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LAN-Party zum Abruf von DICOM-Bilddaten

Wien Digital (MA 01) ist gemeinsam mit dem Wiener Gesundheitsverbund österreichweit Vorreiterin beim modernen Austausch von DICOM-Bilddaten zur Bereitstellung von Vorbefund-Bildern. 2 Jahre Produktionserfahrung der beiden Organisationen haben deutlich zum Erfolg der Veranstaltung von IHE-AUSTRIA beigetragen.

Veranstaltung für Profis

IHE-AUSTRIA ist ein Verein zur Förderung des österreichischen Gesundheitswesens auf Basis moderner eHealth-Anwendungen. Zu den Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, die ELGA GmbH sowie Unternehmen, die den Gesundheitsbereich technisch unterstützen wie A1, Philips oder Wien Digital.

IHE-AUSTRIA hat heuer den „Connectathon“ nach Österreich gebracht und im Rahmen dieser Veranstaltung einen „Projectathon“ organisiert, bei dem die Interoperabilität der IT-Systeme für ELGA-Bilddaten getestet wurde. Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von verschiedenen Systemen, problemlos miteinander zu kommunizieren, Daten auszutauschen und zusammenzuarbeiten, selbst wenn sie ursprünglich unabhängig voneinander entwickelt wurden.

Auf einer gemeinsamen Infrastruktur mit einer Testplattform hatten alle interessierten Organisationen die Möglichkeit, ihre IT-Systeme anhand der bereitgestellten Referenzumgebung zu testen. Ziel war, die interne sowie die unternehmensübergreifende Kommunikation bei Bilddaten-Abrufen zu testen. IHE-AUSTRIA möchte dazu beitragen, dass in den kommenden Jahren ein höheres Maß an Interoperabilität zwischen der IT-Infrastruktur der Institutionen und der öffentlichen Gesundheitstelematik-Infrastruktur (öGTI) erreicht wird.

Perfekte Vorbereitung

Wien Digital hat für die 3-tägigen Tests einen ELGA-Bereich inklusive Bildarchiv zur Verfügung gestellt und auch für die Test-Patient*innen entsprechende Bilder und Befunde in der Test-Umgebung registriert. A1 und HealthNet stellten weitere Bildarchive zur Verfügung.

Die Test-Umgebung war dank der Zusammenarbeit vieler Mitglieder der IHE-AUSTRIA sehr realitätsnah. Firmen, die in der Testumgebung eine Anbindung herstellen konnten, wird dies daher sehr wahrscheinlich auch in der Produktivumgebung gelingen.

Insgesamt haben 5 Hersteller erfolgreich die Tests zum Abruf von Bilddaten in ELGA absolviert. 2 weitere Hersteller haben zwar teilgenommen, waren jedoch aufgrund reduzierter Ressourcen nicht erfolgreich.

Es wurden bei der Veranstaltung sowohl die bestehende (RAD-69) als auch die neue Lösung (DICOMweb) getestet.

Erkenntnisse

  • Ein gemeinsames Testevent ist sehr sinnvoll. Auf Expert*innen-Ebene arbeiten auch Konkurrenzfirmen gut zusammen und man unterstützt sich gegenseitig bei der technischen Anbindung. In den intensiven 3 Tagen der Veranstaltung gab es mehr Erfolge als manchmal in mehreren Monaten.
  • Der einrichtungs- und bereichsübergreifende Einsatz von DICOMweb in Österreich ist vorbildhaft für Europa. Technische Erkenntnisse sollen verstärkt ins Europäische Projekt zur Etablierung eines EHDS (European Health Data Space) mit standardisierten Datenaustausch-Formaten eingebracht werden.

Amtstermine per Mausklick buchen

Wiener*innen können Termine für zahlreiche Amtswege bequem von zu Hause aus buchen, verwalten und stornieren. Das von Wien Digital (MA 01) entwickelte Online-Tool für Terminbuchungen KALON ermöglicht die Buchung von Terminen für verschiedene städtische Dienstleistungen und medizinische Termine in den Kliniken der Stadt Wien.

Praktisch und flexibel

Durch die Integration in das Online-Portal Mein.Wien ist die Terminbuchung nur wenige Klicks entfernt – egal, ob es um einen neuen Pass, eine Ummeldung oder das Parkpickerl geht.

Bürger*innen können einzelne Termine oder ganze Terminblöcke für die Familie buchen und diese über iCal in ihren persönlichen Kalender integrieren. Eine Erinnerung an bevorstehende Termine durch E-Mail- oder SMS-Benachrichtigungen kann auch eingestellt werden.

Die Online-Terminbuchung ist nicht nur für Bürger*innen bequemer. Auch die Behörden, bei denen das Tool bereits im Einsatz ist, berichten von einer besseren Auslastung von Ressourcen und effizienterer Terminplanung.

Gut genutztes Service

Die Magistratischen Bezirksämter haben ihre Terminvergabe für das Pass-Service, Meldedienste und das Parkpickerl vollständig auf die Online-Terminbuchung umgestellt. Das Service wird von Bürger*innen sehr gut angenommen: Seit 1. Oktober 2024 ist die Online-Terminbuchung für das Meldeservice bei den Magistratischen Bezirksämtern möglich.

Bis Ende 2024 wurden 17.624 Termine gebucht. Im selben Zeitraum wurden 14.789 Termine betreffend Reisepass, Personalausweis und ID Austria online gebucht.

Services mit Online-Terminbuchung

Weitere Services, für die online Termine gebucht werden können:

Verbesserter Gesundheitsdaten-Austausch

Im Rahmen eines organisationsübergreifenden Proof of Concept (PoC) zum Gesundheitsdaten-Austausch im ELGA-Umfeld wurde der Einsatz des international anerkannten Standards FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) erfolgreich getestet. Ziel des Projekts ist es, eine effektive und sichere Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich zu ermöglichen.

Der Proof of Concept wurde von Wien Digital (MA 01) gemeinsam mit der ELGA GmbH, dem Bundesministerium für Gesundheit (BMSGPK), den IT-Services der Sozialversicherung (ITSV), der Sozialversicherungsanstalt (SVS) und den Steiermärkischen Krankenanstalten (KAGes) durchgeführt.

Anwendungsfälle und Erkenntnisse

Getestet wurde zum Beispiel der lesende und schreibende Zugriff auf Anwendungen wie e-Medikation und Laborbefunde mittels FHIR-Standard. Im Zentrum stand dabei ein vom Gesundheitsministerium entwickeltes „Enforcement API Gateway“, das als Datendrehscheibe und Sicherheitsgateway fungiert. Das Projekt hat gezeigt, dass agile Projekte über mehrere Institutionen des österreichischen Gesundheitswesens hinweg erfolgreich umgesetzt werden können.

Bedeutung und Ausblick

Die gewonnenen Erkenntnisse sind ein bedeutender Schritt hin zu einer verbesserten Interoperabilität (Datenaustausch, Informationsweitergabe) zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich. Auf Basis dieser Ergebnisse werden nun Empfehlungen für die Weiterentwicklung der ELGA-Architektur und der österreichischen Gesundheitstelematik-Infrastruktur erarbeitet, um eine noch bessere, agilere und dynamischere Vernetzung im österreichischen Gesundheitswesen zu ermöglichen.