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MINT in Wien: Früh fördern, gut begleiten

Wie können Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das erste Wiener MINT-Stakeholder-Forum am 10. März 2026 im Rathaus. Im Fokus stand, was junge Menschen von der frühen Bildung bis zum Beruf brauchen, damit das Interesse an MINT nicht verloren geht.

In Wien gibt es dafür bereits viele engagierte Akteur*innen aus den Bereichen Bildung, Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die beim Forum entstandene Wiener MINT-Karte zeigt, wie breit das Feld schon aufgestellt ist – von Angeboten für Kindergarten und Schule bis zu außerschulischen Initiativen, Netzwerken und Einrichtungen der Erwachsenenbildung.

Plakat mit bunten Feldern und gelben Post-its

Die Wiener MINT-Karte zeigt, wie vielfältig die Akteur*innen, Angebote und Themenfelder in Wien bereits sind.

Die Keynote von Hilda Tellioğlu, Professorin für Informatik an der TU Wien, machte deutlich: MINT-Förderung ist nicht nur ein Bildungsthema, sondern auch eine Frage von Chancen und Teilhabe. Daher ist es entscheidend, Kinder und Jugendliche über den gesamten Bildungsweg hinweg gut zu begleiten. Gerade bei Bildungswechseln können das Interesse verloren gehen oder Orientierung fehlen. Dies ist zum Beispiel beim Schulstart, beim Wechsel in eine neue Schulstufe oder später bei der Entscheidung für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Beruf der Fall. Solche Brüche wiegen auch deshalb schwer, weil MINT-Kompetenzen in Zukunft noch stärker gefragt sein werden. Laut der Keynote erfordern 70 Prozent der Berufe der Zukunft MINT-Kompetenzen. Zugleich waren im Jahr 2023 in Österreich rund 25.000 MINT-Stellen unbesetzt.

In den Workshops ging es deshalb vor allem darum, wie Wien vorhandene Angebote besser verbinden kann: durch stärkere MINT-Impulse im Kindergarten, bessere Berufsorientierung, eine engere Verknüpfung von schulischen und außerschulischen Angeboten sowie niederschwellige Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Auch passende Vorbilder und die Ansprache von Eltern, insbesondere von Müttern, wurden als wichtige Faktoren genannt. Ein besonderer Fokus lag darauf, Mädchen und junge Frauen gezielter für technische Bildungswege zu gewinnen.

Vernetzung und Begleitung verstärken

Das Forum hat gezeigt, dass Wien MINT nicht bei null aufbauen muss. Vieles ist bereits vorhanden. Entscheidend ist nun, bestehende Angebote besser zu vernetzen, Bildungswechsel bewusster zu begleiten und Kinder und Jugendliche über längere Zeit hinweg gut zu unterstützen.

Die Stadt Wien will diesen Austausch weiterführen und die Wiener MINT-Landschaft weiter stärken. Die MINT-Koordinationsstelle der MA 23 dient dabei als Anlaufstelle für MINT-Anliegen in Wien.

Weitere Informationen

Die MINT-Initiative der Stadt Wien

KI-Sprachmodelle verstehen

Workshop-Angebot im Rahmen der Wiener Frauenwoche

KI-Sprachmodelle (Large Language Models) sind im Alltag und in der Arbeitswelt angekommen. Sie unterstützen beim Schreiben, Zusammenfassen, Strukturieren von Informationen und bei der Ideenfindung.

Gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Wie funktionieren diese Modelle? Und wo liegen Grenzen und Risiken?

Im Rahmen der Wiener Frauenwoche 2026 wurde im Rahmen der DigitalCity.Wien ein KI-Workshop (Grundlagen mit klarem Praxisbezug) angeboten, an dem mehr als 40 Besucherinnen teilnahmen. Der interaktive Workshop bot einen praxisnahen Überblick, um KI-Sprachmodelle realistisch einordnen und kritisch nutzen zu können.

Viele Fragen, viel Austausch

Nach einem theoretischen Input folgte eine rege Diskussion. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum zeigten das große Interesse und die Praxisrelevanz des Themas KI.

Umsetzung

Der Workshop wurde von den Wiener Volkshochschulen durchgeführt. Initiiert und organisatorisch unterstützt wurde das Angebot durch die UIV Urban Innovation Vienna, die Koordinationsstelle der Digital City Wien.

Wien stärkt digitale Kinderrechte

Der Gemeinderat hat am 20. Jänner 2026 die „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ beschlossen.

Mehr Schutz, echte Teilhabe und faire Chancen: Mit der neuen Charta setzt Wien ein deutliches Zeichen – gemeinsam mit jungen Wiener*innen erarbeitet und als Baustein zur Umsetzung der Digitalen Agenda 2030.

Warum das Thema Kinder und Jugendliche besonders betrifft

Für junge Menschen ist der digitale Raum längst Lebensraum: Sie pflegen Freundschaften über Messenger, entdecken Trends auf Social Media, lernen mit Videos, zocken online – und beteiligen sich an Debatten. Diese Chancen sind groß: Kreativität, Vernetzung, Zugang zu Wissen und Mitbestimmung über digitale Kanäle.

Gleichzeitig erleben Kinder und Jugendliche im Netz spezifische Risiken und Belastungen, die oft mit starken Scham‑ und Schuldgefühlen verbunden sind: Cyber-Mobbing, Hate Speech, Online‑Erpressung, Identitätsdiebstahl oder Datenmissbrauch. Wer so etwas erlebt, weiß oft nicht, wohin mit Angst und Fragen.

Wien lässt auch online niemanden zurück: Die Cybercrime Helpline der Stadt Wien bietet eine niederschwellige Erstberatung – vertraulich, kostenlos, anonym – und vermittelt bei Bedarf an passende Fachstellen.

Gemeinsam erarbeitet: So waren junge Wiener*innen beteiligt

Die „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ ist gemeinsam mit jungen Wiener*innen entstanden – nicht über ihre Köpfe hinweg. Der Beteiligungsprozess umfasste mehrere Stationen:

Dieser Weg macht deutlich: Partizipation ist kein „nice to have“, sondern Grundlage – im Sinne der UN‑Kinderrechtskonvention und Wiens Selbstverständnis als Menschenrechtsstadt.

Was in der Charta steht

Die Charta bündelt Grundsätze und Handlungsaufträge für die Stadt Wien. Sie übersetzt bestehende Rechte in klare, alltagsnahe Leitlinien, damit diese von Verwaltung, Schulen, außerschulischen Angeboten und Partnerorganisationen konkret angewendet werden können. Im Kern geht es um:

  • Gleichbehandlung und Inklusion: digitale Angebote sind barrierefrei, diskriminierungsfrei und für alle Wiener*innen zugänglich – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Behinderung oder Sprache
  • Bildung und digitale Kompetenz: altersgerechte Medienbildung von Anfang an; Fortbildungen für Pädagog*innen; Stärkung von Urteilsfähigkeit und Resilienz
  • Sicherheit und Schutz: Prävention und Beratungsangebote bei Cybermobbing, (sexualisierter) Gewalt, Erpressung; Datenschutzhinweise, die junge Menschen wirklich verstehen
  • Recht auf verständliche Information: leicht verständliche Sprache und Kommunikation auf Augenhöhe; Informationen, die für junge Menschen wichtig sind, um sich entfalten zu können
  • Digitale Beteiligung: niederschwellige Mitbestimmungsformate – von Online‑Umfragen und Abstimmungen in klarer Sprache bis hin zu Jugendparlament und Beteiligungsplattform
  • Verantwortung von Plattformen und Wirtschaft: Kooperationen, Empfehlungen und Standards für die Verantwortung von Unternehmen gegenüber Kindern und Jugendlichen
  • Digitale Gesundheit: Zugang zu seriösen, jugendgerechten Gesundheitsinformationen und Beratungen – auch präventiv
  • Recht auf analoge Begegnung: Digitales ergänzt – ersetzt aber nicht – sichere, reale Räume und Beziehungen

Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche –  Volltext

Wie die Charta die Ziele der Digitalen Agenda 2030 bearbeitet

Die Digitale Agenda 2030 setzt den Rahmen für Wiens Weg als Digitalisierungshauptstadt – mit dem Menschen im Mittelpunkt. Ziel 13 formuliert:

Wien ist europäische Demokratiehauptstadt – das ist Ehre und Auftrag zugleich. Alle Wiener*innen sollen mit Hilfe von digitalen Werkzeugen die Stadt in verschiedenen Bereichen mitgestalten können. Speziell für Wiens Kinder und Jugendliche werden Partizipationsangebote wie Abstimmungen und Umfragen in verständlicher Sprache zugänglich gemacht.

Mit der Charta schafft Wien die Voraussetzungen, damit dieses Ziel für junge Menschen praktisch erlebbar wird:

  • Verständlichkeit: Rechte, Verfahren und Schutzmechanismen werden in klarer, altersgerechter Sprache verfügbar – Grundlage für informierte Mitbestimmung.
  • Sicherheit: Ohne sichere Rahmenbedingungen (Schutz vor Gewalt, Erpressung, Missbrauch) entsteht kein Vertrauen – die Charta verankert entsprechende Standards und Ansprechstellen.
  • Strukturelle Beteiligung: Partizipation wird vom Event zum Prozess – mit festen Anknüpfungen an die städtische Beteiligungsplattform und Formate wie Kinder‑ und Jugendparlament.

Mehr zur Strategie: Digitale Agenda 2030 – Digitales Wien

Und jetzt? Nächste Schritte in Wien

  • In die Praxis übersetzen: Die Charta wird in Verwaltung, Jugendarbeit und Services verankert.
  • Sprache und Zugänglichkeit: Ausarbeitungen in leicht verständlicher Sprache und für verschiedene Altersstufen; barrierefreie Aufbereitung
  • Beteiligung vertiefen: laufende Online‑Beteiligungen zu Umsetzungsschritten über die städtische Plattform – mit verständlichen Abstimmungs‑ und Umfrageformaten
  • Kooperationen stärken: enge Zusammenarbeit mit Safer‑Internet‑Akteur*innen, Bildungsorganisationen, Plattformbetreibern und zivilgesellschaftlichen Partner*innen
  • Monitoring und Lernen: Wirkung messen, Lücken schließen, Feedback von Kindern und Jugendlichen regelmäßig einholen – damit Schutz, Teilhabe und Chancengleichheit Schritt für Schritt besser werden

Die IT-Tag 2025

IT‑Berufe für Schüler*innen erlebbar machen

Expert*innen aus der IT-Branche besuchten am 9. Dezember 2025 im Rahmen des 2. Die IT-Tags Schulen in ganz Österreich. Sie gaben Schüler*innen konkrete Einblicke in berufliche Möglichkeiten und ihren Arbeitsalltag.

Ziel der Initiative von SheDigital ist es, insbesondere Mädchen und junge Frauen für IT‑Berufe zu gewinnen, Stereotype aufzubrechen und weibliche Vorbilder sichtbar zu machen. Heuer waren rund 260 IT-Expert*innen an 90 Schulen aktiv und gestalteten in mehr als 200 Workshops Angebote für die 3. und 4. Klassen von AHS und MS. Insgesamt nahmen über 4.000 Schüler*innen teil.

Die Formate reichten von persönlichen Berufsgeschichten über interaktive Übungen bis zu praxisnahen Demonstrationen. Die teilnehmenden Expert*innen sprachen mit den Schüler*innen über individuelle Werdegänge, Herausforderungen und Chancen in der IT‑Branche.

Eveline Kasik, Geschäftsbereichsleiterin bei Wien Digital (MA 01) gestaltete gemeinsam mit Franziska Führer (Dezernat Digitales der Magistratsdirektion), Gemeinderätin Marina Hanke und der MINT-Beauftragten der Stadt Wien Sabine Seidler eine Schulstunde am Christine-Nöstlinger-Campus im 2. Bezirk.

Die Expert*innen berichteten kurz über ihren persönlichen Weg in die IT und brachten den Schüler*innen typische Aufgabenfelder im Rahmen eines interaktiven Spiels näher. Vorgestellt wurden unter anderem Software-Entwicklung, Webdesign, Systemadministration, Projektmanagement und Netzwerktechnik.

Stimmen zum Tag

Eveline Kasik, Wien Digital (MA 01):

Ich möchte zeigen, wie kreativ, kollaborativ und sinnstiftend IT‑Jobs sein können. Viele Mädchen wissen gar nicht, dass ihre Talente genau hier gebraucht werden.

 

Sandra Heissenberger, Stellvertreterin des CIO der Stadt Wien und Schirmherrin von SheDigital:

Die IT bietet jungen Menschen Zukunft, Sicherheit und unzählige Entwicklungsmöglichkeiten. Genau das soll dieser Tag vermitteln.

 

Marina Hanke, SPÖ-Gemeinderätin:

Jedes Mädchen, das heute IT für sich entdeckt, kann morgen die digitale Welt von Grund auf verändern. Wir müssen ihnen dafür nur den Raum geben.

 

Sabine Seidler, Universitätsprofessorin an der TU Wien und MINT‑Beauftragte der Stadt Wien:

Der Die IT‑Tag räumt mit dem Klischee auf, dass IT‑Berufe nur für Nerds sind und zeigt Schülerinnen, wie eine von ihnen mitgestaltete, benutzerfreundliche, inklusive und innovative digitale Zukunft aussehen kann.

Wien Digital-Workshops für Schülerinnen

„Junge Frauenstimmen“ – HTL Wien West trifft Wien Digital

„Wie ist es als Frau in einem männerdominierten Beruf?“, „Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Arbeitsplatzes in Bezug auf KI?“, „Was würden Sie jungen Mädchen raten?“ Diese und viele andere Fragen stellten Schülerinnen der HTL Wien West, die sich für die Fachrichtung Informationstechnologie entschieden hatten, im Rahmen eines Workshops von 3 Mitarbeiterinnen von Wien Digital.

Die Fragen bezogen sich meist auf die schulische und berufliche Laufbahn sowie persönliche Entwicklung. Viele der Schülerinnen haben – ebenso wie die Mitarbeiter*innen von Wien Digital – Migrationshintergrund. Oft kommen bei den Mädchen hinsichtlich ihres gewählten Berufsweges Zweifel auf, sei es aufgrund traditioneller Geschlechtervorstellungen des Elternhauses, sei es wegen Unsicherheiten oder privater Verpflichtungen.

Workshop-Initiative des Integrationshauses

Der Workshop entstand auf Initiative des Integrationshauses, einem Kompetenzzentrum für die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen. Neben Wohnraum und Beratungsangeboten betreibt es auch einen vielfältigen Bildungsbereich, in dem unter anderem arbeitsmarktbezogene und kreative Projekte umgesetzt werden. Eines dieser Projekte ist der Podcast Frauenstimmen, in dem seit 2021 ehemalige Teilnehmerinnen der Deutschkurse ihre persönlichen Geschichten und Perspektiven teilen.

Heuer wurde das Projekt unter dem Titel „Junge Frauenstimmen“ gemeinsam mit Schülerinnen der HTL Wien West fortgesetzt. Dabei sollen Schülerinnen in Workshops mit Vorbildern in Kontakt kommen, die den Einstieg ins Berufsleben schon geschafft haben, oft einen ähnlichen Background haben und dementsprechend die Barrieren gut kennen. Im Rahmen der Workshop-Reihe wird auch eine Podcast-Folge erarbeitet mit dem Ziel, Meinungen und Ideen junger Frauen hörbar zu machen und ihnen eine Plattform zu bieten.

Förderung des Frauenanteils in der IT

Der Fokus der Workshops liegt auf „Vorbildern“: Indem die Teilnehmerinnen inspirierende Frauen aus der Berufswelt kennenlernen und ihnen Fragen stellen können, erhalten sie wertvolle Einblicke, Orientierung und Motivation für ihren eigenen Bildungs- und Berufsweg. Die Treffen helfen auch dabei, Unsicherheiten abzubauen, Selbstbewusstsein zu stärken und Bewältigungsstrategien für Hindernisse zu finden.

 Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital:

Eine wunderbare Initiative, die auch zur Erreichung des Ziels aus dem Regierungsübereinkommen beiträgt, den Frauenanteil in IT- und Digitalberufen zu erhöhen, bestehende Hürden abzubauen und Kinder und Jugendliche verstärkt für die Branche zu begeistern!

 

 

Digitale Rechte: Die Wiener Kindercharta

Digitale Rechte sichtbar machen – die Wiener Charta für Kinder und Jugendliche

Am 25. Juni fand im Wiener Rathaus die Vorstellung der „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ statt, veranstaltet durch die Kinder- und Jugendanwaltschaft und das Menschenrechtsbüro der Stadt Wien.

Die Wiener Charta für digitale Rechte ist ein wichtiger Schritt, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum sichtbar zu machen und langfristig abzusichern. Sie verbindet Schutz, Teilhabe und Chancengleichheit und setzt ein klares Zeichen, dass Wien digitale Rechte als Grundvoraussetzung für ein gerechtes Aufwachsen ernst nimmt.

Die Charta ist in einem breit angelegten Beteiligungsprozess entstanden. In Workshops, Gesprächen und Online-Formaten haben Kinder und Jugendliche ihre Sichtweisen eingebracht und die Inhalte aktiv mitgestaltet.

Veranstaltungssaal, Menschen

Vorstellung der „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“

Podiumsdiskussion

In einer Podiumsdiskussion waren Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, NGO und einem Jugendbeirat vertreten.

Mit dabei waren:

  • Marina Hanke (SPÖ)
  • Dolores Bakos (NEOS)
  • Klemens Himpele (Chief Information Officer der Stadt Wien)
  • Eva Czernohorszky (Wirtschaftsagentur Wien)
  • Barbara Buchegger (Safer Internet)
  • Esther Hofbäck (Jugendbeirat)

Diskutiert wurden insbesondere:

  • die digitale Chancengleichheit
  • die Verantwortung der Wirtschaft im Jugendschutz
  • die Bedeutung von digitalen Kompetenzen in der Bildung
  • konkrete Schutzmaßnahmen im digitalen Raum

Die Runde war sich einig: Digitale Rechte sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die Diskussion zeigte, dass die Wiener Charta nicht nur als Leitbild verstanden wird, sondern als praxisorientiertes Instrument, das Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft gleichermaßen einbindet.

Von Gleichbehandlung bis Gesundheit: 8 Stationen

Die Veranstaltung wurde von einem interaktiven Stationenbetrieb begleitet. Jede Station widmete sich einem zentralen Thema und lud zum Austausch ein:

  • Gleichbehandlung und Inklusion – Digitale Angebote sollen für alle zugänglich sein, ohne Barrieren und Ausgrenzung.
  • Bildung – Digitale Kompetenzen müssen von klein auf gestärkt werden, auch mit Fortbildungen für Pädagog*innen.
  • Sicherheit – Vom Umgang mit Hass im Netz bis zu Datenschutzfragen. Besonders im Fokus: die Aktion „Frag den Hacker“, wo Jugendliche erfuhren, wie Profis arbeiten.
  • Recht auf Information – Inhalte müssen so gestaltet sein, dass Kinder und Jugendliche sie verstehen können.
  • Digitale Beteiligung – Wie Jugendliche online mitbestimmen können, etwa über Kinder- und Jugendparlamente oder die Beteiligungsplattform der Stadt.
  • Verantwortung der Wirtschaft – Unternehmen müssen stärker eingebunden werden, wenn es um Kinder- und Jugendrechte im digitalen Raum geht.
  • Digitale Gesundheitsdienste – Plattformen wie feel-ok.at oder ready4life zeigen, wie Gesundheitsinformationen jugendgerecht vermittelt werden können.
  • Recht auf persönlichen Kontakt – Digitale Angebote sollen Begegnungen ergänzen, aber nicht ersetzen.

Weitere Informationen und Kontakt

Red Hat Innovation Award für Stadt Wien

Die Stadt Wien wurde für ihre innovative KI-Anwendung „WienKI“ mit dem „Red Hat Innovation Award 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die herausragende Erfolge mit Open-Source-Technologien erzielen. Wien Digital (MA 01), die IT-Abteilung der Stadt Wien, hat mit „WienKI“ einen Assistenten entwickelt, der 70.000 Mitarbeiter*innen der Stadt Wien seit 2023 im Arbeitsalltag zur Verfügung steht.

Künstliche Intelligenz für den Arbeitsalltag

Mit „WienKI“ hat die Stadt Wien eine modulare Plattform geschaffen, die Mitarbeiter*innen bei alltäglichen Fragen unterstützt. Die KI beantwortet Fragen schnell, kompetent und unermüdlich unter Berücksichtigung hoher Compliance- und Sicherheitsstandards. Die Anwendung nutzt eine ständig wachsende Wissensdatenbank, die auf der digitalen Dokumentation der Stadt basiert. Auf Fragen wie „Was muss ich bei Videokonferenzen beachten?“ oder „Wie lautet die Regelung zu Kennwörtern?“ und zu vielen Abläufen gibt „WienKI“ in Sekundenbruchteilen Auskunft. Die Plattform kann auch bei kreativen Aufgaben wie dem Schreiben von Texten, der Ideenfindung oder dem Erstellen von Grafiken unterstützen. Darüber hinaus ist sie für interaktive Lern- und Bildungszwecke geeignet, indem sie komplexe Konzepte erklärt und bei der Problemlösung hilft. Das beste daran ist, dass „WienKI“ in naher Zukunft auch Bürger*innen bei Anliegen wie der Beantragung des Parkpickerls zur Seite stehen wird.

„WienKI“ nutzt aktuelle Azure OpenAI-Modelle sowie Open-Source-Modelle wie Llama, Mistral und Google Gemma, um eine transparente Vergleichbarkeit der Modelle für konkrete Anwendungsfälle zu ermöglichen. „WienKI“ evaluiert eingebrachte Dateien in Wissensdatenbanken, generiert, prüft und verbessert Code in verschiedenen Programmiersprachen und liefert konkrete Antworten.

Seit 2 Jahren haben Mitarbeiter*innen der Stadt Wien die Möglichkeit, die KI-Plattform in einem geschützten Rahmen zu testen und aktiv mitzugestalten. Rund 1.000 engagierte Mitarbeiter*innen nehmen zudem regelmäßig an internen Informationsveranstaltungen teil, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz auszutauschen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Red Hat Innovation Award

Wien Digital betreibt die KI-Plattform auf Servern der Stadt Wien mit Red Hat OpenShift. Dabei handelt es sich um eine Anwendungsplattform, die die automatisierte Installation und Skalierung von Services ermöglicht. Zusätzlich wird Red Hat OpenShift AI eingesetzt, eine Plattform für maschinelles Lernen, die KI-Services auf hybriden Cloud-Systemen unterstützt. Die Stadt Wien setzt verstärkt auf Open-Source-Software, um möglichst hohe Interoperabilität und Vendor-Unabhängigkeit ihrer IT-Anwendungen zu gewährleisten.

Eine Jury aus internationalen Expert*innen bewertete die Einreichungen für den „Red Hat Innovation of the Year Award“ nach 5 Kriterien: Nutzen für das Unternehmen, digitale Transformation, Open-Source-Kultur, gesellschaftlicher Nutzen und Coolness-Faktor. „WienKI“ setzte sich bei der jährlichen Challenge gegen rund 150 internationale Projekte durch und wurde neben 3 weiteren Projekten ausgezeichnet.

In einem anschließenden Publikumsvoting wurde unter den 4 ausgezeichneten Unternehmen der „Innovator of the Year“ gewählt. Die Stadt Wien erreichte mit nur 400 Stimmen Abstand den 2. Platz hinter dem international tätigen Unternehmen Aramco.

Wien startet digitale Bildungsplattform

Die digitale Frühbildung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Thema in der Gesellschaft. Mit einem neuen Bildungsformat im Juni baut die Stadt Wien ihr Angebot für junge Wiener*innen weiter aus und setzt einen Schwerpunkt zu digitalen Themen für die nächste Generation.

Bei den DiDays NextGen von 13. bis 26. Juni 2025 lernen mehr als 400 Schüler*innen jeder Altersgruppe in unterschiedlichen Formaten und an zahlreichen Orten der Stadt die aktuellen technologischen Entwicklungen kennen, sie experimentieren mit neuen Tools und treten mit Expert*innen der Branche in den Dialog.

Umfangreiches Programm in ganz Wien

Innovationsstadträtin Ulli Sima:

Digitale Bildung ist ein Schlüssel für die Innovationskraft einer modernen Stadt. Kinder und Jugendliche sollen mit Neugier und Freude an die aktuellen Entwicklungen herangeführt werden, gleichzeitig darf das Aufzeigen von Chancen und Herausforderungen der neuen Technologien nicht zu kurz kommen. Mit den DiDays NextGen schaffen wir dafür eine ideale Plattform.

Auf der digitalen Bildung der Jüngsten liegt der Schwerpunkt am ersten Tag des neuen Bildungsformats. Die FH Technikum Wien veranstaltet am 13. Juni einen Workshop-Tag für Volksschulen. Die Stadt will aber auch von ihren jungen Bewohner*innen lernen. Beim Format „NextGen Minds“ treten Vertreter*innen der Politik und Verwaltung in den Austausch mit der nächsten Generation.

Bildungsstadträtin Bettina Emmerling:

Es ist ganz wichtig, dass wir zuhören und verstehen, wie Kinder und Jugendliche Technik in deren Alltag integrieren und nutzen. Gleichzeitig ist digitale Aus- und Weiterbildung entscheidend, um Desinformation und Fake News im Netz zu entlarven und damit demokratische Grundprinzipien zu erhalten.

Programm-Details

Alle Veranstaltungen beginnen um 9 Uhr.

Weitere Programm-Details: DiDays NextGen

Besonderer Fokus auf Förderung von Mädchen

Da bei den DiDays NextGen besonderer Wert auf einen gendersensiblen Zugang gelegt wird, setzt das neue Bildungsformat mit dem „NextGen Girls“ an 3 Tagen gezielt einen Mädchen-Schwerpunkt. Die Teilnehmerinnen sollen im Rahmen von Workshops und eines Hackathon altersgerecht und intuitiv an digitale und technische Themen herangeführt werden. Ein Fokus liegt auf den vielseitigen Ausbildungswegen und Berufsmöglichkeiten in der IT-Branche.

Frauenstadträtin Kathrin Gaál:

Wien ist die Stadt der Mädchen und Frauen. Berufliche Wege dürfen dabei nicht durch Vorurteile verbaut werden. Als Stadt müssen wir alle Möglichkeiten aufzeigen und dazu animieren, selbstbestimmt die sich bietenden Chancen wahrzunehmen. Gerade in den technikorientierten Berufsfeldern sind Mädchen weiterhin stark unterrepräsentiert. Das müssen wir ändern! Schwerpunkte wie das „NextGen Girls“ zeigen Mädchen und jungen Frauen, dass ihnen die Türen in der Technik- und IT-Branche offen stehen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Präsentation der „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ am 25. Juni. Sie ist eine von 193 Maßnahmen der Wiener Kinder- und Jugendstrategie, die in den vergangenen Monaten durch das Menschenrechtsbüro der Stadt Wien und der Kinder- und Jugendanwaltschaft gemeinsam mit jungen Menschen umgesetzt wurde. Die Charta hat das Ziel, zentrale Grundsätze für die Stadt Wien zum Schutz und zur Förderung von Rechten von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum zu bündeln.

Weltraumfestival am Karlsplatz bildet den Abschluss

Abgerundet wird die Bildungsinitiative von 24. bis 26. Juni mit dem „Space in the City“-Festival am Karlsplatz. 3 Tage lang verwandelt sich dabei die Wiener Innenstadt bei einem Weltraumfestival in eine interaktive Erlebniswelt im Zeichen der Erdbeobachtung. All das bei freiem Eintritt. Für Schulklassen werden jeweils vormittags Workshops angeboten, in denen ihnen die Faszination des Weltraums nähergebracht wird.

Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien:

Die DigitalCity.Wien fördert seit mehr als 10 Jahren den Austausch der Digitalwirtschaft innerhalb der Stadt. Umso mehr freut es mich, dass wir mit unseren Partner*innen nun ein Angebot speziell für die junge Generation konzipiert haben, um den Digitalstandort Wien langfristig zu stärken“.

Konzept und Organisation

Die DiDays NextGen sind als mehrwöchiges Bildungsformat eine Erweiterung der Digital Days. Das Jahresevent der DigitalCity.Wien findet 2025 von 13. bis 16. Oktober statt.

Konzipiert und organisiert werden die DiDays NextGen von UIV Urban Innovation Vienna GmbH, einem Unternehmen der Wien Holding, im Auftrag der Stadt Wien.

Abstimmen für KI-Plattform „WienKI“

Wien im Finale des Red Hat Innovation Awards

Update vom 22. Mai 2025: Wien wurde als Gewinner der Red Hat Innovation Awards ausgezeichnet. Vielen Dank an alle, die für uns abgestimmt haben!

Wien setzt erneut ein digitales Ausrufezeichen: Die KI‑Plattform „WienKI“ hat sich unter rund 150 internationalen Einreichungen für das Finale des prestigeträchtigen „Red Hat Innovation of the Year Awards 2025“ qualifiziert.

Die auf Open‑Source‑Technologie basierende Lösung läuft auf Red Hat OpenShift und kombiniert aktuelle Azure OpenAI‑Modelle mit Open‑Source‑Alternativen wie Llama, Mistral und Gemma. So beantwortet WienKI bereits heute Passworthygiene‑Fragen, Videokonferenz‑Regeln oder kreative Textaufgaben für Mitarbeitende in Sekunden. WienKI ist auch die Basis, um später KI in Bürgerprozesse, wie zum Beispiel die Parkpickerl-Beantragung, einbauen zu können.

Premiere für den „die IT-Tag“

Beim ersten „die IT-Tag“ am 9. Dezember 2024 besuchten IT-Expertinnen Schulen in ganz Österreich und gaben Schüler*innen einen Einblick, wie vielfältig und kreativ Jobs in der IT-Branche sind.

4.200 Schüler*innen lernten am „die IT-Tag“ erfolgreiche Frauen aus der IT-Branche kennen und informierten sich zwanglos über Karrieremöglichkeiten. Der Verein SheDigital hat diesen Tag initiiert und will damit vor allem Mädchen für IT begeistern und mit Stereotypen aufräumen.

In ganz Österreich besuchten über 240 IT-Expertinnen 82 Schulen und tauschten sich direkt mit Schüler*innen der 3. und 4. Klassen von AHS und MS aus.

Auch IT-Expertinnen von Wien Digital (MA 01) waren an mehreren Schulen in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten zu Gast. In spannenden Vorträgen und interaktiven Diskussionen teilten sie ihre persönlichen Geschichten, sprachen über Herausforderungen und Chancen in der IT-Branche und gaben Einblicke in ihren Arbeitsalltag.

Berufe kennenlernen und Vorurteile abbauen

Eveline Kasik, Geschäftsbereichsleiterin bei Wien Digital, besuchte gemeinsam mit Lena Hasieber, Lehrling im Bereich Applikationsentwicklung bei Wien Digital und Sandra Heissenberger, Stellvertreterin des CIO (Chief Information Officer) der Stadt Wien und Schirmherrin von SheDigital, eine Mittelschule im 22. Bezirk. Was machen IT-Architekt*innen, Anforderungsmanager*innen und Sicherheitsspezialist*innen? Beim „Berufe-Raten“ wurden viele Fragen beantwortet und Mythen über IT-Berufe aufgeklärt.

3 Frauen stehen vor einer Schule

V.l.n.r.: Eveline Kasik, Lena Hasieber und Sandra Heissenberger

Sandra Heissenberger:

Ich möchte insbesondere Mädchen ermutigen, in eine zukunftsträchtige und spannende Branche, die viele berufliche Möglichkeiten bietet, einzusteigen.

Eveline Kasik von Wien Digital ergänzt:

Ich möchte darüber informieren, wie vielfältig, kreativ und kommunikativ Jobs in der IT sein können.

Begeisterung für IT näherbringen

Wie kreativ IT-Jobs sein können, zeigte Lena Hasieber den Mädchen direkt vor Ort: Sie stellte das Computerspiel „Wie’n Flitzer“ vor, das Lehrlinge von Wien Digital selbst entwickelt und programmiert haben. Einige Mädchen probierten das Spiel, bei dem man mit einer Drohne durch die Straßen Wiens fliegt, direkt aus und erreichten Top Scores.

Eine Frau zeigt einer Schülerin etwas auf einem Bildschirm.

Lena Hasieber zeigt einer Schülerin das Spiel „Wie’n Flitzer“.

Lena Hasieber:

Ich finde die Initiative super und freue mich, dass ich den Mädchen meine Begeisterung für IT näherbringen konnte. Vielleicht ist ja die ein oder andere zukünftige Kollegin darunter.