Scan-Cars für Parkraumüberwachung

Hightech-Fahrzeuge sollen künftig bei der Kontrolle der Parkbestimmungen unterstützen und vor allem in weitläufigen Randbezirken zum Einsatz kommen. Das Begutachtungsverfahren wurde nun gestartet.

Parkraumüberwachung wird weiter digitalisiert und noch effektiver

Die Kontrolle der wienweiten Parkraumbewirtschaftung soll künftig durch sensorgesteuerte Fahrzeuge unterstützt werden. Für die Mitarbeiter*innen der Parkraumüberwachung (MA 67) soll dadurch die Arbeit erleichtert werden. Diese legen bereits heute im Schnitt rund 15 Kilometer pro Tag zu Fuß zurück und sind teilweise auch mit E-Bikes unterwegs. Ab Ende 2026 sollen vor allem in den großen Flächenbezirken auch sogenannte Scan-Cars zur Verfügung stehen.

Um die Überwachung der Einhaltung der Kurzparkzonen-Regelung im Wiener Stadtgebiet zu erleichtern, soll der nächste Schritt in der Erfolgsgeschichte der Wiener Parkraumüberwachung gesetzt werden. Die Digitalisierungshauptstadt Wien plant zur effizienteren Aufsicht der flächendeckenden Kurzparkzone in einem ersten Schritt den Einsatz von hochtechnologisierten Fahrzeugen, die automatisiert kontrollieren können. Eine Personalreduktion ist damit nicht verbunden. Die Fahrzeuge dienen nur zur Entlastung der Mitarbeiter*innen in den weitläufigen Randbezirken. Solche Scan-Cars sind in vielen Städten wie etwa in Amsterdam, Paris oder Prag bereits seit längerem erfolgreich im Einsatz.

Begutachtungsprozess startet

Noch in dieser Woche startet der Begutachtungsprozess für die Novellierung des Parkometergesetzes, das Grundlage für die geplanten Neuregelungen ist. Auf dessen Basis erfolgt in einem nächsten Schritt per Ausschreibung die Suche nach einem geeigneten Anbieter. Auf Wiens Straßen werden die Scan-Cars ab 2026 im Rahmen von umfangreichen Tests zu sehen sein.

Sensoren auf dem Dach scannen Kennzeichen

Der geplante Ablauf der Parkraumüberwachung mit Fahrzeugen ist identisch mit den Kontrollen der Parkraumüberwachungsorgane zu Fuß. Die Kennzeichen werden mittels optischer Zeichenerkennung (OCR – Optical Character Recognition) gescannt. Die Sensoren dafür befinden sich auf dem Dach des jeweiligen Kontrollfahrzeugs. Der Kennzeichentext wird in ein maschinenlesbares Textformat umgewandelt und mit der verknüpften Datenbank abgeglichen. Eine weitergehende Speicherung der Daten im Hintergrund findet wie beim bestehenden System nicht statt. Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist somit gewährleistet.

Verstöße werden manuell geprüft

Jeder digital festgestellte, potenzielle Verstoß wird von den Organen der Parkraumüberwachung vor Ort gesondert endüberprüft. Erst nach Überprüfung durch eine*n Mitarbeiter*in, ob tatsächlich ein Vergehen besteht, wird eine Beanstandung durchgeführt. Die deutlich sichtbaren Sensoren der Kamerafahrzeuge sensibilisieren die Verkehrsteilnehmer*innen zusätzlich auf die Abgaben-Entrichtung und wirken somit auch präventiv. Ein positiver Nebeneffekt, der mehr Fairness bei der Nutzung der Parkplätze in der 2-Millionen-Stadt bringt.

Flächendeckendes Parkpickerl: Eine Erfolgsgeschichte

Die Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung im März 2022 war ein Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. Der Auto-Pendlerverkehr konnte reduziert und neue Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil der Fahrzeuge ohne Wiener Kennzeichen sank um bis zu 89 Prozent. Die Stellplatz-Auslastung ging stellenweise um bis zu 68 Prozent zurück. Die freigewordenen Flächen nutzt die Stadt Wien, um neue Radwege und Grünflächen zu schaffen. Prominentes Beispiel ist die große Radwegoffensive in der Donaustadt, in Floridsdorf und auch in Liesing, wo derzeit überall attraktive Radverbindungen entstehen. In Hietzing wiederum wird aktuell die Altgasse attraktiviert und begrünt und in Floridsdorf wurde die Schleifgasse begrünt – von den freiwerdenden Flächen profitieren alle Wiener*innen.

Satellitentechnologie für Stadtentwicklung

Das Projekt RAVEN im Fokus

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt „RAVEN – Radarsatellitenbasierte Veränderungserkennung bei Bauwerken“ evaluiert RADAR-Daten von Erdbeobachtungssatelliten zur präzisen Überwachung städtischer Infrastruktur. Auswertungen dieser Daten könnten die Stadtvermessung der Stadt Wien (MA 41) in Zukunft bei der Überwachung von Großbauprojekten unterstützen und Informationen über Gebäudebewegungen in größeren Gebieten liefern.

Die Stadt genau im Blick: Die Wiener Stadtvermessung

Die Stadtvermessung Wien (MA 41) bearbeitet Themen mit Raum- und Geo-Bezug und unterstützt die Stadt Wien bei ihren vielfältigen Fragestellungen mit innovativen Vermessungsmethoden, Geoanalysen, Geodaten und Geoinformation. Eine wichtige Aufgabe ist die gezielte Durchführung von Setzungs- und Kontrollmessungen bei städtischen Bauprojekten. Regelmäßige manuelle Messungen sowie automatische Mess-Einrichtungen führen zu Mess-Serien, aus denen Bauwerks-Bewegungen aufgedeckt werden können. Dadurch können Gefährdungen rechtzeitig erkannt werden.

So werden zum Beispiel beim U-Bahn-Bau in Wien entlang der neuen Linie U2xU5 viele Gebäude im Bereich der neuen Trassen laufend überprüft, indem signifikante Bereiche der Gebäude mit Messpunkten beobachtet werden. In Summe wird es im Zeitraum des Baubetriebes entlang dem Linienkreuz U2xU5 circa 9.000 Messpunkte geben, die in einer Zeitserie die Bewegungen des beobachteten Bereiches sehr genau dokumentieren und von Bau-Expert*innen zur Einschätzung von möglichen Gefahren herangezogen werden. Dadurch wird ein großes Maß an Sicherheit für alle Bewohner*innen erreicht.

Das Copernicus-Programm der EU und weitere Missionen

Zukünftig könnten Daten von Erdbeobachtungssatelliten – im speziellen RADAR-Satelliten – die punktuellen Messungen der Stadtvermessung auf der Erde unterstützen. Eine Möglichkeit sind Daten des Satelliten Sentinel-1 aus dem europäischen Weltraumprogramm Copernicus, der innerhalb von 12 Tagen jeden Punkt auf der Erdoberfläche abdeckt. Sentinel-1 erfasst unabhängig von Sonneneinstrahlung und Wolkenbedeckung lückenlos Daten über die Land- und Wasseroberflächen der Erde. Das funktioniert, weil der Satellit im Gegensatz zu optischen Sensoren (die mit Sonnenlicht auskommen müssen) mit aktiv ausgesendeten Signalen arbeitet, die die Erdoberfläche abtasten. Der 2,3 Tonnen schwere Satellit umrundet die Erde in einer Höhe von 693 Kilometern und tastet die Erdoberfläche streifenweise ab. Der Sensor kann ein Gebiet von bis zu 400 Kilometern Breite auf einmal überblicken. Ein Pixel des Sensors von Sentinel-1 deckt auf der Erdoberfläche circa eine Fläche von 5×20 Metern ab. (Quelle: ESA)

Neben den frei verfügbaren Daten der ESA gibt es weitere kostenpflichtige Missionen, die noch höher aufgelöste Daten liefern können. Dazu gehört zum Beispiel der deutsche Erdbeobachtungssatellit TerraSAR-X. TerraSAR-X fliegt in einem niedrigeren Orbit in 514 Kilometern Höhe, kann innerhalb von 11 Tagen jeden Punkt auf der Erdoberfläche erfassen und deckt mit einem Pixel des Sensors circa 3×3 Meter auf der Erdoberfläche ab.

Auswertungen und angestrebte Erkenntnisse

Auf Basis von Daten-Zeitreihen solcher RADAR-Satelliten können mittels Interferometrie Bewegungsmuster von klar identifizierbaren Reflektoren der Erdoberfläche identifiziert werden. Im Fall des Projekts RAVEN sind die Reflektoren Gebäudeteile, die vom Satelliten mit RADAR-Signalen abgetastet werden. Aus den Bewegungsmustern können dann Gebäudebewegungen interpretiert werden. Die Hypothese des Projektes RAVEN ist folgende: Basierend auf den Zeitreihen des Satelliten und den daraus abgeleiteten Bewegungsmustern können Bewegungen von Gebäuden im Subzentimeter-Bereich aufgedeckt werden. Da der Satellit die Erdoberfläche flächig abtastet, stehen flächendeckende Informationen über Bewegungen zur Verfügung, die am Boden erfasste Setzungs- und Kontrollmessungen ergänzen (größere Zeitserien, größerer Abdeckungsbereich, Hinweis-System).

Wissenschaftlich fundierte Werkzeuge und High-Tech-Vermessung

Die Satellitendaten werden von der Salzburger Firma Augmenterra, die spezialisierte Methoden und Expertise im Bereich der Radar-Interferometrie einbringt, mit einem speziellen Algorithmus verarbeitet. Als Endprodukt liegen für Baukörper Zeitserien über Bewegungen vor, die aus den Satellitendaten abgeleitet wurden.

Parallel zu den Aktivitäten im Satelliten-Bereich werden durch die Stadtvermessung seit Projektbeginn im Mai 2024 hochpräzise geodätische Messungen entlang der U2xU5-Baustellen durchgeführt, um Referenzdaten der Gebäudebewegungen als verlässliche Vergleichsquelle zu sammeln. Die Messungen erfolgen mittels Präzisionsnivellement im Submillimeter-Bereich.

Auf diese Weise werden vertikale Bewegungen bei Bauwerken im Umkreis der U5-Bautätigkeiten auf allen Ebenen – aus dem All und vor Ort – erfasst.

Die Ergebnisse der Satelliten-Auswertungen werden anschließend mit den präzisen Messungen der Stadtvermessung abgeglichen. Wissenschaftler*innen des Fachbereichs Geoinformatik der Paris Lodron Universität Salzburg evaluieren die Qualität der berechneten Satelliten-Auswertungen mit den Referenzdaten, um eine zuverlässige Aussage über die Eignung der Daten für städtische Aufgaben zu erhalten.

Innovative Partnerschaften für präzise Überwachung

Koordiniert wird das innovative Projekt vom Vienna Geospace Hub, der von der UIV Urban Innovation Vienna GmbH betrieben wird. Die UIV ist die Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien. Das Unternehmen unterstützt Städte im Generellen und die Stadt Wien im Speziellen bei der Beantwortung der drängendsten urbanen Zukunftsfragen und begleitet Metropolen auf ihrem Weg zur klimagerechten und innovativen Stadt. Als Schnittstelle zwischen Technologie und Stadtverwaltung entwickelt das ebenfalls von der FFG geförderte Innovationslabor der Stadt Wien Anwendungen von Satelliten- und Geodaten für die städtische Verwaltung und trägt maßgeblich dazu bei, Wien an der Spitze urbaner Innovationen zu positionieren.

Mehr als nur Daten: Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit

Das Projekt RAVEN ist ein Vorzeigeprojekt für die Bemühungen Wiens, mit Hilfe modernster Technologien eine sichere und widerstandsfähige urbane Umgebung zu schaffen. Es zeigt, wie durch die Kombination verschiedener technologischer Ansätze eine nachhaltige und anpassungsfähige Stadt(planung) erreicht werden kann. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung bleibt Wien an der Spitze der urbanen Innovation und setzt neue Standards für den Einsatz von Satellitendaten.


Weiterführende Informationen

Verbesserter Gesundheitsdaten-Austausch

Im Rahmen eines organisationsübergreifenden Proof of Concept (PoC) zum Gesundheitsdaten-Austausch im ELGA-Umfeld wurde der Einsatz des international anerkannten Standards FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) erfolgreich getestet. Ziel des Projekts ist es, eine effektive und sichere Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich zu ermöglichen.

Der Proof of Concept wurde von Wien Digital (MA 01) gemeinsam mit der ELGA GmbH, dem Bundesministerium für Gesundheit (BMSGPK), den IT-Services der Sozialversicherung (ITSV), der Sozialversicherungsanstalt (SVS) und den Steiermärkischen Krankenanstalten (KAGes) durchgeführt.

Anwendungsfälle und Erkenntnisse

Getestet wurde zum Beispiel der lesende und schreibende Zugriff auf Anwendungen wie e-Medikation und Laborbefunde mittels FHIR-Standard. Im Zentrum stand dabei ein vom Gesundheitsministerium entwickeltes „Enforcement API Gateway“, das als Datendrehscheibe und Sicherheitsgateway fungiert. Das Projekt hat gezeigt, dass agile Projekte über mehrere Institutionen des österreichischen Gesundheitswesens hinweg erfolgreich umgesetzt werden können.

Bedeutung und Ausblick

Die gewonnenen Erkenntnisse sind ein bedeutender Schritt hin zu einer verbesserten Interoperabilität (Datenaustausch, Informationsweitergabe) zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich. Auf Basis dieser Ergebnisse werden nun Empfehlungen für die Weiterentwicklung der ELGA-Architektur und der österreichischen Gesundheitstelematik-Infrastruktur erarbeitet, um eine noch bessere, agilere und dynamischere Vernetzung im österreichischen Gesundheitswesen zu ermöglichen.

15. govcamp vienna: Barrieren überwinden

Unter dem Motto „Die Welt im Wandel – Gemeinsam Barrieren überwinden“ veranstalten die Stadt Wien, das Bundesrechenzentrum, die Universität für Weiterbildung Krems und der Chaos Computer Club Wien (C3W) am 29. November 2024 das 15. govcamp vienna.

Veranstaltungsdetails

  • Datum: 29. November 2024, von 9 bis 15 Uhr
  • Ort: Wien Akademie, 2., Rotensterngasse 9-11
  • Programm
    • 9 Uhr: Gemeinsamer Start und Themenauswahl
    • 10 bis 11.45 Uhr: Erste Diskussionsrunden. Die Sessions zu den Themen mit dem größten Interesse finden in mehreren Terminen (10, 11 und 13 Uhr) in kleinen Gruppen statt. Jede Session dauert 45 Minuten, danach wechseln die Gruppen zu den nächsten Themen.
    • 11.45 bis 13 Uhr: Mittagspause mit bereitgestelltem Imbiss
    • 13 bis 14 Uhr: Weitere Diskussionsrunden
    • 14 bis 15 Uhr: Zusammenfassung und Abschluss im Festsaal
  • Eine Anmeldung ist notwendig.

Das govcamp vienna bietet einen offenen Rahmen für alle, die sich mit der Zukunft unserer Gesellschaft auseinandersetzen wollen – ob aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder der Zivilgesellschaft. Im Barcamp-Format entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam Ansätze zur Bewältigung aktueller Herausforderungen durch technologischen Fortschritt und demografischen Wandel.

Die Kernfragen

  • Wie gestalten wir die Zukunft inklusiv und barrierefrei?
  • Wie verhindern wir eine Technik-Dystopie und fördern eine digitale, menschenfreundliche Gesellschaft?

Gemeinsam arbeiten die Teilnehmenden an Ansätzen, wie die Zukunft nachhaltig und inklusiv gestaltet werden kann.

Was ist ein Barcamp?

Das govcamp vienna 2024 folgt dem Prinzip einer „Unkonferenz“: Es gibt keine feste Agenda. Die Themen und Sessions werden von den Teilnehmenden selbst am Veranstaltungstag festgelegt. Jede*r kann im Vorfeld oder vor Ort eigene Themenvorschläge einbringen, die dann gemeinsam ausgewählt und diskutiert werden.


Weiterführende Informationen

govcamp vienna 2024

Uni-Hackathon „Rethinking Mobility“

Über 70 Studierende und Expert*innen der Stadt haben an der Kick-off-Woche des Uni-Hackathon „Rethinking Mobility“ im Klima- und Innovationsforum der Stadt Wien teilgenommen. Ziel ist es, Wien durch die optimale Nutzung neuer Technologien näher an die „Smart City Ziele 2050“ zu bringen – so wie es in der Digitalen Agenda 2030 festgelegt ist. Die Mobilität der Zukunft ist dabei eines von vielen wichtigen Themen.

Innovative Konzepte entwickeln

Als Auftraggeber für die Studierenden agierten die MA 46 – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten, die MA 65 – Rechtliche Verkehrsangelegenheiten und die Wiener Lokalbahnen. In intensiven Arbeitsphasen mit den Projekt-Partnern standen Themen wie Paperless Parking, die Verbesserung der Parkplatzsuche, Curbside Management und neue Verkehrspartnerschaften im Mittelpunkt. Auch Sharing Mobility und die effizientere Nutzung von Paketstationen zur Reduzierung von Hauszustellungen wurden diskutiert.

Durch den internationalen Austausch will die Stadt Wien ihre Innovationskraft stärken und durch die Zusammenarbeit mit der „nächsten Generation“ neue Blickwinkel erlangen. Nach einer produktiven Woche, in der auch eine Rathausführung auf dem Programm stand, reisen die Studierenden nun in ihre Heimatstädte zurück, um die entwickelten Konzepte weiter zu verfeinern.

Zukunftsthema OpenX

OpenX ist der Überbegriff von OpenData, OpenStandards und OpenSource. In diesen Bereichen hat die Stadt Wien bereits langjährige Erfahrung und pflegt nationale und internationale Kooperationen.

Grafik, Zeitachse

Seit 2011 stellt die Stadt Wien Daten für die Öffentlichkeit zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung und seit 2012 werden die Metadaten auf der österreichweiten Plattform https://www.data.gv.at/ publiziert. Die Wiener Datensätze sind unter https://data.wien.gv.at aufrufbar.

Open Government Data

Strategie

Die Data Excellence Strategie 1.0 „Open by Default“ wurde 2023 zur Data Excellence Strategie 2.0 „Open by Design“ weiterentwickelt und nun zur „Sovereignity by Design“:

  • Offenheit statt Geschlossenheit
  • Kollaboration statt Auftragsketten
  • Vertrauenswürdigkeit statt Unsicherheit
  • Selbstbestimmung statt strategischer Abhängigkeiten
Grafik mit sechseckigen Kacheln

Digitale Souveränität

Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT definierte 2017 diesen Begriff als „Summe aller Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen, ihre Rolle(n) in der digitalen Welt selbstständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können.“

Rahmenbedingungen

  • Digitalisierung und die „data driven economy“ bestimmen unseren künftigen Wohlstand, verändern Wertschöpfungsketten und die Spielregeln der Märkte.
  • Digitalisierung ist getrieben durch Daten, Vernetzung und Algorithmen, ermöglicht durch Maschinen-Power und Orchestratoren (meistens digitale Plattformen).
  • Globaler, de facto nach den Regeln der „big player“ agierender Wirtschaftsraum.

In der digitalen, international vernetzten Welt waren bisher nur wenige, sehr große, global agierende Unternehmen erfolgreich. Diese wenigen Unternehmen speichern heute auch den größten Teil der weltweiten Daten, den Rohstoff für digitale Geschäftsmodelle und das Training künstlicher Intelligenzen.

Informationstechnologie ist nicht mehr nur Werkzeug zur Optimierung und Automatisierung, sondern Basis für die Umsetzung von politischen und wirtschaftlichen Strategien.

Europa spielt jedoch in der digitalen Welt eine untergeordnete Rolle. Keines der neu entstandenen, globalen Internet-Unternehmen kommt aus Europa. Die Abhängigkeit vor allem von US- amerikanischen IT-Anbietern und Chinesischer Produktion hat sich zunehmend vergrößert. Was bisher ein verkraftbarer Wettbewerbsnachteil war, wird mit zunehmender strategischer Bedeutung der Digitalisierung zu einer erheblichen Bedrohung für die Selbstbestimmung von Bürger*innen, Staat und Wirtschaft.

Die aktuelle Herausforderung für Europa und Österreich besteht darin, die Handlungsfähigkeit von Bürger*innen, Staaten und Unternehmen zu erhalten und den Handlungsspielraum zu erweitern.

Ziele der Stadt Wien

  • Handlungsfähigkeit und Kontrolle über Daten und Systeme behalten
  • Handlungsspielraum erweitern
  • Herstellerabhängigkeit entgegenwirken
  • Beitrag zum digitalen Ökosystem
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern

Es wurde eine Projektgruppe Digitale Souveränität (BLSG) eingerichtet, die bis Anfang 2025 weitere Schritte zur Digitalen Souveränität setzt:

  • Konkretisierung der „Digitalen Souveränität“ aus der E-Government-Strategie
  • Einigung auf eine gemeinsame Sichtweise zum Begriff „Digitale Souveränität“ in der öffentlichen Verwaltung
  • Herausarbeiten inhaltlicher Überschneidungen des Projektthemas Digitale Souveränität mit den Richtlinien für Netz und Informationssysteme (NIS2) und über die Resilienz kritischer Einrichtungen (RKE)
  • Aufsetzen auf den Ergebnissen des Digitalen Aktionsplans „Digitale Souveränität“, insbesondere praktische Anwendung des Souveränitätskompasses

 

DigiPol gewinnt eAward 2024

Das Projekt „DigiPol – Digitale Politik in Wien“ wurde am 1. Oktober 2024 mit dem österreichischen Wirtschaftspreis eAward 2024 ausgezeichnet. Das Projekt zur Prozess-Digitalisierung der politischen Gremien in Wien erreichte in der Kategorie „Zusammenarbeit und Organisation“ unter 10 Nominierungen den 2. Platz.

Team DigiPol: Dominik Doppler, Kurt Fuschlberger, Margarethe Soukup, Peter Reichl, Gunnar Graf,  Alexander Matuschka und Thomas Leiss

Das Projekt

DigiPol stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer transparenten und digitalen Verwaltung dar:

  • Dokumente (Anträge, Entwürfe für Ausschüsse, Gemeinderats- oder Landtagssitzungen et cetera) können zeit- und ortsunabhängig am PC, Tablet oder Smartphone abgerufen werden
  • Anträge können elektronisch erstellt und mittels ID Austria unterzeichnet werden. Das erhöht die Nachvollziehbarkeit und macht Anträge schneller verfügbar.
  • Sitzungen werden digital verwaltet, Abstimmungsergebnisse direkt dokumentiert und Beschlüsse lückenlos digital kundgemacht.

Die Vorteile

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Ressourcenschonung: Vor der Einführung von DigiPol wurden jährlich rund 150.000 Seiten Papier für die Gemeinderats- und Landtagssitzungen gedruckt.

Auch der Zeitgewinn ist enorm – wurden früher Akten von A nach B „getragen“ und zur Vidende vorgelegt, ist mit DigiPol alles digital. Die sichere Speicherung der Daten erfolgt im Rechenzentrum der Stadt Wien.

Entstehungsgeschichte

Als 2019 der Auftrag kam, den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierungshauptstadt zu machen, konnte sich so mancher unter dem Arbeitstitel „DigiPol“ noch nicht viel vorstellen. Die Erklärung „Digitalisierung politischer Prozesse“ war allen klar. Wie man auch digital dorthin kommt, war aber für ein damit einhergehendes Prozess-Management noch etwas unklar.

Graz hatte damals schon Expertise unter den österreichischen Städten und war damit ein guter Trendsetter für die Wiener Projekt-Architektur. In Zeiten von Corona waren die Projekt-Fortschritte etwas kleiner. Im Juni 2024 konnte dann aber offiziell der erfolgreiche Projekt-Abschluss besiegelt werden. Wien hat mit seinem Projekt DigiPol österreichweit einen Maßstab gesetzt, an dem sich in der Zwischenzeit Graz und auch Linz orientieren.

Nähere Details zum Projekt

 

2. Platz für das Wiener Klimateam

Das Wiener Klimateam wurde am 26. September 2024 bei einer feierlichen Preisverleihung in Graz mit dem 2. Platz des K3-Preises in der Kategorie „Bürger:innen-Preis der KLIMA ARENA“ ausgezeichnet. Dieser wird an Kommunikationsformate aus Alltag und Arbeitswelt, Kommune, Gemeinde und Nachbarschaft vergeben und ist mit 1.000 Euro dotiert.

Tijana Matic und Katharina Schwarzfurtner-Lutnik vom Wiener Klimateam nahmen den Preis in Graz entgegen. Anschließend stellten sie das Klimateam vor und gaben einen Einblick, warum Beteiligung, Klimaschutz und die Grätzlarbeit so wichtig sind.

Der K3-Preis beschäftigt sich mit der zentralen Frage, wie Menschen durch Kommunikation für Klimaschutz begeistert und aktiviert werden können. Im Mittelpunkt steht die „gute Klimakommunikation“. Der K3-Preis wurde bereits zum 4. Mal in Graz an Projekte aus Medien, Kommunen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft vergeben und ist mit insgesamt 14.000 Euro dotiert.

Eingereicht werden kann in den Kategorien „Klimajournalismus“, „Eunice-Foote-Preis für Klimakommunikation“ und „Bürger:innen-Preis der KLIMA ARENA“. In der letzten Kategorie hat sich auch das Wiener Klimateam beworben und sich gegen 100 Projekte aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz durchgesetzt.

Weiterführende Informationen

Interview mit Projektleiterin Wencke Hertzsch

Workshop zum Value-Based Engineering

Gelebter Digitaler Humanismus: Stadt-Expert*innen liefern wertvolle Impulse zur weiteren Verbesserung von mein.wien.

Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie soll praktische Lösungen bieten, die den Alltag der Bürger*innen verbessern. Digitale Systeme haben aber gewollte und ungewollte Auswirkungen auf grundlegende Werte und Rechte der Nutzer*innen und anderer Beteiligter. Hier gilt es bewusst zu entscheiden, wie das Portal mein.wien in Zukunft noch besser am Digitalen Humanismus ausgerichtet werden kann. Dabei stehen folgende Fragen im Fokus: Was sollte man tun, weil es den Bürger*innen einen Nutzen stiftet und was sollte man lassen, weil der Nutzen zu gering ist?

Genau diese ethische Bewertung wird derzeit für mein.wien durchgeführt. Grundlage dafür ist die weltweit anerkannte Norm ISO/IEEE 7000. Dieses „Value-based Engineering“ (VBE) wurde unter anderem von Univ. Prof. Dr. Sarah Spiekermann (WU Wien) entwickelt und von allen großen internationalen Instituten übernommen. Dieser Standard ermöglicht eine tiefe ethische Analyse von Werten, die für die Wiener*innen rund um mein.wien von Bedeutung sein können.

Analyse aus ethischer Sicht

Die ethische Ausrichtung digitaler Systeme ist in der Digitalen Agenda der Stadt Wien festgehalten. Ein zentrales System ist mein.wien, der digitale Begleiter der Wiener*innen.

In einem 3-tägigen Workshop wurden daher der Einstieg in mein.wien, die Verwaltung der eigenen Daten und die Nutzung von Amtswegen aus ethischer Sicht analysiert. Danach wurden identifizierte Werte wie Gleichheit, Würde oder Fairness in System-Anforderungen übersetzt. Diese dienen wiederum als Leitfaden für zukünftige technische Optimierungen. Dieser Ansatz stellt eine weitere konkrete Umsetzung des Digitalen Humanismus dar.

Die partizipativen Workshops des Projekts fanden Anfang Oktober 2024 im „das forum“ der Urban Innovation Vienna statt. Sie wurden von Klemens Himpele, Chief Information Officer der Stadt Wien, eröffnet. Moderiert wurden die Workshops von 3 durch Austrian Standards zertifizierten Beratern: Mario Tokarz, Soner Bargu und Martin Giesswein. Mehr als 15 Stadt-Expert*innen erarbeiteten in 3 Tagen circa 200 mögliche Werte-Konstellationen als Grundlage für weitere digitale Schritte bei mein.wien.

Beteiligt waren unter anderem Vertreter*innen der Helfer Wiens, der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten, der MA 13, des Fachbereichs Datenschutz, E-Government und Informationsrecht der MA 63, des Fonds Soziales Wien, der Magistratsdirektion, des Wiener Gesundheitsverbundes und der Wiener Kinder- und Jugendhilfe der MA 11 sowie das zuständige Team der MA 01 rund um Nina Neuberger.

Digital Days 2024

Die Digital Days 2024 finden von 22. bis 24. Oktober 2024 im Technischen Museum Wien und im das forum, dem Klima- und Innovationsforum der Stadt Wien, statt. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Partizipation, digitale Demokratie und Künstliche Intelligenz. Die Digital Days bieten ein aufregendes Bühnenprogramm, spannende Workshops und viel Digitales und Interaktives.

Veranstaltungsdetails

Die Digital Days finden 2024 zum 10. Mal statt. Das Motto der diesjährigen Ausgabe lautet „Think human. Act digital“. Im Fokus steht dabei der digitale Humanismus, der den Menschen in den Mittelpunkt der digitalen Entwicklung stellt.

Am 3. Tag werden für Schüler*innen Workshops im Bereich der digitalen Bildung angeboten.

KI-Schwerpunkt

Einen inhaltlichen Schwerpunkt legen die Digital Days auf die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI). In Diskussionen, Workshops und Vorträgen wird 3 Tage lang erarbeitet, wie KI das Leben der Menschen in Wien verbessern kann und welche technologischen, ethischen und gesellschaftlichen Aspekte dabei zu beachten sind.

Programm-Details und Höhepunkte

22. Oktober, 9 bis 21 Uhr, das forum

In Workshops und Impulstalks werden aktuelle und relevante Digitalisierungsthemen gemeinsam erarbeitet. Alle Interessierten können mitmachen, auch jene, die noch nicht Teil der Community sind.

Partner*innen:

  • IBM
  • Eviden
  • A1 Telekom Austria
  • AIT Austrian Institute of Technology
  • msg Plaut
  • Accenture GmbH
  • Wien Energie GmbH
  • ACP IT Solutions GmbH
  • Natuvion Austria GmbH

Den prominenten Abschluss des Tages bildet der Auftritt von Martin Puntigam. Der vielfach ausgezeichnete Künstler, bekannt unter anderem durch die Science Busters, gibt in einem Vortrag Einblicke in moderne Wissenschaftskommunikation.

23. Oktober, Haupt-Tag mit DigiStreet-Ausstellung, 9 bis 21 Uhr, Technisches Museum Wien

Die offizielle Eröffnung erfolgt durch Vertreter*innen der Stadt Wien und der DigitalCity.Wien Community.

Die DigiStreet zeigt in einer interaktiven Ausstellung, wie digitale Anwendungen das Leben verbessern und wo der digitale Humanismus schon jetzt in der Praxis zur Anwendung kommt.

Die Keynote liefert mit Francesca Bria eine der renommiertesten Persönlichkeiten im Bereich der Digitalisierungsforschung. Die Innovationsökonomin aus Italien berät die UN zu digitalen Städten und treibt als Mitglied des High-Level-Roundtable für das Neue Europäische Bauhaus den Green Deal der EU voran. 2018 zählte sie laut „Forbes“ zu den Top-50-Frauen in der Tech-Sparte.

Außerdem findet die Feier zu „10 Jahre DigitalCity.Wien“ statt, in deren Rahmen das neue Mission-Statement präsentiert wird.

Feierlich abgerundet wird der Tag mit der Verleihung des Hedy-Lamarr-Preises der Stadt Wien, der Forscherinnen in Österreich für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Informationstechnologie auszeichnet.

24. Oktober, Schüler*innen-Tag, 8 bis 14.30 Uhr, das forum

Schüler*innen-Workshops und Vorträge bieten eine breite Palette an Themen und Inhalten speziell für Schulklassen. Auch dabei stehen Anwendungen zur Künstlichen Intelligenz im Mittelpunkt.

DigitalCity.Wien – Hintergrund

Die Digital Days sind das große Jahresevent der DigitalCity.Wien. Sie werden von der Klima- und Innovationsagentur UIV (Urban Innovation Vienna) im Auftrag der Stadt Wien und in Kooperation mit der Wirtschaftsagentur Wien sowie dem Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) veranstaltet. Das gemeinsame Ziel lautet auch heuer: Wien zur digitalen Hauptstadt machen! Seit 10 Jahren bringen die Digital Days Fachpublikum aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.


Weiterführende Informationen