIM-unterstützte Zertifizierung
  • BIM-unterstütze Mengenermittlung
  • BIM-unterstütze Kostenermittlung
  • BIM-Ausführungsplanung
  • BIM-Werks- und Montageplanung
  • BIM-unterstützte Bauüberwachung

BIM wirkt

Das Projekt ist das erste BIM-Vorhaben der Stadt Wien in einem denkmalgeschützten Bestandsgebäude. Zu Beginn wurde ein BIM-Bestandsmodell erstellt, das trotz begrenzter Ausgangsdaten eine wichtige Orientierungshilfe bietet. Bereits in frühen Phasen können so räumliche Zusammenhänge, Lichteinfall und mögliche Auswirkungen auf Nachbargrundstücke besser beurteilt werden. Das Modell dient damit früh als Entscheidungsgrundlage für zentrale planerische Weichenstellungen.

Verbesserte Analyse und Verständnis des Bestands

Durch Simulationen, insbesondere zur Belichtung, lassen sich Varianten rasch bewerten und ungeeignete Ansätze früh verwerfen. Die 3-dimensionale Erfassung macht komplexe Bestandssituationen sichtbar, etwa unterschiedliche Deckenaufbauten oder den historischen Dachstuhl. Tragende Bauteile und konstruktive Besonderheiten werden systematisch im Modell dokumentiert, wodurch eine belastbare Wissensbasis entsteht, die im Projektverlauf weiter präzisiert wird.

Integration von Untersuchungen und Störstoffdaten

Im weiteren Verlauf wird das Modell mit Ergebnissen aus Gutachten und Untersuchungen angereichert. Schad- und Störstoffe werden als modellierte Elemente mit klaren Attributen hinterlegt, sodass Risiken für alle Beteiligten früh erkennbar sind. Dieses Vorgehen wurde erstmals in dieser Form angewendet und soll vor allem in der Ausführung deutliche Vorteile bringen.

Visualisierung als Kommunikationswerkzeug

Die hohe Genauigkeit des Modells ermöglicht aussagekräftige Visualisierungen. Diese erleichtern die internen Abstimmungen und unterstützen die Kommunikation mit Behörden wie dem Bundesdenkmalamt. Komplexe Eingriffe können nachvollziehbar dargestellt werden, was Entscheidungsprozesse beschleunigt und vereinfacht.

Mehr Sicherheit durch frühe Detaillierung

Die 3D-Arbeitsweise erhöht zwar den Aufwand in frühen Projektphasen, reduziert jedoch Unsicherheiten und finanzielle Risiken. Kritische Punkte werden früher sichtbar, Kostenschätzungen werden genauer und Überraschungen in der Ausführung minimiert. Mit zunehmender Detaillierung, etwa durch die Auflösung mehrschichtiger Bauteile, steigt die Planungs- und Ausführungssicherheit weiter.

Insgesamt fungiert das BIM-Modell als zentrale, verlässliche Informationsquelle und schafft eine solide Grundlage für eine präzise, risikoarme und denkmalgerechte Sanierungsplanung.

Weitere beteiligte Stellen und Rollen in openBIM4Wien

  • Auftragnehmer*innen für Planung und Bau: DI Gunther Palme ZT GmbH
  • Auftragnehmer*innen BIM-Koordination: ODE Informationstechnik GmbH

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