LAN-Party zum Abruf von DICOM-Bilddaten

Wien Digital (MA 01) ist gemeinsam mit dem Wiener Gesundheitsverbund österreichweit Vorreiterin beim modernen Austausch von DICOM-Bilddaten zur Bereitstellung von Vorbefund-Bildern. 2 Jahre Produktionserfahrung der beiden Organisationen haben deutlich zum Erfolg der Veranstaltung von IHE-AUSTRIA beigetragen.

Veranstaltung für Profis

IHE-AUSTRIA ist ein Verein zur Förderung des österreichischen Gesundheitswesens auf Basis moderner eHealth-Anwendungen. Zu den Mitgliedern zählen Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, die ELGA GmbH sowie Unternehmen, die den Gesundheitsbereich technisch unterstützen wie A1, Philips oder Wien Digital.

IHE-AUSTRIA hat heuer den „Connectathon“ nach Österreich gebracht und im Rahmen dieser Veranstaltung einen „Projectathon“ organisiert, bei dem die Interoperabilität der IT-Systeme für ELGA-Bilddaten getestet wurde. Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit von verschiedenen Systemen, problemlos miteinander zu kommunizieren, Daten auszutauschen und zusammenzuarbeiten, selbst wenn sie ursprünglich unabhängig voneinander entwickelt wurden.

Auf einer gemeinsamen Infrastruktur mit einer Testplattform hatten alle interessierten Organisationen die Möglichkeit, ihre IT-Systeme anhand der bereitgestellten Referenzumgebung zu testen. Ziel war, die interne sowie die unternehmensübergreifende Kommunikation bei Bilddaten-Abrufen zu testen. IHE-AUSTRIA möchte dazu beitragen, dass in den kommenden Jahren ein höheres Maß an Interoperabilität zwischen der IT-Infrastruktur der Institutionen und der öffentlichen Gesundheitstelematik-Infrastruktur (öGTI) erreicht wird.

Perfekte Vorbereitung

Wien Digital hat für die 3-tägigen Tests einen ELGA-Bereich inklusive Bildarchiv zur Verfügung gestellt und auch für die Test-Patient*innen entsprechende Bilder und Befunde in der Test-Umgebung registriert. A1 und HealthNet stellten weitere Bildarchive zur Verfügung.

Die Test-Umgebung war dank der Zusammenarbeit vieler Mitglieder der IHE-AUSTRIA sehr realitätsnah. Firmen, die in der Testumgebung eine Anbindung herstellen konnten, wird dies daher sehr wahrscheinlich auch in der Produktivumgebung gelingen.

Insgesamt haben 5 Hersteller erfolgreich die Tests zum Abruf von Bilddaten in ELGA absolviert. 2 weitere Hersteller haben zwar teilgenommen, waren jedoch aufgrund reduzierter Ressourcen nicht erfolgreich.

Es wurden bei der Veranstaltung sowohl die bestehende (RAD-69) als auch die neue Lösung (DICOMweb) getestet.

Erkenntnisse

  • Ein gemeinsames Testevent ist sehr sinnvoll. Auf Expert*innen-Ebene arbeiten auch Konkurrenzfirmen gut zusammen und man unterstützt sich gegenseitig bei der technischen Anbindung. In den intensiven 3 Tagen der Veranstaltung gab es mehr Erfolge als manchmal in mehreren Monaten.
  • Der einrichtungs- und bereichsübergreifende Einsatz von DICOMweb in Österreich ist vorbildhaft für Europa. Technische Erkenntnisse sollen verstärkt ins Europäische Projekt zur Etablierung eines EHDS (European Health Data Space) mit standardisierten Datenaustausch-Formaten eingebracht werden.

Automatisierte Wasserzähler-Ablesung

Erfolgreiches Pilotprojekt

Die Stadt Wien hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienz-Steigerung im Wasser-Management gemacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden über 4.000 neue Funkwasser-Zähler installiert, die den Wasserverbrauch automatisiert übermitteln.

Aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts sollen in den nächsten Jahren die amtlichen Wasserzähler in Wien nach und nach in weiteren Gebieten auf die neue Technologie umgestellt werden. Diese innovative Lösung wird die Auslesung der über 100.000 Wasserzähler erheblich erleichtern und sicherer gestalten.

Herausforderung Schachtzähler

Die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) verwaltet in Wien rund 104.000 Wasserzähler, die jährlich abgelesen werden. Etwa 40 Prozent davon sind sogenannte Schachtzähler. Der Zugang zu diesen Zählern ist durch ihre Montage in einem Schacht erschwert. Jede Schacht-Begehung birgt Verletzungsrisiken. Die manuelle Ablesung ist somit aufwändig und gefährlich. Mit der Einführung der neuen, fernablesbaren Wasserzähler entfällt die Notwendigkeit der manuellen Ablesung.

Sicherheit und Effizienz durch IoT-Technologie

Die neuen Zähler senden ihre Daten automatisch über das LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) der Wiener Stadtwerke. Diese Technologie ermöglicht es den Geräten, Daten über weite Distanzen und mit minimalem Energieverbrauch zu senden. LoRaWAN übermittelt die Daten an die von Wien Digital (MA 01) betriebene IoT Plattform (Internet of Things). Diese Echtzeitdaten-Plattform bietet eine detaillierte Analyse der Verbrauchsdaten sowie automatisierte Berichte und Datenexporte, die eine nahtlose Weiterverarbeitung der Daten ermöglichen. Die automatisierte Erfassung ermöglicht eine frühzeitige Erkennung untypischer Verbrauchsverläufe, wie zum Beispiel Leckagen. Die gesammelten Daten werden über eine Schnittstelle an das Fachinformationssystem (FIS) der Abteilung Wiener Wasser übertragen, wo die Verrechnung eingeleitet wird.

Etwa 90 Prozent der neuen Wasserzähler senden aktiv Daten. Das ist besonders erfreulich, da die Empfangsbedingungen in den Schächten oft herausfordernd sind.

Zusammenarbeit Stadt Wien und Wiener Stadtwerke

Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit der Magistratsabteilungen Wien Digital, Wiener Wasser und Wien leuchtet (MA 33) sowie der Wiener Stadtwerke-Unternehmen Wien Energie und Wiener Netze umgesetzt.

Einheitliche Regeln für Europas digitale Infrastruktur: Warum wir in der EU jetzt handeln müssen

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem neuen Gesetz für die Entwicklung von Cloud- und KI-Infrastruktur in Europa. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Nachhaltigkeit der EU im Bereich digitaler Rechenkapazitäten zu stärken – und den wachsenden Anforderungen durch KI und datenintensive Anwendungen gerecht zu werden.

Alle Infos hier: KI-Kontinent – neuer Rechtsakt über Cloud- und KI-Entwicklung

Ein zentraler Aspekt dieser Initiative: die heute stark fragmentierte Landschaft nationaler Regelungen zu vereinheitlichen. Unterschiedliche Standards und Genehmigungsprozesse bremsen nicht nur Innovationen, sondern erschweren auch Investitionen und den Aufbau dringend benötigter Rechenzentrums- und Cloud-Kapazitäten.

Die Stadt Wien misst diesem Thema eine hohe Bedeutung bei, wie Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak hervorhebt: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Weichen für ein digitales Europa zu stellen, das sowohl technologisch souverän als auch wirtschaftlich stark und sozial ausgewogen agiert. Wien engagiert sich aktiv, weil digitale Souveränität, Resilienz und Innovationsfähigkeit für uns von zentraler Bedeutung sind. Unser Ziel ist es, optimale Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovation und Sicherheit zu schaffen.“
Aus diesem Grund hat die Stadt eine Stellungnahme abgegeben, um Erfahrungen aus der kommunalen Praxis in die europäische Gesetzgebung einzubringen und konstruktive Impulse für eine ausgewogene sowie praktikable Regelung zu geben.

Feedback from: Federal Province of Vienna / Bundesland Wien

Stellungnahme der Stadt Wien zusammengefasst

Die Stadt Wien macht sich in ihrer Stellungnahme für ein strenges, aber praxisnahes Regelwerk stark, das die derzeitige Zersplitterung nationaler Prüfverfahren ersetzt. Der Kern in fünf Punkten:

  1. Patchwork beenden, Tempo gewinnen
    Heute muss jeder Cloud-Anbieter dieselben Audits x-fach für verschiedene Behörden und Firmen wiederholen. Das kostet Geld, bremst Projekte und bietet Bürger:innen keinen Mehrwert. Ein EU-weit harmonisierter Rahmen würde diese Bremse lösen und überall die gleichen Schutzstandards garantieren.
  2. Eine EU-Cloud-Zertifizierungsbehörde
    Wien plädiert für ein einziges EU-Siegel, das zentrale Aspekte von DSGVO (Datenschutz) und NIS2 (Cybersicherheit) bündelt. „Certified once, accepted everywhere“: Wer das Label trägt, soll europaweit ohne Zusatzprüfungen in Vergabeverfahren antreten können – ein Vorteil für öffentliche Hand und Privatwirtschaft.
  3. Digitale Souveränität absichern
    Die zentrale Stelle könnte:

    • strikter über DSGVO-Kernfragen wie Datenexporte in Drittländer wachen und
    • technische + rechtliche Vorkehrungen verlangen, die unbefugten Zugriff durch Nicht-EU-Staaten verhindern (z. B. Pflicht zu Security-Updates, Entflechtung proprietärer Software).
  4. Vorbild FedRAMP & DoD
    Die USA zeigen mit FedRAMP und den darauf aufbauenden DoD-Standards, dass eine zivile Basiskontrolle plus branchenspezifische Zusatzauflagen Geld spart und selbst Hochsicherheits-Workloads abdeckt. Die EU kann dieses Zwei-Ebenen-Modell übernehmen.

Fazit
Ein einziges EU-Zertifikat mit echten Souveränitätsklauseln reduziert Bürokratie, erhöht die Sicherheit und stärkt Europas strategische Autonomie. Wien ist bereit, diesen Weg gemeinsam mit den EU-Institutionen zu gehen – ohne Schnörkel, aber mit klaren Zielen.

Doktoratskolleg „Digitaler Humanismus“

Die Stadt Wien und der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds  (WWTF) fördern die strukturierte und fächerübergreifende Ausbildung von Doktorand*innen für eine bessere digitale Zukunft. Mit dem Start des Doktoratskollegs „Digitaler Humanismus“ im Wintersemester 2024 setzte Wien ein starkes Zeichen für die interdisziplinäre Erforschung der Digitalisierung und digitaler Praktiken.

Das Doktoratskolleg ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Wien und des WWTF, über den das Programm auch gefördert wird. Die Spannweite ist einzigartig und ermöglicht eine umfassende Forschung: Die Universität Wien, die Technische Universität Wien (TU Wien) und die Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) sind mit Forscher*innen aus insgesamt 9 Fakultäten beziehungsweise Departments dabei.

Vienna Doctoral College on Digital Humanism – Doktoratskolleg „Digitaler Humanismus“

Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler:

Mit dem Doktoratskolleg investieren wir gezielt in die Zukunft der Forschung und in die Ausbildung von Wissenschaftler*innen, die die gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung kritisch hinterfragen und konstruktive Vorschläge für die künftige Gestaltung digitaler Technologien machen. In Zusammenarbeit mit dem WWTF schaffen wir eine Plattform, die Wien als führenden Forschungsstandort für Digitalen Humanismus weiter etabliert. Unser Ziel ist es, technologische Entwicklungen im Dienst der Gesellschaft voranzutreiben. Das Doktoratskolleg ist mehr als ein reines Forschungsprogramm – es ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.

Interdisziplinäre Kooperation über 3 Wiener Universitäten hinweg

Das Doktoratskolleg wird in enger Kooperation der Universität Wien, der TU Wien und der WU Wien durchgeführt. Diese Zusammenarbeit vereint die Stärken der beteiligten Universitäten in verschiedenen Disziplinen und ermöglicht es den Doktorand*innen, von diesem breiten Spektrum zu profitieren. Informatiker*innen und Technik-Expert*innen werden mit Methoden arbeiten können, die von Beginn an die soziale und ethische Dimension in die Technologie einbauen, während Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen die technischen Aspekte digitaler Technologien in der Tiefe verstehen lernen, um so gemeinsam digitale Zukunft kritisch und konstruktiv mitgestalten zu können.

Ausbildung und internationale Vernetzung

Das Doktoratskolleg finanziert 20 Doktorand*innen. Diese schließen ihr reguläres Studium an den jeweiligen Universitäten ab und erhalten durch das Kolleg Unterstützung. Zusätzlich kommen noch Doktorand*innen hinzu, die bereits in von WWTF geförderten Projekten zum Digitalen Humanismus forschen. Umgesetzt werden spezielle Formate, die den fächerübergreifenden Austausch, die Karriereentwicklung und die internationale Vernetzung fördern. Dazu gehören unter anderem Sommerschulen, Workshops und Formate, die den internationalen wissenschaftlichen Diskurs beleben. Über die Förderung erhalten die Jungwissenschaftler*innen ergänzendes Wissen, Begegnungsräume und eine Anstellung als Doktorand*innen.

Gruppe von Menschen

Hintere Reihe von links nach rechts: Pia-Zoe Hahne (PhD candidate), Marta Sabou (scientific coordinator), Peter Knees (scientific coordinator), Hanna Kern (PhD candidate), Stefan Forster (PhD candidate), Sophie Lecheler (scientific coordinator), Anna Kuprian (programme coordinator)
Vordere Reihe von links nach rechts: Alicia Schwabenauer (PhD candidate), Lena Pohlmann (PhD candidate), Kaley Burg (PhD candidate), Shahrzad Shashaani (PhD candidate), Felicia Schmidt (PhD candidate)

Hintergrund: Was ist Digitaler Humanismus?

Der Digitale Humanismus stellt die kritische Frage, wie technologische Entwicklungen verantwortungsvoll gestaltet und in Einklang mit menschlichen Werten gebracht werden können. Die zunehmende Bedeutung von Themen wie Künstliche Intelligenz, Rechte und Rechtsstaat im digitalen Zeitalter, ethikbasierte Algorithmen, wirtschaftliche Monopolbildungen und soziale Gerechtigkeit machen es notwendig, technologische Innovationen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und gegen technologischen Determinismus anzutreten. Das Doktoratskolleg soll junge Wissenschaftler*innen dazu befähigen, diese Herausforderungen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu bearbeiten und so einen Beitrag zur Gestaltung einer verantwortungsvollen digitalen Zukunft zu leisten.

Kommunikation im Spital erleichtern

In der Klinik Floridsdorf wurde ein innovatives System eingeführt, das Patient*innen mit Sprachbarrieren hilft, sich besser auszudrücken.

Sprachprobleme, die beispielsweise nach einem Schlaganfall oder aufgrund einer künstlichen Beatmung auftreten können, stellen im Klinikalltag eine erhebliche Herausforderung dar. Diese Kommunikationsschwierigkeiten sind nicht nur unangenehm für die Patient*innen, sondern können auch die medizinische Behandlung negativ beeinflussen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde ein System entwickelt, das auf dem Prinzip der unterstützten Kommunikation basiert und speziell an die Bedürfnisse des Klinikalltags angepasst wurde.

Mit diesem System können Patient*innen auf dem Bildschirm eines Handys oder Tablets aus einer Vielzahl von Symbolen wählen, die ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten darstellen. Dazu gehören Basissymbole für das allgemeine Wohlbefinden, spezifische Bedürfnisse sowie eine Schmerzskala. Die Symbole sind so strukturiert, dass sie eine präzise Kommunikation ermöglichen – etwa um auszudrücken, dass man durstig ist oder Schmerzen hat.

Innovative Lösung für Verständigungsbarrieren

Grundlage für die unterstützte Kommunikation in der Klinik Floridsdorf ist die Open Source-Software Metacom. Sie unterstützt derzeit 16 Sprachen und eine Vielzahl an Symbolen, die jederzeit erweitert werden können.

Die Web-Applikation ist plattformunabhängig und funktioniert auf Computern, Tablets und Smartphones. Die Web-App benötigt keine aktive Internetverbindung. Ein QR-Code ermöglicht es, die Anwendung auch nach dem Spitalsaufenthalt weiter zu nutzen, um Patient*innen zu Hause optimal zu unterstützen.

Wien Digital (MA 01) übernahm die technische Überprüfung der Software, koordinierte die Beschaffung der Geräte sowie die zentral gesteuerte Ausrollung und Installation der Software in der Klinik Floridsdorf. Dabei wurde besonders auf die Einhaltung von Datenschutz- und IT-Sicherheitsrichtlinien geachtet.

Zukunftsvision: Inklusive Kommunikation im Gesundheitswesen

Das Pilotprojekt auf der neurologischen Abteilung und in der Notaufnahme wurde Ende 2024 erfolgreich abgeschlossen. Die unterstützte Kommunikation wird nun flächendeckend in der Klinik Floridsdorf implementiert. Auch der Einsatz auf Monitoren des Patient*innen-Infotainments wird getestet, um die Kommunikation weiter zu verbessern. In Zukunft wird auch eine Ausrollung auf weitere Kliniken des Wiener Gesundheitsverbunds geprüft.

Wien im Rennen um AI-Gigafactory

In einem bedeutenden Schritt für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz in Europa haben Bundeskanzler Christian Stocker, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Bundesminister für Innovation und Infrastruktur Peter Hanke, Staatssekretär für Digitalisierung Alexander Pröll und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling gemeinsam die Bewerbung Wiens für eine der geplanten europäischen AI-Gigafactorys – Rechenzentren für Künstliche Intelligenz – unterzeichnet. Dieser Schulterschluss unterstreicht die gemeinsame Entschlossenheit und das Engagement, Österreich und Wien als zentralen Standort für technologische Innovationen zu positionieren.

4 Männer im Anzug, eine Frau im Hosenanzug

v. l. n. r.: Staatssekretär Pröll, Minister Hanke, Bürgermeister Ludwig, Bundeskanzler Stocker und Vizebürgermeisterin Emmerling

5 AI-Gigafactorys geplant

Die EU plant den Bau von bis zu 5 AI-Gigafactorys, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Souveränität Europas zu stärken. Die Hochleistungsinfrastruktur wird speziell für das Training, die Entwicklung und den Betrieb modernster KI-Modelle benötigt und muss höchsten Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und Energieeffizienz entsprechen.

Durch die offizielle Interessensbekundung steigen Österreich und Wien ins Rennen um eines der 5 Rechenzentren ein. Ermöglicht wurde dieser Schritt durch die enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft, denn die Errichtung erfordert die Bildung eines starken und tragfähigen Konsortiums aus öffentlichen und privaten Partner*innen. Zudem haben führende in Österreich ansässige Technologie-Unternehmen ihre Unterstützung bekundet.

Die zu erwartenden Investitionen belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro. Mindestens 65 Prozent sollen durch die Privatwirtschaft, bis zu 35 Prozent aus öffentlichen Mitteln getragen werden. Die Wiener Bewerbung basiert neben infrastrukturellen Voraussetzungen auf 2 Säulen:

  • einem umwelt- und klimagerechten Nachhaltigkeitskonzept,
  • einer sozial gerechten Form der Technologienutzung entsprechend dem „Digitalen Humanismus“ und
  • der außerordentlichen Drehscheibenfunktion Wiens innerhalb Europas.

Innovation mit Verantwortung für Mensch und Umwelt

Leistungsfähige Rechenzentren sind für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft mittlerweile unverzichtbar. Sie zählen zu den energieintensivsten Infrastrukturen, wofür die Stadt Wien und Wien Energie ein Energiekonzept erarbeitet haben. Dabei wird die Abwärme der Server des Rechenzentrums direkt in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist und zur Beheizung von Wiener Haushalten genutzt.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Wiener Initiative ist auch das klare Bekenntnis zur sozialen Verantwortung, wie sie im „Wiener Manifest zum Digitalen Humanismus“ festgeschrieben ist. Die Grundsätze des Digitalen Humanismus stellen die Bedürfnisse des Menschen ins Zentrum des technologischen Fortschritts.

Bürgermeister Michael Ludwig betont:

Wien genießt weltweit einen hervorragenden Ruf für seine leistungsfähige Infrastruktur, hohe Lebensqualität und Innovationskraft. Eine AI-Gigafactory würde das bestehende Netzwerk ideal ergänzen und unseren Wirtschaftsstandort weiter stärken. Wir stehen für technologische Exzellenz, konsequente Klimapolitik und starken sozialen Zusammenhalt. Diese Stärken bringen wir gemeinsam mit dem Bund und engagierten Unternehmen in die Bewerbung ein und positionieren Wien so als verantwortungsbewussten, wettbewerbsfähigen Standort für Künstliche Intelligenz in Europa.

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling hebt hervor:

Mit der Bewerbung um die AI-Gigafactory setzt Wien ein starkes Zeichen für digitale Souveränität und technologische Führungsrolle in Europa. Wir schaffen eine Infrastruktur, die nicht nur Rechenleistung auf Weltklasseniveau liefert, sondern zur Hochquellleitung des 21. Jahrhunderts wird – ein Motor für Innovation, wirtschaftlichen Aufschwung und Klimaschutz. Durch die intelligente Einbindung ins städtische Energiesystem und die Nutzung der Abwärme für die Versorgung Tausender Haushalte zeigt Wien, wie Digitalisierung und Dekarbonisierung Hand in Hand gehen.

Starke Allianz für eine digitale Zukunft

Der Schulterschluss von Stadt Wien, Bundesregierung und Unternehmen für diese Bewerbung ist in sehr kurzer Zeit zustande gekommen. Innerhalb weniger Tage haben maßgebliche Wiener Technologie-Unternehmen mit einem „Letter of Intent“ ihre Unterstützung für das Projekt bekundet.

Barbara Novak, Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales:

Das ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Wien und zeigt, dass die Stadt Wien, der Bund, die Wissenschaft und private Unternehmen gemeinsam an einem Strang ziehen – für Innovation und digitale Souveränität. Mit diesem Projekt heben wir das wirtschaftliche und wissenschaftliche Potential eines Giga-Rechenzentrums in Wien – und das löst Investitionen in Milliardenhöhe mit nachhaltigen Impulsen für Technologie- und Forschungsunternehmen aus, schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze und verspricht neue Kooperationschancen mit europäischen Innovationsclustern.

Als Standortagentur der Stadt Wien koordiniert die Wirtschaftsagentur Wien den Bewerbungsprozess und fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen öffentlicher Hand, Privatwirtschaft und Wissenschaft.

Der weitere Fahrplan

Die EU bewertet alle eingegangenen Bewerbungen und wird unter den verbleibenden Städten im 4. Quartal 2025 einen vertieften Auswahl- und Bewerbungsprozess durchführen. Geplanter Start für die AI-Gigafactory ist laut EU-Plan bereits 2028.

Zahlen und Fakten: EU-Initiative AI-Gigafactorys

  • Zielsetzung:
    • Europas Wettbewerbsfähigkeit steigern und als globalen AI-Kontinent etablieren
    • Ermöglichung gemeinschaftlicher, europäischer Entwicklung komplexer KI-Modelle
    • Aufbau von bis zu 5 AI-Gigafactorys in Europa als strategische Infrastruktur für Training, Entwicklung und Betrieb großer KI-Modelle
    • Fokus auf große KI-Multimodal-Modelle für den Einsatz in Medizin, Industrie und Forschung
  • Rahmenbedingungen:
    • Geplante Investitionshöhe: 20 Milliarden Euro für den Aufbau von bis zu 5 Giga-Rechenzentren
    • Über 100.000 spezialisierte KI-Prozessoren (GPUs) pro Gigafactory – ein Vielfaches heutiger europäischer Kapazitäten
    • Finanzierung über Public-Private-Partnership – eine Mischstruktur aus Fördermitteln, Beteiligungskapital und privaten Investitionen. Aufteilung mindestens 65 Prozent aus Privatwirtschaft, 35 Prozent von öffentlicher Hand (EU/national)
  • Strategischer Nutzen:
    • Fokus aus Mission-Critical KI-Anwendungen in Wissenschaft, Industrie, Gesundheit, Mobilität, Klima und anderen
    • Förderung vertrauenswürdiger, offener Innovation
    • Ein gleichberechtigter Zugang zur Rechenleistung auch für Startups, Forschungseinrichtungen und kleinere Unternehmen ist vorgesehen.
    • Datenschutz, Energieeffizienz und digitale Souveränität sind als Kriterien verbindlich vorgesehen.

Digitale Medien in den Kindergärten

Digitale Bildung zieht sich durch die gesamte Bildungslaufbahn. Der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung spielt eine zentrale Rolle, um Kinder frühzeitig und altersgerecht an den Umgang mit digitalen Technologien heranzuführen und digitale Kompetenzen zu erwerben. Die Kinder sollen zu kompetenten und kritischen Medien-Nutzer*innen heranwachsen, die digitale Inhalte aktiv mitgestalten.

Besuch aus Deutschland: Einblick in die Wiener Praxis

Eine Delegation aus Plauen (Deutschland) besuchte einen städtischen Kindergarten und erhielt Einblick, wie im pädagogischen Alltag digitale Medien eingesetzt werden und welche Bedeutung sie für die Bildung der Kinder haben.

Gruppe von Frauen

Besuch einer deutschen Delegation in einem Wiener Kindergarten

Spielerisch lernen mit digitalen Tools

Durch den Einsatz digitaler Medien im Kindergarten können Kinder spielerisch an Technologie herangeführt werden. Dies fördert ihre Neugier und Kreativität sowie ihre Fähigkeit, mit modernen Technologien umzugehen. Beispielsweise machen die Kinder mit dem Miniroboter BeeBot erste Erfahrungen mit Programmierung und Robotik.

Medienpädagogik

Medienpädagogik umfasst die gezielte und sinnvolle Integration von Technologie in den Bildungsprozess: Elementar-Pädagog*innen nutzen digitale Werkzeuge, wie zum Beispiel interaktive Lernspiele, digitale Geschichten oder kreative Apps, um Lerninhalte zu vermitteln und die Interaktion der Kinder zu fördern.

Digitalisierung als Chance für Inklusion

Digitale Werkzeuge fördern und erleichtern die Teilhabe aller Kinder am pädagogischen Alltag. Ein digitales Umfeld eröffnet Kindern neue Möglichkeiten, soziale Beziehungen zu anderen aufzubauen und zu gestalten. Die digitalen Tools tragen dazu bei, ein inklusives Miteinander zu verwirklichen.

Fazit

Der Besuch der deutschen Delegation zeigt: Der Wiener Weg in der digitalen Elementarpädagogik ist ein Modell mit Vorbildcharakter, um Kinder bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten.