Intelligente Suche für Gesundheitswesen

Medizinisches Fachpersonal hat oft nur einige Minuten Zeit, um sich auf Patient*innen vorzubereiten. Dabei muss es sich schnell einen Überblick über die in der elektronischen Krankengeschichte abgelegten relevanten Dokumente verschaffen. Im Wiener Gesundheitsverbund liegen rund 80 Prozent aller Daten in den elektronischen Krankengeschichten als unstrukturierte Informationen vor und sind für Auswertungen nicht nutzbar.

Semantische Suche steigert Behandlungsqualität und Effizienz

Die „Semantische Suche“, ein gemeinsames Projekt von Wien Digital (MA01) und IBM, ermöglicht die strukturierte Abfrage wesentlicher medizinischer Informationen aus den unstrukturierten Textdokumenten. Dazu zählen zum Beispiel Diagnosen, Leistungen und verschriebene Medikamente.

Mit der Funktion „Patient Overview“ kann medizinisches Fachpersonal mit einem Klick relevante Befunde aus allen Abteilungen und Häusern gemeinsam durchsuchen, um beispielsweise Vorerkrankungen und Medikamente abzufragen. Die Funktion ist in allen Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) und dem AKH verfügbar. Sie bietet die Möglichkeit, Diagnosen, Allergien oder Symptome effizient zu finden. Dadurch wird die Behandlungsqualität deutlich gesteigert. In anonymisierter Form sind die Daten zudem erstmals für Forschung, Klinik und Qualitätskontrolle nutzbar.

Vorteile für medizinisches Personal und Patient*innen

  • Bessere Übersichtlichkeit der Patient*innen-Daten
  • Effiziente Suche in komplexen Krankengeschichten
  • Anonymisierte Analysen zur Qualitätssicherung und Forschung
  • Optimierung von Behandlungspfaden zur Verbesserung des Leistungsangebots

Innovative Datenanalyse

Bei der Datenanalyse wurden insgesamt rund 40 Millionen Dokumente aus elektronischen Krankengeschichten ausgewertet, die täglich aktualisiert werden. Das Tool wurde in den Befundbrowser web.okra und das Informationssystem „AKIM“ integriert und ist ab sofort in den Kliniken des WIGEV und im AKH verfügbar.

Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital:

Das Projekt „Semantische Suche“ liefert einen wesentlichen Beitrag in der Behandlungsqualität und Effizienz und ist eine innovative Technologie, die den Mehrwert von Daten in der klinischen Praxis steigert.

 

„ID Austria“-App ersetzt „Digitales Amt“

Wien ist längst ein Vorreiter in Sachen digitale Verwaltung – mit Angeboten wie „Mein Wien“, digitalen Ausweisen, Online-Terminvereinbarungen und vielen weiteren E-Government-Services.

Seit 20. Juni 2025 ist dafür eine neue App im Einsatz: „ID Austria“ ersetzt die bisherige App „Digitales Amt“. Für Nutzer*innen ändert sich wenig, aber die Anwendung wird übersichtlicher, flexibler und bleibt der sichere Schlüssel zu zahlreichen digitalen Services der Stadt Wien.

Die neue App bringt eine modernisierte Oberfläche und einige technische Verbesserungen mit, ohne die gewohnten Funktionen zu verlieren: Anmelden und Signieren bleiben die zentralen Elemente. Damit ist der Zugang zu mehr als 500 digitalen Services aus Verwaltung und Wirtschaft weiterhin rund um die Uhr möglich, egal ob für das digitale Parkpickerl, Online-Amtswege oder den Login ins Stadt Wien-Konto.

Mehr Infos zur ID Austria

Umstellung erfolgt automatisch

Die bisherige App „Digitales Amt“ wird per Update automatisch durch ID Austria ersetzt. Wer automatische Updates am Smartphone aktiviert hat, muss nichts weiter tun. Der bestehende Anmeldestatus bleibt erhalten und es ist keine neue Registrierung notwendig.

Für die Nutzung städtischer Services wie „Mein Wien“, Parkpickerl oder Online-Anträge kann die neue App weiterhin wie gewohnt verwendet werden, mit dem Vorteil eines verbesserten Designs und erhöhter Barrierefreiheit.

Vorteile der neuen App auf einen Blick

  • Modernisierte Benutzeroberfläche optimiert für Smartphones und Tablets
  • Klarer Fokus auf Anmelden und Signieren
  • Neue Anmeldeoptionen, zum Beispiel Geräte-PIN neben biometrischen Verfahren
  • Push-Benachrichtigungen bei anstehenden Verlängerungen
  • Barriereärmeres Design auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen
  • Login ins Stadt Wien Konto weiterhin möglich
  • Zugriff auf städtische Services wie Parkpickerl, Mein Wien oder digitale Ausweise
  • Digitale Signatur für zahlreiche Amtswege
  • Technische Grundlage für die kommende EU-weite digitale Brieftasche

Die neue „ID Austria“-App bringt mehr Übersicht, mehr Komfort und bleibt auch in Wien das zentrale Werkzeug für viele digitale Services. Für alle Wiener*innen bedeutet das einen einfachen Zugang zu wichtigen Amtswegen ohne zusätzlichen Aufwand.

Förderung von digitalen Kompetenzen

Die erfolgreiche Bilanz des Projekts „Digi-Winner“ und die hohe Motivation der Wiener Arbeitnehmer*innen sind gute Gründe zur Fortführung der Förderung des digitalen Kompetenz-Erwerbs: Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich werden mit bis zu 5.000 Euro im Rahmen des Bildungskontos vom waff (Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds) unterstützt.

Das Bildungskonto für Digitalisierung und Klimaschutz – waff

„Digi-Winner“ – Förderprogramm von 2019 bis 2024

Mit dem „Digi-Winner“ förderten das waff-Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung und die Arbeiterkammer Wien von 2019 bis 2024 berufliche Aus- und Weiterbildungen zum Erwerb oder der Erweiterung digitaler Kompetenzen mit bis zu 5.000 Euro. Damit unterstützten sie übergeordnet das strategische Ziel der Stadt Wien, Digitalisierungshauptstadt Europas zu werden.

Knapp 7.200 Wiener*innen nutzten in den vergangenen 6 Jahren den „Digi-Winner“, wobei der Frauenanteil zuletzt bei 76 Prozent lag. Insbesondere die Personengruppe zwischen 25 und 45 Jahren profitierte vom Angebot des „Digi-Winners“ für die Erweiterung und Aktualisierung ihrer digitalen Kenntnisse. Dies verdeutlicht den hohen Bedarf an digitalem Wissen in Arbeitsprozessen.

Digitales Plakatstudio der Wienbibliothek

Die neue digitale Plattform plakatstudio.wienbibliothek.at eröffnet einen faszinierenden Zugang zu einer der größten Plakatsammlungen weltweit. Mit derzeit 150.000 digitalisierten Sujets aus 3 Jahrhunderten bietet die Wienbibliothek im Rathaus eine umfassende und durchsuchbare Sammlung.

Die digitale Kollektion spiegelt die Vielfalt der Plakatkunst wider und nutzt die Möglichkeiten moderner Technologien. Die Entwicklung dieser Plattform erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der Wienbibliothek im Rathaus (MA 9), Wien Digital (MA 01) und der Fakultät für Informatik der TU Wien.

Innovative Suchtechnologien

Das Plakatstudio nutzt fortschrittliche KI-basierte Suchmethoden, die es den Benutzer*innen ermöglichen, Plakate nicht nur über traditionelle Textsuche, sondern auch durch innovative Ansätze wie Bild-, Farb- und Gesichtersuche zu finden. Diese Technologien basieren auf modernen Computer Vision-Methoden, die visuelle Ähnlichkeiten erkennen und relevante Inhalte automatisch identifizieren.

Die Bildsuche erlaubt es, eigene Bilder hochzuladen, um ähnliche Plakatdarstellungen zu finden. Dies eröffnet neue Wege der Interaktion und Erkundung, indem Benutzer*innen visuelle Verbindungen zwischen verschiedenen Plakaten herstellen können. Die Gesichtersuche erkennt Gesichter mit ähnlichen Posen oder Ausdrücken, während die Farbsuche eine Auswahl von Plakaten basierend auf der dominanten Farbgebung ermöglicht. Diese Funktionen erweitern die Möglichkeiten der Recherche erheblich und machen die Erkundung der Sammlung zu einem interaktiven Erlebnis.

Zusätzlich können Benutzer*innen die Suche durch Filteroptionen nach Jahreszahl, Künstler*in oder Ort verfeinern, was eine zielgenaue Eingrenzung der Suchergebnisse ermöglicht. Die Plattform erfordert keine Anmeldung, bietet jedoch die Möglichkeit, über das eigene Stadt Wien-Konto persönliche Galerien zu erstellen und zu teilen. Dies fördert nicht nur die individuelle Auseinandersetzung mit der Sammlung, sondern auch den Austausch innerhalb der Community.

Sammlung umfasst 450.000 Plakate

Die Wienbibliothek im Rathaus bewahrt eine beeindruckende Sammlung von über 450.000 Plakaten, die systematisch seit 1923 gesammelt werden. Die Sammlung umfasst nicht nur politische Plakate, sondern auch Produktwerbung, Filmplakate und vieles mehr. Dies ermöglicht einen tiefen Einblick in die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Wiens. Die ältesten Plakate stammen aus dem 18. Jahrhundert und dokumentieren bedeutende Ereignisse der Stadtgeschichte.

Die Digitalisierung dieser Bestände ist ein entscheidender Schritt, um das kulturelle Erbe Wiens für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Technologie-Fortschritte durch Forschung

Österreichs Forschungslandschaft setzte 2024 mit wegweisenden Projekten und Auszeichnungen neue Maßstäbe.

Ob im Bereich der Hochwasserprävention, Cybersicherheit, nachhaltiger Infrastruktur oder industriellen Fertigung – Spitzenforschung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftssicherung.

Hochwasserschutz durch VR-Simulation

Das VRVis – Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung entwickelt innovative Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel. Mit seiner Hochwassersimulations-Software können in Sekundenschnelle Prognosen und Präventionsmaßnahmen überprüft werden. Diese wegweisende Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem GRAWE Award 2024 und dem österreichischen Staatspreis für Klimawandelanpassung.

Lösungen für mehr Cybersicherheit

Neue Maßstäbe setzt auch SBA Research im Bereich Cybersicherheit. Als größtes österreichisches Forschungszentrum für Informationssicherheit sorgt es dafür, dass IT-Infrastrukturen und Daten optimal geschützt sind. In Kooperation mit Universitäten und Unternehmen entstehen Lösungen, die direkt in den Unternehmensalltag integriert werden. Eine Erfolgsgeschichte zeigt die praxisnahe Anwendung dieser Forschungsergebnisse.

Digitalisierung der Bahninfrastruktur

Die ÖBB treiben mit Rail4Future die Digitalisierung im Bahnwesen voran. Das virtuelle Modell der Eisenbahninfrastruktur Österreichs ermöglicht durch Sensoren und Datenanalysen präzise Wartungsprognosen für Gleise und Brücken. Dadurch können notwendige Reparaturen gezielt und frühzeitig durchgeführt werden, um Störungen zu vermeiden.

3D-Druck von Leichtmetallbauteilen

Auch die industrielle Fertigung erlebt eine Revolution durch We3D. Das COMET-Projekt des AIT Austrian Institute Of Technology erforscht neue Technologien für den 3D-Druck von Leichtmetallbauteilen und wird im Herbst 2024 abgeschlossen. Dieses Vorhaben könnte die Fertigungsindustrie nachhaltig verändern.

Diese beeindruckenden Forschungsinitiativen zeigen, wie Österreichs Wissenschaft und Technologie aktiv zur Gestaltung einer sicheren, nachhaltigen und innovativen Zukunft beitragen.

Red Hat Innovation Award für Stadt Wien

Die Stadt Wien wurde für ihre innovative KI-Anwendung „WienKI“ mit dem „Red Hat Innovation Award 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die herausragende Erfolge mit Open-Source-Technologien erzielen. Wien Digital (MA 01), die IT-Abteilung der Stadt Wien, hat mit „WienKI“ einen Assistenten entwickelt, der 70.000 Mitarbeiter*innen der Stadt Wien seit 2023 im Arbeitsalltag zur Verfügung steht.

Künstliche Intelligenz für den Arbeitsalltag

Mit „WienKI“ hat die Stadt Wien eine modulare Plattform geschaffen, die Mitarbeiter*innen bei alltäglichen Fragen unterstützt. Die KI beantwortet Fragen schnell, kompetent und unermüdlich unter Berücksichtigung hoher Compliance- und Sicherheitsstandards. Die Anwendung nutzt eine ständig wachsende Wissensdatenbank, die auf der digitalen Dokumentation der Stadt basiert. Auf Fragen wie „Was muss ich bei Videokonferenzen beachten?“ oder „Wie lautet die Regelung zu Kennwörtern?“ und zu vielen Abläufen gibt „WienKI“ in Sekundenbruchteilen Auskunft. Die Plattform kann auch bei kreativen Aufgaben wie dem Schreiben von Texten, der Ideenfindung oder dem Erstellen von Grafiken unterstützen. Darüber hinaus ist sie für interaktive Lern- und Bildungszwecke geeignet, indem sie komplexe Konzepte erklärt und bei der Problemlösung hilft. Das beste daran ist, dass „WienKI“ in naher Zukunft auch Bürger*innen bei Anliegen wie der Beantragung des Parkpickerls zur Seite stehen wird.

„WienKI“ nutzt aktuelle Azure OpenAI-Modelle sowie Open-Source-Modelle wie Llama, Mistral und Google Gemma, um eine transparente Vergleichbarkeit der Modelle für konkrete Anwendungsfälle zu ermöglichen. „WienKI“ evaluiert eingebrachte Dateien in Wissensdatenbanken, generiert, prüft und verbessert Code in verschiedenen Programmiersprachen und liefert konkrete Antworten.

Seit 2 Jahren haben Mitarbeiter*innen der Stadt Wien die Möglichkeit, die KI-Plattform in einem geschützten Rahmen zu testen und aktiv mitzugestalten. Rund 1.000 engagierte Mitarbeiter*innen nehmen zudem regelmäßig an internen Informationsveranstaltungen teil, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz auszutauschen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Red Hat Innovation Award

Wien Digital betreibt die KI-Plattform auf Servern der Stadt Wien mit Red Hat OpenShift. Dabei handelt es sich um eine Anwendungsplattform, die die automatisierte Installation und Skalierung von Services ermöglicht. Zusätzlich wird Red Hat OpenShift AI eingesetzt, eine Plattform für maschinelles Lernen, die KI-Services auf hybriden Cloud-Systemen unterstützt. Die Stadt Wien setzt verstärkt auf Open-Source-Software, um möglichst hohe Interoperabilität und Vendor-Unabhängigkeit ihrer IT-Anwendungen zu gewährleisten.

Eine Jury aus internationalen Expert*innen bewertete die Einreichungen für den „Red Hat Innovation of the Year Award“ nach 5 Kriterien: Nutzen für das Unternehmen, digitale Transformation, Open-Source-Kultur, gesellschaftlicher Nutzen und Coolness-Faktor. „WienKI“ setzte sich bei der jährlichen Challenge gegen rund 150 internationale Projekte durch und wurde neben 3 weiteren Projekten ausgezeichnet.

In einem anschließenden Publikumsvoting wurde unter den 4 ausgezeichneten Unternehmen der „Innovator of the Year“ gewählt. Die Stadt Wien erreichte mit nur 400 Stimmen Abstand den 2. Platz hinter dem international tätigen Unternehmen Aramco.