Vienna Geospace Hub

Wien setzt neue Maßstäbe in der Nutzung von Satellitendaten

Mit dem Aufbau des Innovationslabors Vienna Geospace Hub und dem Start des europäischen Leuchtturmprojekts ADUCAT im Herbst 2025 ist es gelungen, Satellitendaten systematisch und dauerhaft in die Wiener Stadtentwicklung zu integrieren.

2 zentrale Zielsetzungen der Digitalen Agenda der Stadt Wien 2030 wurden damit erfolgreich realisiert: die Etablierung eines Innovationslabors für Geo- und Erdbeobachtungsdaten sowie die konkrete Umsetzung anwendungsorientierter Projekte.

Ein Innovationslabor für die Stadt von morgen

Seit Herbst 2024 verfügt die Stadt Wien mit dem Vienna Geospace Hub über eine zentral koordinierte Einheit für Innovationen im Bereich Erdbeobachtungs- und Geodaten. Das Innovationslabor wird im Auftrag der Stadt Wien von UIV Urban Innovation Vienna GmbH betrieben und koordiniert.

Als Innovationslabor entwickelt der Vienna Geospace Hub neue, datengetriebene Anwendungen – gemeinsam mit Verwaltungseinheiten, städtischen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und externen Partner*innen. Die Finanzierung ist bis Herbst 2028 gesichert und erfolgt zu gleichen Teilen durch die Stadt Wien sowie durch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft.

Durch anwendungsorientierte Use Cases werden komplexe Daten in entscheidungsrelevante Informationen übersetzt. Diese fließen direkt in strategische und operative Abläufe der Stadt ein. Durch Projekte wie RAVEN, GTIF-AT SC, Energy Space und Urban Sky sowie durch technologische Kompetenz und institutionelle Verankerung werden Verwaltungsprozesse effizienter, transparenter und zukunftsfähiger. Es entstehen neue datenbasierte Methoden, mit deren Hilfe bedarfsgerechte Anwendungen entwickelt und schrittweise in den produktiven Einsatz überführt werden können.

Gleichzeitig stärkt der Vienna Geospace Hub den Auf- und Ausbau europäischer Digitalinfrastruktur. Durch die Nutzung von europäischen Satellitendaten und ihre Überführung in die Wiener und österreichische Innovationslandschaft wird die Digitalsouveränität gestärkt.

ADUCAT: Europäisches Leuchtturmprojekt für datenbasierte Stadtentwicklung

Mit dem bis Frühjahr 2029 laufenden, europäisch geförderten Projekt ADUCAT wurde ein umfassendes Umsetzungsprojekt gestartet. Ziel ist es, satellitengestützte Daten gezielt einzusetzen, um urbane Herausforderungen datenbasiert zu adressieren.

Dazu zählen präzises Monitoring von Grünräumen, die Überwachung kritischer Infrastrukturen sowie verbesserte Temperatur- und Hitzeprognosen. Die gewonnenen Informationen werden aufbereitet, mit bestehenden Verwaltungsdaten abgestimmt und in geeigneter Form bereitgestellt, sodass sie direkt in Planungs- und Entscheidungsprozesse einfließen können. Dadurch erhalten Fachabteilungen eine verlässliche und zeitgemäße Datengrundlage für strategische wie operative Aufgaben.

Die entwickelten Methoden, Prozesse und technischen Lösungen sind übertragbar und können von anderen Städten adaptiert werden. Damit unterstützt das Projekt Wien konkret auf dem Weg zu Klimaneutralität und klimaresilienter Stadtentwicklung und positioniert die Stadt europaweit als Referenz für datenbasierte Transformation.

Nachhaltige Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus

Mit dem Vienna Geospace Hub und ADUCAT wurde nicht nur ein einzelnes Projekt umgesetzt, sondern eine Innovationsstruktur etabliert. Wien verfügt mit dem Vienna Geospace Hub über eine Plattform, die Satellitendaten und Verwaltungswissen zusammenführt, Kompetenzen aufbaut und neue Anwendungen kontinuierlich weiterentwickelt.

IoT optimiert Prozesse in Wien

Digitale Technologien entfalten ihren Nutzen oft im Hintergrund – dort, wo sie Abläufe vereinfachen und transparent machen. Ein aktuelles Beispiel aus Wien zeigt, wie die Abteilung Wien Digital (MA 01) mittels Internet of Things (IoT)-Sensorik Prozesse der Stadtverwaltung effizienter und nachhaltiger gestaltet.

Die Herausforderung

Jährlich bewegt die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) in Wien zahlreiche Mulden im Stadtgebiet, etwa im Rahmen der Abfallwirtschaft oder der städtischen Logistik. Die bisherige Verwaltung war vielfach mit manuellem Dokumentationsaufwand verbunden: Standorte mussten erfasst und kontrolliert werden. Oft reicht die postalische Adresse nicht aus, um den exakten Abstellort auf großen Arealen wie Sportplätzen, Innenhöfen oder Betriebsflächen eindeutig zu bestimmen.

Die technische Lösung: Präzise Standortdaten durch IoT

Durch den Einsatz von Sensoren mit GPS‑Ortung werden Mulden jetzt automatisch und in Echtzeit über das Long Range Wide Area Network (LoRaWAN)-Netzwerk der Wien Energie lokalisiert. Die Standortdaten fließen direkt in die Echtzeitdaten-Plattform von Wien Digital, die IoT-Base. So ist nicht nur die Adresse, sondern auch die genaue Position innerhalb eines Geländes abrufbar.

Für die Stadtverwaltung bedeutet die automatisierte Datenerfassung einen konkreten operativen Vorteil: Standorte sind jederzeit aktuell verfügbar, Transportwege lassen sich effizienter organisieren und unnötige Fahrten können vermieden werden. Das spart Zeit und Ressourcen und unterstützt eine nachhaltigere Organisation der Abläufe.

IoT als Baustein der Smart City Wien

Das Beispiel verdeutlicht, wie Wien digitale Infrastruktur gezielt einsetzt, um bestehende Prozesse weiterzuentwickeln. IoT-Technologien kommen in vielen weiteren Bereichen zur Anwendung, etwa für Umweltmonitoring, intelligente Bewässerung, Gebäudemanagement oder Echtzeit-Tracking von Infrastruktur.

So wird Digitalisierung konkret erlebbar: als Technologie, die Verwaltung und Bürger*innen unterstützt.

Neuer Stadtplan und Geoportal

Wiens Kartenwelt wird moderner

Wien macht Kartenanwendungen einfacher, moderner und besser nutzbar: Der Stadtplan BETA unterstützt bei der täglichen Orientierung mit neuer Oberfläche und themenbezogener Suche.

Für alle, die tiefer in Geodaten einsteigen wollen, bündelt das Geoportal Wien viele Datensätze und Werkzeuge an einem Ort.

Wiens neue Kartenangebote: 2 Zugänge, 1 Ziel

Karten gehören zu den meistgenutzten digitalen Angeboten einer Stadt. Ob man schnell eine Adresse findet, wissen will, was in der Umgebung los ist, oder sich zu einem Thema wie Mobilität, Umwelt oder Stadtentwicklung einen Überblick verschaffen möchte: Der Bedarf ist groß und sehr unterschiedlich. Genau deshalb setzt Wien bei der Weiterentwicklung seiner Kartenwelt auf 2 klar ausgerichtete Angebote: den Stadtplan BETA für den Alltag und das Geoportal Wien für alle, die Geodaten gezielt kombinieren, analysieren oder herunterladen möchten.

Neuer Stadtplan BETA: schneller finden, leichter bedienen

Der Stadtplan BETA steht als erste Voransicht zur Verfügung und bringt 3 Dinge zusammen:

  • Schlagwort‑Suche nach Themen und Angeboten
  • modernes Design und eine übersichtliche Bedienung
  • verschiedene Kartenansichten mit zusätzlichen Informationen

wien.gv.at-Stadtplan

Geoportal Wien: Geodaten zentral entdecken, kombinieren und teilen

Wer beruflich, wissenschaftlich oder aus persönlichem Interesse mit Geodaten arbeitet, braucht andere Funktionen als die im klassischen Stadtplan angebotenen. Das Geoportal Wien ist deshalb als zentrale Anlaufstelle für viele Geodaten gedacht: Datensätze lassen sich suchen, layerweise kombinieren, in ihrer Transparenz anpassen und je nach Thema gezielt auswerten.

Typische Funktionen sind etwa Messwerkzeuge, Zeichenfunktionen, Datenfilterung und Datenexport, ein Time‑Slider sowie das Teilen individuell zusammengestellter Karten per Link. Das Geoportal Wien läuft zudem auf einer Open Source Software.

Geoportal – Stadtvermessung und Geoinformation

Daten als Fundament: Open Government Data und standardisierte Geowebservices

Damit Karten nicht nur „schön“, sondern auch verlässlich und weiterverwendbar sind, setzt Wien seit Jahren auf Open Government Data (OGD). Daten werden wo möglich offen bereitgestellt und können von Verwaltung, Forschung, Unternehmen und Zivilgesellschaft genutzt werden.

Ergänzend dazu bietet die Stadt Wien Geodaten auch als standardisierte Webservice‑Schnittstellen (zum Beispiel WMTS, WMS, WFS, VTC) an. Das ist wichtig, damit Geoinformationen in vielen Anwendungen stabil und performant eingesetzt werden können.

Der Text wurde mit der Unterstützung von KI erstellt.

MINT in Wien: Früh fördern, gut begleiten

Wie können Kinder und Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das erste Wiener MINT-Stakeholder-Forum am 10. März 2026 im Rathaus. Im Fokus stand, was junge Menschen von der frühen Bildung bis zum Beruf brauchen, damit das Interesse an MINT nicht verloren geht.

In Wien gibt es dafür bereits viele engagierte Akteur*innen aus den Bereichen Bildung, Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die beim Forum entstandene Wiener MINT-Karte zeigt, wie breit das Feld schon aufgestellt ist – von Angeboten für Kindergarten und Schule bis zu außerschulischen Initiativen, Netzwerken und Einrichtungen der Erwachsenenbildung.

Plakat mit bunten Feldern und gelben Post-its

Die Wiener MINT-Karte zeigt, wie vielfältig die Akteur*innen, Angebote und Themenfelder in Wien bereits sind.

Die Keynote von Hilda Tellioğlu, Professorin für Informatik an der TU Wien, machte deutlich: MINT-Förderung ist nicht nur ein Bildungsthema, sondern auch eine Frage von Chancen und Teilhabe. Daher ist es entscheidend, Kinder und Jugendliche über den gesamten Bildungsweg hinweg gut zu begleiten. Gerade bei Bildungswechseln können das Interesse verloren gehen oder Orientierung fehlen. Dies ist zum Beispiel beim Schulstart, beim Wechsel in eine neue Schulstufe oder später bei der Entscheidung für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Beruf der Fall. Solche Brüche wiegen auch deshalb schwer, weil MINT-Kompetenzen in Zukunft noch stärker gefragt sein werden. Laut der Keynote erfordern 70 Prozent der Berufe der Zukunft MINT-Kompetenzen. Zugleich waren im Jahr 2023 in Österreich rund 25.000 MINT-Stellen unbesetzt.

In den Workshops ging es deshalb vor allem darum, wie Wien vorhandene Angebote besser verbinden kann: durch stärkere MINT-Impulse im Kindergarten, bessere Berufsorientierung, eine engere Verknüpfung von schulischen und außerschulischen Angeboten sowie niederschwellige Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen. Auch passende Vorbilder und die Ansprache von Eltern, insbesondere von Müttern, wurden als wichtige Faktoren genannt. Ein besonderer Fokus lag darauf, Mädchen und junge Frauen gezielter für technische Bildungswege zu gewinnen.

Vernetzung und Begleitung verstärken

Das Forum hat gezeigt, dass Wien MINT nicht bei null aufbauen muss. Vieles ist bereits vorhanden. Entscheidend ist nun, bestehende Angebote besser zu vernetzen, Bildungswechsel bewusster zu begleiten und Kinder und Jugendliche über längere Zeit hinweg gut zu unterstützen.

Die Stadt Wien will diesen Austausch weiterführen und die Wiener MINT-Landschaft weiter stärken. Die MINT-Koordinationsstelle der MA 23 dient dabei als Anlaufstelle für MINT-Anliegen in Wien.

Weitere Informationen

Die MINT-Initiative der Stadt Wien