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Digitaler Beilagenstempel

Ein Meilenstein für die digitale Verwaltung in Wien

Die Stadt Wien setzt mit dem Projekt „Digitaler Stempel (DISEL)“ einen neuen Standard in der digitalen Verwaltung. Was bisher nur für Papierbeilagen möglich war, wird nun vollständig digital: Der rechtsgültige digitale Beilagenstempel ist da.

Warum ist das wichtig?

  • Führende Version jetzt auch digital: Der digitale Stempel ersetzt den bisherigen Papierprozess und ermöglicht eine durchgängige elektronische Bearbeitung.
  • Effizienz und Nachhaltigkeit: Jährlich werden zehntausende Beilagen digital signiert, das spart enorme Mengen Papier und schont Ressourcen.
  • Rechtsgültigkeit und Sicherheit: Der digitale Stempel erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und garantiert die Integrität der Dokumente.

Bedeutung für Bürger*innen und Verwaltung

Mit DISEL können Dokumente ohne Medienbruch elektronisch erstellt, signiert und archiviert werden. Bürger*innen müssen nicht mehr persönlich erscheinen, um Beilagen zu beglaubigen. Das spart Zeit und macht die Verwaltung zugänglicher und inklusiver.

Zertifizierung Rechenzentrum

Informationssicherheit und Resilienz

Mit der Zertifizierung des 2. Rechenzentrum-Standorts der Stadt Wien hat Wien Digital (MA 01) einen wesentlichen Meilenstein erreicht. Die Zertifizierung nach der international anerkannten EN 50600-Norm bedeutet einen wichtigen Schritt in Richtung Informationssicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen.

Die EN 50600-Norm definiert klare Anforderungen an die Planung, den Bau und den Betrieb von Rechenzentren – mit einem besonderen Fokus auf Verfügbarkeit, physische Sicherheit und Energieeffizienz. Das zertifizierte Rechenzentrum erreicht die Verfügbarkeitsklasse 3. Das bedeutet, dass eine hochverfügbare Infrastruktur vorhanden ist, die gegen verschiedene Störfaktoren abgesichert ist.

Diese hohe Verfügbarkeit ist für Unternehmen und öffentliche Institutionen unverzichtbar. Insbesondere im Kontext der Business Continuity und des Datenschutzes ist dies ein entscheidender Faktor.

Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Wien Digital verfolgt den Anspruch, höchste Betriebssicherheit mit Energieeffizienz zu vereinen. Auf einer Fläche von 3.059 Quadratmetern beherbergt das Rechenzentrum nicht nur leistungsstarke Server, sondern auch modernste Klima- und Lüftungssysteme, Netzersatzanlagen, USV-Anlagen, Brandmelde- und Löschanlagen sowie eine Kältezentrale.

Das ausgeklügelte Kühlsystem bestehend aus Kältemaschinen, Umluftkühlern in den Rechner-Räumen sowie Rückkühlern sorgt für eine effiziente Kälteerzeugung. Ein Teil der Abwärme des Rechenzentrums wird nicht nur an die Umwelt abgegeben, sondern über Wärmetauscher und Wärmepumpen dem Gebäude zur Verfügung gestellt.

In der kalten Jahreszeit erfolgt die Rückkühlung über Freecooling: Die natürliche Außentemperatur wird genutzt, um das Kühlmedium ohne oder mit minimalem Einsatz von Kältemaschinen zu kühlen. In den Server-Räumen wird mithilfe der Kaltgang-Einhausung die gekühlte Luft gezielt zu den IT-Komponenten geleitet, um die Effizienz der Kühlung noch weiter zu erhöhen. Dies reduziert den ökologischen Fußabdruck erheblich.

Für die Zukunft gerüstet

Mit der Zertifizierung positioniert sich Wien Digital auch für die zukünftigen Anforderungen der NIS2-Richtlinie und gewährleistet höchste Standards in der Cybersicherheit und Resilienz der kritischen Infrastruktur.

Rechenzentrum erhält Umweltzeichen

Das Rechenzentrum der Stadt Wien im 22. Bezirk wurde als erstes Rechenzentrum in Österreich mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Das Zertifikat bestätigt die Bemühungen der Stadt Wien, Technologie und Nachhaltigkeit zu verbinden und zeigt, dass umweltfreundliche Lösungen in der IT-Branche möglich sind.

Innovative Ansätze zur Energie-Einsparung

Im Rechenzentrum der Stadt Wien wurde ein umfassendes Energiemonitoring-System implementiert, das den Energieverbrauch systematisch überwacht. Ein zentrales Anliegen ist die Reduzierung des hohen Stromverbrauchs, der durch den intensiven Kühlungsbedarf von Rechenzentren entsteht.

Wien setzt dabei auf innovative Kühlsysteme, die Außenluft und lokales Grundwasser nutzen, um die Rechnerräume und sogar angrenzende Bürogebäude zu klimatisieren. In manchen Monaten kann dadurch vollständig auf Kälteaggregate verzichtet werden, was zu erheblichen Stromersparnissen führt. Durch kontinuierliches Monitoring werden wichtige Effizienz-Kennzahlen erfasst, um Fortschritte zu überprüfen und weitere gezielte Energiesparmaßnahmen zu entwickeln. Gleichzeitig wird der steigende Bedarf an IT-Services in Wien gedeckt.

Vorreiterin in der Branche

Schon im Jahr 2020 verbrauchten Rechenzentren in Österreich 1,2 Terawattstunden (TWh) Strom – genug, um 400.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Künstliche Intelligenz verstärkt den Verbrauch der Rechenleistung und stellt als Energiefresser eine besondere Herausforderung in der Energiewende dar. Die Stadt Wien möchte in der Branche ein gutes Vorbild sein und nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern aktiv zur nachhaltigen Digitalisierung beitragen.

Das Rechenzentrum der Stadt Wien in Wien Donaustadt ist ein Unternehmen der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH und wird von Wien Digital (MA 01), der IT-Abteilung der Stadt Wien, genutzt. Dort wird das Data-Center auf dem neuesten Stand der Technik mit höchster Leistung und Sicherheit betrieben, um den Bürger*innen der Stadt Wien verlässlich IT-Services zur Verfügung zu stellen. Bei der Inbetriebnahme im Jahr 2013 wurde das Rechenzentrum als erstes Rechenzentrum in Europa vom Eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft mit der Bestnote für Betriebssicherheit und Energieeffizienz, dem „grünen Stern“, ausgezeichnet.

Die Zertifizierung für Rechenzentren mit dem Österreichischen Umweltzeichen (UZ 80-Zertifizierung) ist seit Ende 2024 möglich. Damit wird auf den zunehmenden ökologischen Fußabdruck der Branche reagiert. Ausgezeichnet werden Rechenzentren und IT-Betreiber, deren technische Gebäudeausrüstung besonders energieeffizient und ressourcenschonend betrieben wird und die unter anderem eine langfristige Strategie zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz umsetzen.

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