Vienna Geospace Hub

Wien setzt neue Maßstäbe in der Nutzung von Satellitendaten

Mit dem Aufbau des Innovationslabors Vienna Geospace Hub und dem Start des europäischen Leuchtturmprojekts ADUCAT im Herbst 2025 ist es gelungen, Satellitendaten systematisch und dauerhaft in die Wiener Stadtentwicklung zu integrieren.

2 zentrale Zielsetzungen der Digitalen Agenda der Stadt Wien 2030 wurden damit erfolgreich realisiert: die Etablierung eines Innovationslabors für Geo- und Erdbeobachtungsdaten sowie die konkrete Umsetzung anwendungsorientierter Projekte.

Ein Innovationslabor für die Stadt von morgen

Seit Herbst 2024 verfügt die Stadt Wien mit dem Vienna Geospace Hub über eine zentral koordinierte Einheit für Innovationen im Bereich Erdbeobachtungs- und Geodaten. Das Innovationslabor wird im Auftrag der Stadt Wien von UIV Urban Innovation Vienna GmbH betrieben und koordiniert.

Als Innovationslabor entwickelt der Vienna Geospace Hub neue, datengetriebene Anwendungen – gemeinsam mit Verwaltungseinheiten, städtischen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und externen Partner*innen. Die Finanzierung ist bis Herbst 2028 gesichert und erfolgt zu gleichen Teilen durch die Stadt Wien sowie durch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft.

Durch anwendungsorientierte Use Cases werden komplexe Daten in entscheidungsrelevante Informationen übersetzt. Diese fließen direkt in strategische und operative Abläufe der Stadt ein. Durch Projekte wie RAVEN, GTIF-AT SC, Energy Space und Urban Sky sowie durch technologische Kompetenz und institutionelle Verankerung werden Verwaltungsprozesse effizienter, transparenter und zukunftsfähiger. Es entstehen neue datenbasierte Methoden, mit deren Hilfe bedarfsgerechte Anwendungen entwickelt und schrittweise in den produktiven Einsatz überführt werden können.

Gleichzeitig stärkt der Vienna Geospace Hub den Auf- und Ausbau europäischer Digitalinfrastruktur. Durch die Nutzung von europäischen Satellitendaten und ihre Überführung in die Wiener und österreichische Innovationslandschaft wird die Digitalsouveränität gestärkt.

ADUCAT: Europäisches Leuchtturmprojekt für datenbasierte Stadtentwicklung

Mit dem bis Frühjahr 2029 laufenden, europäisch geförderten Projekt ADUCAT wurde ein umfassendes Umsetzungsprojekt gestartet. Ziel ist es, satellitengestützte Daten gezielt einzusetzen, um urbane Herausforderungen datenbasiert zu adressieren.

Dazu zählen präzises Monitoring von Grünräumen, die Überwachung kritischer Infrastrukturen sowie verbesserte Temperatur- und Hitzeprognosen. Die gewonnenen Informationen werden aufbereitet, mit bestehenden Verwaltungsdaten abgestimmt und in geeigneter Form bereitgestellt, sodass sie direkt in Planungs- und Entscheidungsprozesse einfließen können. Dadurch erhalten Fachabteilungen eine verlässliche und zeitgemäße Datengrundlage für strategische wie operative Aufgaben.

Die entwickelten Methoden, Prozesse und technischen Lösungen sind übertragbar und können von anderen Städten adaptiert werden. Damit unterstützt das Projekt Wien konkret auf dem Weg zu Klimaneutralität und klimaresilienter Stadtentwicklung und positioniert die Stadt europaweit als Referenz für datenbasierte Transformation.

Nachhaltige Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus

Mit dem Vienna Geospace Hub und ADUCAT wurde nicht nur ein einzelnes Projekt umgesetzt, sondern eine Innovationsstruktur etabliert. Wien verfügt mit dem Vienna Geospace Hub über eine Plattform, die Satellitendaten und Verwaltungswissen zusammenführt, Kompetenzen aufbaut und neue Anwendungen kontinuierlich weiterentwickelt.

IoT optimiert Prozesse in Wien

Digitale Technologien entfalten ihren Nutzen oft im Hintergrund – dort, wo sie Abläufe vereinfachen und transparent machen. Ein aktuelles Beispiel aus Wien zeigt, wie die Abteilung Wien Digital (MA 01) mittels Internet of Things (IoT)-Sensorik Prozesse der Stadtverwaltung effizienter und nachhaltiger gestaltet.

Die Herausforderung

Jährlich bewegt die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) in Wien zahlreiche Mulden im Stadtgebiet, etwa im Rahmen der Abfallwirtschaft oder der städtischen Logistik. Die bisherige Verwaltung war vielfach mit manuellem Dokumentationsaufwand verbunden: Standorte mussten erfasst und kontrolliert werden. Oft reicht die postalische Adresse nicht aus, um den exakten Abstellort auf großen Arealen wie Sportplätzen, Innenhöfen oder Betriebsflächen eindeutig zu bestimmen.

Die technische Lösung: Präzise Standortdaten durch IoT

Durch den Einsatz von Sensoren mit GPS‑Ortung werden Mulden jetzt automatisch und in Echtzeit über das Long Range Wide Area Network (LoRaWAN)-Netzwerk der Wien Energie lokalisiert. Die Standortdaten fließen direkt in die Echtzeitdaten-Plattform von Wien Digital, die IoT-Base. So ist nicht nur die Adresse, sondern auch die genaue Position innerhalb eines Geländes abrufbar.

Für die Stadtverwaltung bedeutet die automatisierte Datenerfassung einen konkreten operativen Vorteil: Standorte sind jederzeit aktuell verfügbar, Transportwege lassen sich effizienter organisieren und unnötige Fahrten können vermieden werden. Das spart Zeit und Ressourcen und unterstützt eine nachhaltigere Organisation der Abläufe.

IoT als Baustein der Smart City Wien

Das Beispiel verdeutlicht, wie Wien digitale Infrastruktur gezielt einsetzt, um bestehende Prozesse weiterzuentwickeln. IoT-Technologien kommen in vielen weiteren Bereichen zur Anwendung, etwa für Umweltmonitoring, intelligente Bewässerung, Gebäudemanagement oder Echtzeit-Tracking von Infrastruktur.

So wird Digitalisierung konkret erlebbar: als Technologie, die Verwaltung und Bürger*innen unterstützt.

Neuer Stadtplan und Geoportal

Wiens Kartenwelt wird moderner

Wien macht Kartenanwendungen einfacher, moderner und besser nutzbar: Der Stadtplan BETA unterstützt bei der täglichen Orientierung mit neuer Oberfläche und themenbezogener Suche.

Für alle, die tiefer in Geodaten einsteigen wollen, bündelt das Geoportal Wien viele Datensätze und Werkzeuge an einem Ort.

Wiens neue Kartenangebote: 2 Zugänge, 1 Ziel

Karten gehören zu den meistgenutzten digitalen Angeboten einer Stadt. Ob man schnell eine Adresse findet, wissen will, was in der Umgebung los ist, oder sich zu einem Thema wie Mobilität, Umwelt oder Stadtentwicklung einen Überblick verschaffen möchte: Der Bedarf ist groß und sehr unterschiedlich. Genau deshalb setzt Wien bei der Weiterentwicklung seiner Kartenwelt auf 2 klar ausgerichtete Angebote: den Stadtplan BETA für den Alltag und das Geoportal Wien für alle, die Geodaten gezielt kombinieren, analysieren oder herunterladen möchten.

Neuer Stadtplan BETA: schneller finden, leichter bedienen

Der Stadtplan BETA steht als erste Voransicht zur Verfügung und bringt 3 Dinge zusammen:

  • Schlagwort‑Suche nach Themen und Angeboten
  • modernes Design und eine übersichtliche Bedienung
  • verschiedene Kartenansichten mit zusätzlichen Informationen

wien.gv.at-Stadtplan

Geoportal Wien: Geodaten zentral entdecken, kombinieren und teilen

Wer beruflich, wissenschaftlich oder aus persönlichem Interesse mit Geodaten arbeitet, braucht andere Funktionen als die im klassischen Stadtplan angebotenen. Das Geoportal Wien ist deshalb als zentrale Anlaufstelle für viele Geodaten gedacht: Datensätze lassen sich suchen, layerweise kombinieren, in ihrer Transparenz anpassen und je nach Thema gezielt auswerten.

Typische Funktionen sind etwa Messwerkzeuge, Zeichenfunktionen, Datenfilterung und Datenexport, ein Time‑Slider sowie das Teilen individuell zusammengestellter Karten per Link. Das Geoportal Wien läuft zudem auf einer Open Source Software.

Geoportal – Stadtvermessung und Geoinformation

Daten als Fundament: Open Government Data und standardisierte Geowebservices

Damit Karten nicht nur „schön“, sondern auch verlässlich und weiterverwendbar sind, setzt Wien seit Jahren auf Open Government Data (OGD). Daten werden wo möglich offen bereitgestellt und können von Verwaltung, Forschung, Unternehmen und Zivilgesellschaft genutzt werden.

Ergänzend dazu bietet die Stadt Wien Geodaten auch als standardisierte Webservice‑Schnittstellen (zum Beispiel WMTS, WMS, WFS, VTC) an. Das ist wichtig, damit Geoinformationen in vielen Anwendungen stabil und performant eingesetzt werden können.

Der Text wurde mit der Unterstützung von KI erstellt.

MINT in Wien: Früh fördern, gut begleiten

Wie können Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das erste Wiener MINT-Stakeholder-Forum am 10. März 2026 im Rathaus. Im Fokus stand, was junge Menschen von der frühen Bildung bis zum Beruf brauchen, damit das Interesse an MINT nicht verloren geht.

In Wien gibt es dafür bereits viele engagierte Akteur*innen aus den Bereichen Bildung, Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die beim Forum entstandene Wiener MINT-Karte zeigt, wie breit das Feld schon aufgestellt ist – von Angeboten für Kindergarten und Schule bis zu außerschulischen Initiativen, Netzwerken und Einrichtungen der Erwachsenenbildung.

Plakat mit bunten Feldern und gelben Post-its

Die Wiener MINT-Karte zeigt, wie vielfältig die Akteur*innen, Angebote und Themenfelder in Wien bereits sind.

Die Keynote von Hilda Tellioğlu, Professorin für Informatik an der TU Wien, machte deutlich: MINT-Förderung ist nicht nur ein Bildungsthema, sondern auch eine Frage von Chancen und Teilhabe. Daher ist es entscheidend, Kinder und Jugendliche über den gesamten Bildungsweg hinweg gut zu begleiten. Gerade bei Bildungswechseln können das Interesse verloren gehen oder Orientierung fehlen. Dies ist zum Beispiel beim Schulstart, beim Wechsel in eine neue Schulstufe oder später bei der Entscheidung für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Beruf der Fall. Solche Brüche wiegen auch deshalb schwer, weil MINT-Kompetenzen in Zukunft noch stärker gefragt sein werden. Laut der Keynote erfordern 70 Prozent der Berufe der Zukunft MINT-Kompetenzen. Zugleich waren im Jahr 2023 in Österreich rund 25.000 MINT-Stellen unbesetzt.

In den Workshops ging es deshalb vor allem darum, wie Wien vorhandene Angebote besser verbinden kann: durch stärkere MINT-Impulse im Kindergarten, bessere Berufsorientierung, eine engere Verknüpfung von schulischen und außerschulischen Angeboten sowie niederschwellige Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Auch passende Vorbilder und die Ansprache von Eltern, insbesondere von Müttern, wurden als wichtige Faktoren genannt. Ein besonderer Fokus lag darauf, Mädchen und junge Frauen gezielter für technische Bildungswege zu gewinnen.

Vernetzung und Begleitung verstärken

Das Forum hat gezeigt, dass Wien MINT nicht bei null aufbauen muss. Vieles ist bereits vorhanden. Entscheidend ist nun, bestehende Angebote besser zu vernetzen, Bildungswechsel bewusster zu begleiten und Kinder und Jugendliche über längere Zeit hinweg gut zu unterstützen.

Die Stadt Wien will diesen Austausch weiterführen und die Wiener MINT-Landschaft weiter stärken. Die MINT-Koordinationsstelle der MA 23 dient dabei als Anlaufstelle für MINT-Anliegen in Wien.

Weitere Informationen

Die MINT-Initiative der Stadt Wien

Wien beim IEEE AI Summit in Budapest

Digitaler Humanismus trifft Standardisierung

Künstliche Intelligenz verändert öffentliche Leistungen, Verwaltungsarbeit und den digitalen Alltag von Millionen Menschen. Gerade deshalb braucht es Orte, an denen Praxis, Werte und technische Standards gemeinsam diskutiert werden.

Ein solcher Ort ist der IEEE Central European AI Summit 2026 in Budapest, bei dem die Stadt Wien im Panel „Digital humanism and the role of the public sector“ vertreten war.

Relevanz für Städte

Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ist ein internationales Netzwerk von Fachleuten aus Technik und Wissenschaft, das unter anderem Konferenzen organisiert und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung globaler technischer Standards spielt.

Gerade diese Standardisierungsarbeit ist für den öffentlichen Sektor relevant: Standards unterstützen Interoperabilität, Nachvollziehbarkeit und die sichere, verlässliche Einführung neuer Technologien – vom Netzinfrastruktur‑Umfeld bis hin zu digitalen Services.

Für Städte und Verwaltungen heißt das: Wer frühzeitig versteht, welche Standards entstehen, wie sie mit Regulierung zusammenspielen und wo Spielräume für öffentliche Interessen liegen, kann digitale Lösungen stabiler, vertrauenswürdiger und zukunftssicherer gestalten.

Digitaler Humanismus – eine menschenzentrierte Leitidee für Digitalisierung

Wien verbindet Digitalisierung seit Jahren mit einem klaren Grundsatz: Technik ist Mittel zum Zweck. Der Zweck ist der konkrete Nutzen für Menschen und die Sicherung von Lebensqualität, Teilhabe und Rechten im digitalen Raum.

Digitaler Humanismus beschreibt den bewusst menschenzentrierten Ansatz der digitalen Transformation.  Das bedeutet: gesellschaftliche Bedürfnisse und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse sollen gemeinsam mit technischer Expertise in Lösungen übersetzt werden.

Ein weiterer Kernpunkt: Digitaler Humanismus denkt Werte nicht als bloße Schlagworte, sondern als Leitplanken für Prioritäten, Qualitätssicherung und verantwortliche Umsetzung – gerade dort, wo KI‑Systeme Entscheidungen vorbereiten oder Kommunikationsprozesse beeinflussen.

Austausch an der Schnittstelle von Technik und Gemeinwohl

Der IEEE Central European AI Summit 2026 fand vom 19. bis 21. März in Budapest statt. Das Programm spannte den Bogen von technischen Themen (zum Beispiel Large Language Models, Cybersecurity, Data Governance) bis zu gesellschaftlichen und institutionellen Fragen wie Standardisierung, Regulierung und digitalem Humanismus.

Für Wien ist dieser Rahmen besonders interessant, weil hier 2 Perspektiven zusammenkommen: einerseits die praktische Umsetzung von digitalen Services und KI‑Anwendungen im kommunalen Kontext, andererseits die europäische und internationale Koordination über Standards, Netzwerke und Governance‑Ansätze.

Panel „Digital humanism and the role of the public sector“

Auf dem Podium des Panels „Digital humanism and the role of the public sector“ diskutierten Klemens Himpele (CIO Stadt Wien), Fabian Kors (Stadt München) und Ruud Schuthof (ICLEI). Moderiert wurde das Panel von Irene Kitsara (IEEE Europe). Als Keynote‑Impuls waren Jutta Meier (Founder & CEO, Identity Valley, Deutschland) und Federico Menna (28DIGITAL, Belgien) vor Ort.

In der Diskussion wurden Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Verwaltung ebenso diskutiert wie die Frage, was für den öffentlichen Bereich zutrifft und was eher für die Privatwirtschaft relevant ist. Wien kann hier auf zahlreiche Vorarbeiten etwa im Value Based Engineering (Workshop zum Value-based Engineering – Digitales Wien) oder zum Digitalen Humanismus verweisen (Broschüre „Digitaler Humanismus in Wien“ – Stadt Wien).

Die Teilnahme in Budapest zahlt auch auf die Ziele der digitalen Agenda der Stadt Wien 2030 ein. Hier heißt es in Vorhaben 46, dass Digitalpolitik in weiten Teilen supranational, insbesondere auf EU‑Ebene, umzusetzen ist. Genau hier „zahlt“ die Teilnahme am IEEE‑Summit ein: Der Austausch bei einem IEEE‑Forum verbindet städtische Praxisfragen (Was funktioniert im Betrieb? Welche Schutzmechanismen braucht es?) mit europäischen Diskursen rund um Standards, Regulierung und vertrauenswürdige KI.

Mit Unterstützung von KI erstellt

Jahresbericht Digitale Agenda Wien 2030

Am 24. Oktober 2024 wurde im Wiener Gemeinderat die Digitale Agenda Wien 2030 beschlossen. Darin definiert die Stadt Wien verbindliche Ziele für ihre digitale Transformation und verpflichtet sich zu einer regelmäßigen Berichterstattung über die Fortschritte.

Nach dem ersten Teilbericht für das verkürzte „Restjahr“ 2024 liegt nun der erste vollständige Jahresbericht zur Umsetzung der Digitalen Agenda Wien 2030 vor: Digitale Agenda Wien 2030 – Erster Jahresbericht an das Executive Board Digitalisierung (PDF)

Überblick über Maßnahmen und Projekte

Der Jahresbericht bietet einen umfassenden Überblick über die im Berichtszeitraum gesetzten Maßnahmen und umgesetzten Projekte. Er zeigt, welche Fortschritte bei zentralen Vorhaben erzielt wurden und wie die strategischen Ziele der Digitalen Agenda Schritt für Schritt realisiert werden.

Im Fokus stehen dabei sowohl neu gestartete Initiativen als auch weitergeführte und bereits abgeschlossene Projekte aus unterschiedlichen Bereichen der digitalen Verwaltung. Der Bericht verdeutlicht, wie digitale Services und Produkte kontinuierlich weiterentwickelt werden, um den Alltag der Wiener*innen zu erleichtern und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten.

Darüber hinaus wird dargestellt, welchen Beitrag die einzelnen Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele leisten und wie dadurch konkrete Verbesserungen für Bürger*innen, Unternehmen und die Verwaltung erzielt werden konnten.

Digitale Agenda Monitor

Ein zentrales Instrument zur Transparenz und Steuerung bleibt der etablierte Monitor zur Digitalen Agenda Wien. Dieser ermöglicht eine laufende Übersicht über den Umsetzungsstand der Maßnahmen und wird weiterhin halbjährlich sowie anlassbezogen aktualisiert.

Mit dem vorliegenden Jahresbericht unterstreicht die Stadt Wien ihren Anspruch, die digitale Transformation aktiv zu gestalten und ihre Position als Vorreiterin im Bereich der Digitalisierung weiter auszubauen.

Digitaler Humanismus Award für WienKI

1. Preis in der Kategorie „Projekte“

3 Auszeichnungen in kurzer Zeit – und ein klarer roter Faden: Mit WienKI verfolgt die Stadt Wien konsequent einen Ansatz, der Innovation mit Verantwortung, Sicherheit und Menschenzentrierung verbindet. Nach 2 internationalen Anerkennungen ist nun ein 3. Preis hinzugekommen: der 1. Preis in der Kategorie „Projekte“ beim „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“.

Digitaler Humanismus in der Praxis

Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak betont die Bedeutung dieser Auszeichnung:

Mit WienKI verbinden wir Künstliche Intelligenz und digitale Verantwortung zu einem gemeinsamen Auftrag. Unser Fokus liegt darauf, Technologie so zu gestalten, dass sie den Menschen konkret nützt. Die Auszeichnung bestätigt unseren Weg: Wien steht für eine Digitalisierung, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig Vertrauen schafft. Genau darin liegt die Stärke des digitalen Humanismus – und genau daran arbeiten wir jeden Tag.

Ein 3. Preis – weil Technik dem Menschen dienen soll

Der „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“ zeichnet Initiativen aus, die digitale Technologien im Sinne des Menschen gestalten – also nicht nur technisch stark sind, sondern sich an Werten orientieren: Demokratie, Inklusion, Privatsphäre, Freiheit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Innovation.

Genau hier setzt WienKI an: als Plattform, die Künstliche Intelligenz nutzbar macht und gleichzeitig klare Leitplanken für Transparenz, Datenschutz und Sicherheit einzieht.
Dass WienKI dafür nun in der Kategorie „Projekte“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, freut alle Beteiligten besonders: Es ist eine Bestätigung dafür, dass „Digitaler Humanismus“ nicht nur ein Leitbild ist, sondern in der Verwaltung praktisch umgesetzt werden kann.

Schon 2-mal ausgezeichnet: internationale Anerkennung für den Wiener Weg

Der aktuelle Preis reiht sich in 2 bereits erreichte Auszeichnungen ein. Beide honorieren die Kombination aus Innovationskraft und Verantwortung:

  1. EU Public Sector Tech Watch Best Cases Award 2025 (Kategorie Government-to-Government)
    Dieser Preis würdigt den ganzheitlichen Ansatz, KI verantwortungsvoll, sicher und Nutzer*innen-orientiert in der Verwaltung zu etablieren. Auch die internationale Bühne zeigt: WienKI ist ein Modell, das über Wien hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.
    WienKI gewinnt EU Public Sector Tech Watch Best Cases Award 2025
  2. Red Hat Innovation Award 2025
    Hier stand besonders der Einsatz von Open-Source-Technologien, Interoperabilität und die technische Umsetzung im Fokus. Der Award hebt hervor, dass WienKI auf einer Plattform betrieben wird, die skalierbaren und modernen KI-Betrieb ermöglicht – mit dem Ziel, Anbieterabhängigkeiten zu reduzieren und zukunftsfähige IT-Strukturen zu stärken.
    Red Hat Innovation Award für Stadt Wien

Warum „Digitaler Humanismus“ bei KI besonders wichtig ist

Gerade bei Künstlicher Intelligenz entscheidet sich, ob technischer Fortschritt zu mehr Teilhabe, Qualität und Fairness führt oder neue Abhängigkeiten und Risiken schafft. Der „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“ macht genau jene Projekte sichtbar, die zeigen, wie Technologie menschenzentriert eingesetzt werden kann.

Das zentrale Referenzdokument der Bewegung ist das Wiener Manifest für einen digitalen Humanismus – und die Award-Initiative versteht sich als Bühne für praxisnahe Umsetzungen.

Ein Blick auf den letztjährigen Award illustriert das gut: 2025 wurde unter anderem ein Projekt der Klinik Floridsdorf ausgezeichnet, das „gelingende Kommunikation“ im Klinikalltag mithilfe einer digitalen Lösung unterstützt – entwickelt mit Fokus auf Teilhabe und Barrierefreiheit: Digital Humanism Award: Klinik Floridsdorf

Mit Unterstützung von KI erstellt

KI-Rahmenbedingungen

Transparenter und vertrauenswürdiger Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Stadt Wien

Künstliche Intelligenz bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Stadt Wien: Sie kann Verwaltungsabläufe effizienter gestalten, den Service für Bürger*innen verbessern und neue Formen der Zusammenarbeit innerhalb der Stadt sowie zwischen Verwaltung und Privatwirtschaft ermöglichen.

Gleichzeitig bringt der Einsatz von KI neue Fragenstellungen mit sich: Wie stellen wir Transparenz sicher? Wie gehen wir mit Risiken um? Wie schaffen wir Vertrauen in neue Technologien?

Systeme und Use-Cases

KI-Anwendungen unterscheiden sich deutlich voneinander: Einige helfen bei alltäglichen Aufgaben, während andere entscheidenden Einfluss auf wichtige Entscheidungen haben. Die Stadt unterscheidet dabei zwischen dem KI-System selbst und dem jeweiligen KI-Use-Case.

  • KI-Systeme bezeichnen Funktionalitäten, die entweder auf klassischem Machine Learning sowie logik- oder wissensbasierten Methoden oder KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (zum Beispiel Large Language Models beziehungsweise generativen KI-Modellen) basieren.
  • KI-Use-Case ist ein konkreter Anwendungsfall, bei dem KI eingesetzt wird, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen oder etwas zu verbessern, zum Beispiel um Prozesse zu optimieren, bei Entscheidungen zu helfen oder Muster in Daten zu erkennen.

Ein risikobasierter Ansatz als Leitprinzip

Die Stadt Wien legt größten Wert auf die sorgfältige Auswahl und Anwendung innovativer Technologien. Dafür werden klar definierte und transparente Standards eingesetzt, die sowohl technische Exzellenz als auch rechtliche Anforderungen gewährleisten. Besonderes Augenmerk gilt der stringenten Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, insbesondere den Vorgaben des EU‑AI‑Acts.

EU-AI-Act Exkurs

Die Verordnung zur künstlichen Intelligenz ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, der das Ziel hat, KI zu regulieren. Es handelt sich dabei um die erste umfassende Regulierung dieser Art weltweit.

Die Entstehung begann im Jahr 2019. Am 21. Mai 2024 wurde sie von allen 27 EU-Mitgliedsstaaten verabschiedet und am 12. Juli 2024 offiziell veröffentlicht.

Gültig ist die Verordnung seit 1. August 2024. Viele ihrer Bestimmungen traten bereits ab dem 2. Februar 2025 in Kraft, die meisten jedoch erst ab dem 2. August 2026.

Transparenz und Vertrauen als Voraussetzung

Technische Innovation allein genügt nicht, um Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in einer Stadt einzusetzen. Entscheidend ist ein transparenter Rahmen, der Risiken frühzeitig erkennt und Vertrauen fördert. Eine interne Dienstanweisung regelt den gesamten KI- und Cloud-Compliance Prozess (CKT-Prozess) und sorgt dafür, dass KI-Anwendungen vor ihrer Einführung sorgfältig geprüft werden.

Der CKT-Prozess ist in folgenden 2 Phasen unterteilt:

  • Phase 1: Bewertung des Geschäftsfalles (Geschäftsanforderung-, Business-Needs und Initiale Risikobewertung)
  • Phase 2: Nach Auswahl einer oder mehreren KI- oder Cloud-Services für den konkreten Geschäftsfall erfolgt die Bewertung der Service-Provider und der ausgewählten Cloud Services.

In bestimmten Use-Cases kann es sinnvoll sein, einen Proof of Concept (PoC) durchzuführen, um die Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit gezielt zu prüfen.

Welche Aspekte werden geprüft?

  • Datenschutzaspekte: Es wird geprüft, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden und wie die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie weiterer rechtlicher Vorgaben sichergestellt wird. Dabei stehen insbesondere die Datensicherheit, die Minimierung der Datenerhebung und transparente Informationspflichten im Fokus.
  • Betriebliche Aspekte: Die Integration der KI-Lösung in bestehende Arbeitsabläufe wird bewertet. Dazu zählen die Auswirkungen auf Mitarbeitende, notwendige Weiterbildungen, Anpassungen von Prozessen sowie die Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs und die Akzeptanz innerhalb der Organisation.
  • Security-Sicht: Die technische Infrastruktur und die IT-Systeme werden gezielt daraufhin überprüft, ob sie den Sicherheitsanforderungen der jeweiligen KI-Anwendung genügen. Im Fokus stehen dabei Aspekte wie Netzwerksicherheit, Schutz vor unbefugtem Zugriff, sichere Cloud-Lösungen sowie die Gewährleistung von Datenintegrität und -verfügbarkeit. Zusätzlich wird bewertet, ob die Systeme skalierbar und wartbar sind, ohne Kompromisse bei der IT-Sicherheit einzugehen.

Insbesondere die risikobasierte Bewertung, der Fokus auf Datenschutz und die technische Sicherheit spiegeln die Kernpunkte des EU-AI-Act wider. So trägt Wien dazu bei, dass KI verantwortungsvoll und im Einklang mit europäischen Rechtsgrundlagen eingesetzt wird und die Interessen der Bürger*innen gewahrt bleiben.

Um sicherzustellen, dass alle aktuellen Trends und Standards im Prozess berücksichtigt werden, unterliegt die interne Richtlinie zur Steuerung des CKT-Prozesses einer regelmäßigen Überprüfung hinsichtlich ihrer Aktualität. Spätestens nach 5 Jahren wird die Gültigkeit der Richtlinie aufgehoben und der CKT-Prozess entsprechend dem aktuellen Stand angepasst.

KI im Sinne des Digitalen Humanismus

Der Wiener Zugang zu KI ist eng mit dem Digitalen Humanismus verbunden. Technologie steht im Dienst der Menschen – nicht umgekehrt. Das bedeutet: Effizienzgewinne und Innovationen gehen Hand in Hand mit ethischen Grundsätzen, demokratischen Werten und sozialer Verantwortung.

KI wird daher nicht isoliert als technische Lösung betrachtet, sondern als Teil eines größeren gesellschaftlichen und organisatorischen Rahmens: Kompass für den dienstlichen Umgang mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI)

Austausch mit Expert*innen aus dem In- und Ausland

Um breite Dynamik der KI-Themen gerecht zu werden, setzt die Stadt Wien bewusst auf Vernetzung und Austausch. Im Dialog mit nationalen und internationalen Fach-Expert*innen aus Verwaltung (zum Beispiel Vienna Science Days, Cloud Community Public Administration), Wissenschaft und Wirtschaft werden neue Entwicklungen reflektiert, Erfahrungen geteilt und Best Practices diskutiert.

Fazit

Wir nutzen die Potenziale von KI gezielt und haben dafür transparente Rahmenbedingungen geschaffen, die einen risikobasierten Ansatz verfolgen. So stellt die Stadt Wien sicher, dass technologische Innovationen verantwortungsvoll eingesetzt werden und gleichzeitig flexibel auf neue Anforderungen reagiert werden kann.

Intelligente Ampeln

Grün, wenn es gebraucht wird

Intelligente Ampeln erhöhen den Komfort für Zufußgehende und Radfahrende, indem sie Wartezeiten an signalgeregelten Kreuzungen reduzieren. Anders als herkömmliche Anlagen reagieren sie nicht ausschließlich auf fixe Schaltprogramme oder manuelle Drucktaster, sondern erkennen selbstständig, ob eine Querung tatsächlich beabsichtigt ist.

Möglich wird dies durch ein von der Technischen Universität Graz und der Abteilung Wien leuchtet (MA 33) entwickeltes System. Mithilfe spezieller Sensorik und Künstlicher Intelligenz analysiert die Anlage Bewegungsmuster im Bereich von Zebrastreifen. So kann unterschieden werden, ob Personen die Fahrbahn queren möchten oder sich lediglich im Gehsteigbereich aufhalten.

Wird ein Querungswunsch erkannt, erfolgt die Anmeldung zur Grünphase automatisch. Das ersetzt – wo vorhanden – den manuellen Druck auf einen Taster und sorgt dafür, dass Grün genau dann geschaltet wird, wenn es benötigt wird.

Anpassung an reale Bedürfnisse

Ein weiterer Vorteil der intelligenten Ampeln liegt in ihrer Fähigkeit, flexibel auf unterschiedliche Verkehrssituationen zu reagieren. Je nachdem, ob einzelne Personen oder größere Personengruppen erfasst werden, kommen unterschiedlich lange, vordefinierte Grünzeiten zum Einsatz.

Die neueste Systemgeneration geht noch einen Schritt weiter: Sie erkennt auch Rollstuhlfahrer*innen, Personen mit Gehhilfen oder Kinderwagen. In solchen Fällen schaltet die Ampel automatisch längere Grünphasen, um eine sichere und stressfreie Querung zu ermöglichen. Damit wird Barrierefreiheit nicht nur mitgedacht, sondern aktiv unterstützt.

Ampelmast mit Kamerasensor

Spezielle Sensorik am Ampelmast

Datenschutz hat Priorität

Der Einsatz moderner Sensorik wirft verständlicherweise Fragen zum Datenschutz auf. Hier ist klar festzuhalten: Die technischen Einrichtungen dienen ausschließlich der Erkennung von Bewegungsmustern. Eine Personenüberwachung ist nicht möglich. Sämtliche Daten werden direkt vor Ort verarbeitet und anschließend sofort gelöscht. Eine Speicherung oder Weitergabe personenbezogener Daten findet nicht statt.

Schrittweise Umsetzung in Wien

Die Digitale Agenda Wien legt einen Schwerpunkt auf eine nachhaltige und lebenswerte Stadt. Ein zentrales Ziel ist dabei die weitere Stärkung des Umweltverbunds, zu dem der öffentliche Verkehr sowie das Zu‑Fuß‑Gehen und Radfahren gehören.

Seit der Veröffentlichung der Digitalen Agenda Wien im Sommer 2024 wird der Einsatz intelligenter Ampeln kontinuierlich ausgebaut. Bis Ende 2025 wurden 28 Anlagen errichtet. Auch in Zukunft soll diese Technologie gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert für den Umweltverbund bietet.

Dieser Text wurde mit Unterstützung einer KI erstellt.

KI-Sprachmodelle verstehen

Workshop-Angebot im Rahmen der Wiener Frauenwoche

KI-Sprachmodelle (Large Language Models) sind im Alltag und in der Arbeitswelt angekommen. Sie unterstützen beim Schreiben, Zusammenfassen, Strukturieren von Informationen und bei der Ideenfindung.

Gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Wie funktionieren diese Modelle? Und wo liegen Grenzen und Risiken?

Im Rahmen der Wiener Frauenwoche 2026 wurde im Rahmen der DigitalCity.Wien ein KI-Workshop (Grundlagen mit klarem Praxisbezug) angeboten, an dem mehr als 40 Besucherinnen teilnahmen. Der interaktive Workshop bot einen praxisnahen Überblick, um KI-Sprachmodelle realistisch einordnen und kritisch nutzen zu können.

Viele Fragen, viel Austausch

Nach einem theoretischen Input folgte eine rege Diskussion. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum zeigten das große Interesse und die Praxisrelevanz des Themas KI.

Umsetzung

Der Workshop wurde von den Wiener Volkshochschulen durchgeführt. Initiiert und organisatorisch unterstützt wurde das Angebot durch die UIV Urban Innovation Vienna, die Koordinationsstelle der Digital City Wien.