Auszeichnung für KI der Stadt Wien

WienKI gewinnt EU Public Sector Tech Watch Best Cases Award 2025

Die Stadt Wien wurde für die WienKI mit dem renommierten Public Sector Tech Watch Best Cases Award in der Kategorie Government‑to‑Government (G2G) ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt den ganzheitlichen Ansatz, künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, sicher und Nutzer*innen-orientiert in der Verwaltung zu etablieren.

Eine offizielle Zertifikatsverleihung fand im Rahmen der SEMIC 2025 Conference am 25. und 26. November 2025 in Kopenhagen statt. Dort stellten Vertreter*innen der Stadt Wien die WienKI vor internationalem Publikum vor.

Preisverleihung, im Vordergrund eine Frau mit Preis, dahinter 6 Männer

v.l.n.r.: Stefanos Kotoglou (EU Kommission), Johannes Pfaundler-Spiegel (Büro der a.StR.in Barbara Novak), Benedikt Schraik (CTO – MD-OS PIKT), Aslihan Bozatemur-Akdağ (LAbg/GR), Michel Seehuber, (MA 01), Jakob Knapp (MA 01) und Luca Tangi (EU Kommission)

SEMIC ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die darauf abzielt, die semantische Interoperabilität zwischen vernetzten E‑Government‑Systemen zu fördern.

Über die WienKI

WienKI ist die zentrale KI‑Plattform der Stadt Wien, die Mitarbeiter*innen regulierten, niedrigschwelligen Zugang zu generativen KI‑Funktionen bietet. Ziel ist nicht allein technischer Fortschritt, sondern die Modernisierung von Arbeitsprozessen unter Einhaltung rechtlicher Vorgaben (EU AI Act, DSGVO, EU Data Act) und die Stärkung der digitalen Souveränität der Stadt Wien.

Funktionen:

  • KI‑Assistenz: Interaktion mit verschiedenen Sprachmodellen (unter anderem OpenSource‑Modelle), Vorlagen für Formulierungen, Textzusammenfassungen sowie „bring your own content“ zum Einbinden von Dokumenten. System‑Prompts und genutzte Prompts sind offen einsehbar, um Transparenz zu gewährleisten.
  • Knowledge Databases: Kuratierbare Wissenssammlungen, semantische Suche, „Smart Info“ zum Teilen von Informationen, automatische Anonymisierungsoptionen und die Möglichkeit, mehrere Quellen gleichzeitig zu befragen.
  • Generative Suche: Periodische Indexierung interner Datenquellen (Intranet, wien.gv.at und so weiter) mit zusammenfassenden, quellverweisenden Antworten zur schnelleren Recherche.
  • Bild‑Generierung und Barrierefreiheit: Nutzung von DALLE3/GPT Image 1 sowie Text‑zu‑Sprache und Sprache‑zu‑Text in über 100 Sprachen.

Akzeptanz

Betriebs- und Nutzungszahlen belegen die Akzeptanz:

  • über 2.500 aktive Nutzer*innen
  • 70.000 freigeschaltete Accounts
  • mehr als 104.000 Chats
  • rund 292 Millionen verarbeitete Tokens
  • über 14.000 Dokumente in Wissensdatenbanken
  • Community mit etwa 1.600 Mitgliedern, die regelmäßige Schulungs‑ und Austauschformate nutzt

Einführung in der Wiener Stadtverwaltung

Die WienKI wurde von der Abteilung Wien Digital (MA 01) technisch aufgebaut und in Zusammenarbeit mit anderen Magistratsabteilungen produktiv eingeführt. Die Lösung basiert auf einer hybriden Enterprise‑Architektur (Azure RedHat OpenShift plus On‑Premises OpenShift) mit verschlüsselten Datenablagen und standardisiertem Usermanagement. Diese Architektur ermöglicht flexible Deployment‑Entscheidungen (Datenschutz, Verfügbarkeit, Latenz) und eine schnelle Rollout‑Fähigkeit.

Weitere Aspekte der Umsetzung:

  • Governance: Entwicklung eines rechtlichen Rahmens, AI‑Kompass, AI‑Kompetenznetzwerk
  • Weiterbildung und Community: Online-Community-Meetings und PrompTogether‑Austausch zur Befähigung von Nutzer*innen
  • Interoperabilität und Skalierbarkeit: Die modulare Microservice‑Architektur erlaubt die Anbindung interner Systeme und die spätere Nutzung durch andere Verwaltungseinheiten.
  • Digitale Souveränität: Hybride Deployments und verschlüsselte Datenablagen geben der Stadt die Hoheit über sensible Daten (Standort, Zugriffskontrolle) und vermindern Anbieterabhängigkeiten.

KI Use-Case Tag 2025

Inspirierende Workshops und spannende Use-Cases

Am 9. September 2025 fand im Rahmen des KICK Lab der zweite KI Use-Case Tag der Stadt Wien statt, eine Anschlussveranstaltung an den erfolgreichen Auftakt im Jahr 2024. Ziel war es auch in diesem Jahr, bestehende Anwendungen von KI in der Wiener Verwaltung sichtbar zu machen, Bedarfe der Dienststellen zu sammeln und gemeinsam neue Ideen für den Einsatz von KI zu entwickeln.

Organisiert wurde die Veranstaltung von UIV Urban Innovation Vienna. Rund 70 Teilnehmende aus über 35 Magistratsabteilungen, stadtnahen Unternehmen und Organisationen fanden sich im das forum, dem Klima- und Innovationsforum der Stadt Wien ein, um sich inspirieren zu lassen.

Inspirationen aus der Stadt für die Stadt

Den Auftakt machte Expertin Jeannette Gorzala mit einer Keynote zum aktuellen Rechtsrahmen und dem AI Act. Es folgten zahlreiche Showcases und Use-Cases aus der Stadt Wien und den Wiener Stadtwerken, beispielsweise in den Bereichen Förderantragserstellung, Analyse von Umfragedaten und Sprachübersetzungen in Echtzeit.

KI-basierte Wissensdatenbanken waren ein zentrales Thema des Tages. Den Nachmittag leitete Erich Prem von der TU Wien mit einer Keynote zum digitalen Humanismus in der Stadtverwaltung ein.

Workshops

Ein abwechslungsreiches Workshop-Programm zu folgenden Themen lud die Teilnehmer*innen zum gemeinsamen Arbeiten ein:

Workshop Geo-KI: Darstellung des Potenzials moderner Datenquellen und wie sie Mobile Mapping oder jährliche Luftbildaufnahmen und Satellitendaten für die Stadt Wien ermöglichen. Es wurden verschiedene Use-Cases diskutiert, etwa die automatische Erkennung von Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen.

Workshop Wissensdatenbanken: Mit WienKI hat die Stadt Wien eine modulare Plattform geschaffen, die Mitarbeiter*innen bei alltäglichen Fragen in der Verwaltungspraxis unterstützt. Die Anwendung nutzt eine ständig wachsende Wissensdatenbank, die auf der digitalen Dokumentation der Stadt basiert.

Workshop Prompting Together: KI-Expert*innen der Stadt Wien arbeiten mit Fach-Expert*innen an der Optimierung von Prompts für verschiedene Problemstellungen, zum Beispiel zum Dokumentenvergleich mit KI. Damit entstand ein praxisnahes Set an Best Practices für die Anwendung von KI im Verwaltungsalltag.

Workshop Bedarfserhebung in den Dienststellen: Der KI Use-Case Tag dient der Stadt außerdem zur Bedarfserhebung. Von Themen der automatisierten Antragserstellung und Prüfung von Unterlagen über automatisierte Protokollierung bis zur KI-gestützten Datenerhebung für Baustellen zeigt sich ein breites Bild an Ideen und Bedarfen für den KI-Einsatz in der Wiener Verwaltung.

Anknüpfung an den KI Use-Case Tag von 2024

Die Veranstaltung knüpfte nahtlos an den KI Use-Case Tag 2024 an, vertiefte die damals gestarteten Diskussionen und entwickelte sie weiter. Klar wurde: KI kann dort echten Mehrwert schaffen, wo konkrete Verwaltungsprozesse entlastet, Daten klug genutzt und konkrete Anwendungsfälle unterstützt werden.

Der KI Use-Case Tag des KICK Lab der UIV Urban Innovation Vienna stellt damit eine wichtige Plattform für eine längerfristige KI-Umsetzung in der Stadt Wien dar, die innovative Technologien verantwortungsvoll und zielgerichtet für die Verwaltung und städtische Unternehmen sichtbar macht.

Digitaler Beilagenstempel

Ein Meilenstein für die digitale Verwaltung in Wien

Die Stadt Wien setzt mit dem Projekt „Digitaler Stempel (DISEL)“ einen neuen Standard in der digitalen Verwaltung. Was bisher nur für Papierbeilagen möglich war, wird nun vollständig digital: Der rechtsgültige digitale Beilagenstempel ist da.

Warum ist das wichtig?

  • Führende Version jetzt auch digital: Der digitale Stempel ersetzt den bisherigen Papierprozess und ermöglicht eine durchgängige elektronische Bearbeitung.
  • Effizienz und Nachhaltigkeit: Jährlich werden zehntausende Beilagen digital signiert, das spart enorme Mengen Papier und schont Ressourcen.
  • Rechtsgültigkeit und Sicherheit: Der digitale Stempel erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und garantiert die Integrität der Dokumente.

Bedeutung für Bürger*innen und Verwaltung

Mit DISEL können Dokumente ohne Medienbruch elektronisch erstellt, signiert und archiviert werden. Bürger*innen müssen nicht mehr persönlich erscheinen, um Beilagen zu beglaubigen. Das spart Zeit und macht die Verwaltung zugänglicher und inklusiver.

Wien Digital-Workshops für Schülerinnen

„Junge Frauenstimmen“ – HTL Wien West trifft Wien Digital

„Wie ist es als Frau in einem männerdominierten Beruf?“, „Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Arbeitsplatzes in Bezug auf KI?“, „Was würden Sie jungen Mädchen raten?“ Diese und viele andere Fragen stellten Schülerinnen der HTL Wien West, die sich für die Fachrichtung Informationstechnologie entschieden hatten, im Rahmen eines Workshops von 3 Mitarbeiterinnen von Wien Digital.

Die Fragen bezogen sich meist auf die schulische und berufliche Laufbahn sowie persönliche Entwicklung. Viele der Schülerinnen haben – ebenso wie die Mitarbeiter*innen von Wien Digital – Migrationshintergrund. Oft kommen bei den Mädchen hinsichtlich ihres gewählten Berufsweges Zweifel auf, sei es aufgrund traditioneller Geschlechtervorstellungen des Elternhauses, sei es wegen Unsicherheiten oder privater Verpflichtungen.

Workshop-Initiative des Integrationshauses

Der Workshop entstand auf Initiative des Integrationshauses, einem Kompetenzzentrum für die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen. Neben Wohnraum und Beratungsangeboten betreibt es auch einen vielfältigen Bildungsbereich, in dem unter anderem arbeitsmarktbezogene und kreative Projekte umgesetzt werden. Eines dieser Projekte ist der Podcast Frauenstimmen, in dem seit 2021 ehemalige Teilnehmerinnen der Deutschkurse ihre persönlichen Geschichten und Perspektiven teilen.

Heuer wurde das Projekt unter dem Titel „Junge Frauenstimmen“ gemeinsam mit Schülerinnen der HTL Wien West fortgesetzt. Dabei sollen Schülerinnen in Workshops mit Vorbildern in Kontakt kommen, die den Einstieg ins Berufsleben schon geschafft haben, oft einen ähnlichen Background haben und dementsprechend die Barrieren gut kennen. Im Rahmen der Workshop-Reihe wird auch eine Podcast-Folge erarbeitet mit dem Ziel, Meinungen und Ideen junger Frauen hörbar zu machen und ihnen eine Plattform zu bieten.

Förderung des Frauenanteils in der IT

Der Fokus der Workshops liegt auf „Vorbildern“: Indem die Teilnehmerinnen inspirierende Frauen aus der Berufswelt kennenlernen und ihnen Fragen stellen können, erhalten sie wertvolle Einblicke, Orientierung und Motivation für ihren eigenen Bildungs- und Berufsweg. Die Treffen helfen auch dabei, Unsicherheiten abzubauen, Selbstbewusstsein zu stärken und Bewältigungsstrategien für Hindernisse zu finden.

 Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital:

Eine wunderbare Initiative, die auch zur Erreichung des Ziels aus dem Regierungsübereinkommen beiträgt, den Frauenanteil in IT- und Digitalberufen zu erhöhen, bestehende Hürden abzubauen und Kinder und Jugendliche verstärkt für die Branche zu begeistern!

 

 

Grete Rehor-Preis für Brigitte Lutz

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner zeichnete am 4. November 2025 im Rahmen des Österreichischen Frauenpreises herausragende Frauen aus. Der vom Bundeskanzleramt – Staatssekretariat für Digitalisierung gestiftete Grete Rehor-Preis „MINT und Digitalisierung“ wurde 2025 an Ing.in Brigitte Lutz, MSc verliehen, eine langjährige Mitarbeiterin der Stadt Wien, MD-OS/PIKT. Damit wird ihre herausragende Leistung im Bereich Open Government Data gewürdigt. Die Vorreiterrolle der Stadt Wien in diesem Bereich ist auch Frau Lutz zu verdanken. Besonders betont wurde auch der langjährige Einsatz von Frau Lutz, Mädchen für Berufe in der IT zu begeistern. Hierzu heißt es in der Begründung:

Brigitte Lutz ist eine der Initiatorinnen des „Hedy Lamarr Preises der Stadt Wien“ für Frauen in der IT und Schirmfrau der Initiative „She.Digital.Wien“, wo sie Frauen und Mädchen für Berufe in der IT begeistert und sich für die Stärkung von Frauen-Netzwerken einsetzt.

Brigitte Lutz in der Stadt Wien

In der Welt der Daten und Digitalisierung ist Brigitte Lutz ein Name, der mit Innovation, Engagement und echter Veränderung verbunden ist. Über viele Jahre hinweg war sie als Data Governance-Koordinatorin der Stadt Wien tätig und hat die strategische Ausrichtung des Datenmanagements in Richtung Datenexzellenz geprägt. Als Data Governance-Koordinatorin hat Brigitte Lutz maßgeblich dazu beigetragen, dass Wien zu einer Vorreiterstadt in Sachen digitaler Verwaltung wurde. Sie entwickelte Rahmenwerke und Prozesse, die den sicheren, transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit Daten sicherstellen. Dabei legte sie Wert darauf, dass Daten nicht nur als technisches Gut betrachtet werden, sondern als zentraler Bestandteil einer modernen und bürgernahen Verwaltung: Daten sollen für alle nutzbar und verständlich sein.

Ein besonderes Anliegen von Frau Lutz ist die Förderung von Mädchen und Frauen im IT-Bereich. Mit Leidenschaft initiierte sie zahlreiche Projekte, um junge Frauen für Technik und Digitalisierung zu begeistern, beispielsweise:

  • Girls in ICT Day: Brigitte Lutz unterstützte den internationalen Aktionstag und organisierte Workshops, bei denen Mädchen erste Programmiererfahrungen sammeln und mit weiblichen IT-Vorbildern sprechen konnten.
  • Mentoring-Programme: Sie engagierte sich als Mentorin und baute Netzwerke auf, in denen Frauen durch erfahrene IT-Expertinnen begleitet und gefördert werden.
  • Kooperationen mit Schulen: Gemeinsam mit Wiener Schulen initiierte sie Projekte, um Mädchen bereits frühzeitig mit digitalen Kompetenzen vertraut zu machen – von Coding-Workshops bis zu Hackathons.
  • Digital.Wien wurde von Frau Lutz mitinitiiert, um zahlreiche Initiativen besser zu vernetzen.
  • Durch ihre zahlreichen Vorträge und Medienauftritte inspirierte sie nicht nur Mädchen sondern auch Entscheider*innen, die Bedeutung von Frauen in der IT aktiv zu fördern.

Frau Lutz ist im Sommer dieses Jahres in die wohlverdiente Pension verabschiedet worden. Die Verleihung des Grete Rehor-Preises ist ein feierlicher und verdienter Abschluss ihrer jahrelangen beruflichen Tätigkeiten.

Beratung zum Digital Fairness Act

Die Europäische Union befindet sich aktuell in einem wegweisenden Prozess: Es wird über den sogenannten Digital Fairness Act diskutiert, der das digitale Leben in Europa künftig beeinflussen soll. Im Rahmen dieses Prozesses gibt es eine öffentliche Konsultation, also einen Austausch, bei dem verschiedene Interessensgruppen ihre Meinung und Expertise einbringen können. Dazu zählen Städte, Unternehmen und Bürger*innen.

Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak:

Uns ist der Schutz insbesondere vulnerabler Gruppen auch im digitalen Raum ein Anliegen. Gerade im digitalen Raum brauchen wir klare Regeln gegen suchterzeugende Designs, manipulative Algorithmen und diskriminierendes Profiling. Wo wir können, unterstützt die Stadt Wien Betroffene auch – deshalb betreiben wir die Cybercrime-Helpline seit 2022. Um gegen die großen Anbieter effektiv vorgehen zu können, bedarf es aber der Ebene der Europäischen Union. Wir begrüßen daher die Initiative und unterstützen diese auch.

Daher hat das CIO-Office der Stadt Wien diese Gelegenheit genutzt und eine Stellungnahme zum geplanten Digital Fairness Act abgegeben. Als Stadt, die sich seit Jahren aktiv für die digitale Teilhabe und den Schutz ihrer Bürger*innen einsetzt – und mit der Cybercrime Helpline auch konkrete Hilfsangebote geschaffen hat – sieht Wien im Digital Fairness Act eine Chance zur Verbesserung der aktuellen Situation.

Für eine faire und sichere digitale Zukunft

Wien begrüßt ausdrücklich die Möglichkeit, im Rahmen der Konsultation einen Beitrag zu den Vorarbeiten des Digital Fairness Acts zu leisten. Angesichts der rasant fortschreitenden Digitalisierung und der damit verbundenen Herausforderungen für die europäische Bevölkerung ist es aus Sicht der Stadt unbedingt notwendig, dass die Grundrechte, besonders jene von vulnerablen Gruppen, im Mittelpunkt der Gesetzgebung stehen.

In der Stellungnahme spricht sich die Stadt klar für eine strenge Regulierung etwa suchterzeugender Designs sowie des Profilings aus. Besonders wichtig sind dabei die Grundrechte, wie das Recht auf Privatsphäre und auf Nichtdiskriminierung im digitalen Raum.

Die Stadt fordert, dass das Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien klar geregelt wird, um Kinder und Jugendliche wirksam vor potenziellen Schäden im digitalen Raum zu schützen. Entscheidend ist, dass diese Altersgrenzen nicht nur auf dem Papier existieren, sondern tatsächlich durchsetzbar und sanktionierbar sind. Nur so können manipulative Marketingtaktiken, die gezielt junge Menschen ansprechen, wirksam unterbunden werden.

Unternehmen müssen zudem zu einer aktiven Fürsorgepflicht gegenüber Kindern und Jugendlichen verpflichtet werden. Es reicht nicht aus, auf freiwillige Maßnahmen zu setzen. Der Gesetzgeber ist gefordert, klare und verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Es gilt, entschlossen zu handeln, um insbesondere vulnerable Gruppen, allen voran Minderjährige, im digitalen Raum zu schützen. Ein umfassender und ambitionierter Digital Fairness Act ist aus Sicht der Stadt Wien ein unverzichtbarer Schritt in diese Richtung.

Die Stellungnahme der Stadt: Rückmeldung von: Stadt Wien / City of Vienna – CIO Office

 

App für Schule und Kindergarten

Seit 1. September 2025 dient die Wiener Bildungspost der digitalen Kommunikation für alle Eltern und Pädagog*innen an Wiener Kindergärten, Schulen und Horten. Sie bietet eine zentrale, sichere und mehrsprachige Kommunikationslösung für Wiens Pflichtschulen und Kindergärten. Die App stärkt die Zusammenarbeit mit Eltern, entlastet Pädagog*innen im Alltag und vereinfacht Verwaltungsprozesse. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Bildungsarbeit mit den Kindern und der Beruf gewinnt an Attraktivität.

Statt vieler unübersichtlicher Kanäle bietet die App einen klaren, geschützten Kommunikationsweg für alles Relevante – von Krankmeldungen bis zum digitalen Mitteilungsheft. Die App übersetzt Nachrichten auf Knopfdruck in bis zu 47 Sprachen, sodass alle Eltern gut informiert sind.

Meilenstein: 100.000 Nutzer*innen

Im Oktober 2025 hat die Wiener Bildungspost einen wichtigen Meilenstein erreicht: Mehr als 100.000 registrierte Nutzer*innen verwenden die App bereits für die digitale Kommunikation in Kindergärten, Schulen und Horten.

Screenshot der App

WiBi-App: Im September 2025 gestartet, im Oktober bereits mit 100.000 Nutzer*innen

Hauptmerkmale der Wiener Bildungspost

  • Zentrale Plattform: Die App ist eine sichere Kommunikationsplattform für Eltern, Pädagog*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen ab 14 Jahren.
  • Intuitive Bedienung: Die App ist benutzerfreundlich und in 27 Sprachen verfügbar, sodass sich alle Nutzer*innen schnell zurechtfinden. Sie ist als Web-Version sowie als Mobile App für iOS und Android verfügbar.
  • Mehrsprachige Kommunikation: Krankmeldungen, organisatorische Hinweise und Terminvereinbarungen können auf Knopfdruck in 47 Sprachen übersetzt werden.
  • Vielfältige Funktionen: Krankmeldungen, digitales Mitteilungsheft, Foto-Dokumentation, E-Portfolios, digitale Stundenpläne, Abwesenheitsmeldungen, Checklisten und Termin-Organisation von zum Beispiel Sprechtagen
  • Datenschutzkonform: Die Kommunikation erfolgt sicher und datenschutzkonform, was Vertrauen und Teilhabe fördert.

Vorteile für die Bildungsarbeit

  • Entlastung der Pädagog*innen: Die App vereinfacht administrative Prozesse und stärkt die Zusammenarbeit mit Eltern, sodass mehr Zeit für die eigentliche Bildungsarbeit bleibt.
  • Attraktivität des Berufs: Durch die moderne und effiziente Kommunikation wird der Beruf der Pädagog*innen attraktiver.

Zentraler Baustein der Digitalen Bildungsstrategie

Die Einführung der Wiener Bildungspost ist ein bedeutender Schritt, um die Kommunikation im Bildungsbereich zeitgemäß und effizient zu gestalten. Die App ist ein zentraler Baustein der Digitalen Bildungsstrategie Wiens sowie der Digitalen Agenda 2030. Denn die Stadt Wien bietet Platz für über 37.000 Kinder in rund 350 städtischen Kindergärten und Horten sowie für 130.000 Schüler*innen in mehr als 400 Pflichtschulen.

Die App basiert auf den bewährten Systemen von FoxEducation und dessen Apps KidsFox und SchoolFox und wurde gemeinsam mit den Abteilungen Wien Digital (MA 01), Kindergärten (MA 10) und Kommunikation und Medien (MA 53) an die Anforderungen Wiens angepasst. Die technische Umsetzung und Integration ins städtische Umfeld wurden entsprechend erweitert und an das Corporate Design der Stadt Wien angepasst.

Weitere Informationen

Wiener Bildungspost – WiBi – wien.gv.at

Neue App „Wiener Bildungspost“ der Stadt Wien und FoxEducation – Rathauskorrespondenz

Major Cities of Europe Conference 2025

Präsentation des Projektes ADUCAT bei der Conference in Issy‑les‑Moulineaux

Die Major Cities of Europe Conference fand am 9. und 10. Oktober 2025 im französischen Issy-les-Moulineaux mit über 200 Teilnehmer*innen aus europäischen Städten statt. Der Fokus der Veranstaltung lag auf Digitalisierung, KI-gestützten Ansätzen in Städten sowie urbaner Transformation. Das CIO Office der Stadt Wien war mit 2 Beiträgen vertreten: dem Projekt ADUCAT sowie einem Panel-Beitrag zum Themenschwerpunkt „Local Digital Government Transformation“.

ADUCAT

Im Rahmen der Konferenz präsentierte das Projekt ADUCAT sein Konzept „Actionable Data Space for Urban Climate Adaptation and related socio-ecological, local Transformation“. ADUCAT vereint Daten aus dem Copernicus-Programm mit KI- und Machine-Learning-Verfahren. Ziel ist nicht die bloße Bereitstellung von Rohdaten, sondern deren Übersetzung in verwaltungsrelevante Handlungsempfehlungen. Damit wird der Übergang von datengetriebener Analyse zu handlungsorientierter Steuerung im städtischen Kontext ermöglicht.

Die Stadt Wien erprobt gemeinsam mit Partner*innen aus Industrie und Wissenschaft innovative Methoden in folgenden Themenbereichen:

  • Infrastruktur-Monitoring und Sicherheit: Erkennung von Belastungen und Risiken bei städtischer Infrastruktur, etwa durch Hitze, Bodenbewegungen oder Wasserstress, mithilfe hochfrequenter Datenanalysen
  • Monitoring von Vegetation und Grünräumen: Erfassung von Stresszuständen und Veränderungen in urbanen Grünflächen zur Unterstützung klimatischer Anpassungsmaßnahmen
  • Hochauflösende Temperatur- und Hitzevorhersage: Nutzung von Datenmodellen zur Identifikation von Hitze-Hotspots und zur Unterstützung präventiver Maßnahmen in Stadtplanung und öffentlicher Gesundheit

Das Projekt ADUCAT wird mit Unterstützung aus Mitteln der Europäischen Union umgesetzt und unterstützt maßgeblich die Ziele der Digitalen Agenda Wien 2030 sowie der Smart Klima City-Strategie der Stadt Wien. Es steht exemplarisch für die Verknüpfung von Digitalisierung, Klima-Anpassung und datenbasierter Stadtentwicklung und unterstreicht die Relevanz solcher Ansätze für europäische Metropolen.

Das Projekt wurde von Vertreter*innen der Stadt Wien gemeinsam mit dem von der UIV Urban Innovation Vienna GmbH betriebenen Vienna Geospace Hub entwickelt.

Panel-Diskussion

Unter dem Titel „Digital Transition – The 5 stages of government transformation: e-government, open government, data-centric government, fully transformed government, smart government“ diskutierte Franziska Führer, Referentin im CIO-Office, mit Vertreter*innen der Städte Madrid, Lyon und Prato über die Transformationsprozesse und -fortschritte in ihren Städten, die Hürden, die Chancen und die Lessons Learned.

Gemeinsam verständigte man sich darauf, dass die Städte sich kontinuierlich auf dem Weg zu gänzlich transformierten Städten befinden, dass der Weg und die Herausforderungen aber noch mannigfaltig sind. Datenstrategie, Wissensmanagement, und Change-Management sind Herausforderungen, die als Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation herausgestrichen wurden.