„Cybercrime Helpline“ 01 4000-4006

Die „Cybercrime Helpline“ der Stadt Wien ist werktags von 7.30 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 01 4000-4006 erreichbar. Personen, die vermuten, Opfer von Internet-Kriminalität geworden zu sein, bekommen kostenlos erste Informationen und Handlungsempfehlungen.

 

4 Personen halten Plakat mit Infos zur Cybercrime Helpline

Seit Einrichtung der „Cybercrime Helpline“ wurden über 2.000 Anfragen bearbeitet.

 

Seit der Gründung der Hotline wurden bereits über 2.000 Anfragen bearbeitet. Allein im Jahr 2024 wurde die Helpline mehr als 1.000 Mal kontaktiert. Rund 55 Prozent dieser Anfragen betrafen Cyber-Betrug, insbesondere den Verlust von Geld und Daten im Netz. Weitere häufige Anliegen umfassten Phishing-Attacken, bei denen vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkarten-Daten erbeutet werden sollen, sowie Erpressungsversuche per E-Mail. Neben der direkten Beratung vermittelt die „Cybercrime Helpline“ Betroffene bei Bedarf an spezialisierte Beratungsstellen weiter. Dazu zählen:

Der Frauennotruf arbeitet seit 2020 im Rahmen der Kompetenzstelle gegen Cybergewalt mit IT-Sicherheitsexpert*innen der Stadt Wien (WienCERT) zusammen, um von Cybergewalt betroffene Frauen bestmöglich zu unterstützen.

Die „Cybercrime Helpline“ wird vom Stadtservice der Stadt Wien betrieben und ist als erste Anlaufstelle für Betroffene konzipiert. Die Stadt empfiehlt, bei Verdachtsfällen neben der Kontaktaufnahme mit der Helpline auch die Polizei zu informieren, um alle notwendigen Schritte zur Sicherheit zu gewährleisten.

Weitere Informationen

Erstanlaufstelle für Opfer von Internet-Kriminalität

Laura Koesten erhält Hedy Lamarr Preis

Der Hedy Lamarr Preis 2024 der Stadt Wien ging am 23. Oktober an Laura Koesten von der Universität Wien. Die Preisverleihung war der krönende Abschluss des Haupttages der Digital Days 2024 im Technischen Museum Wien. Die Stadt Wien würdigte mit Laura Koesten bereits zum 7. Mal eine österreichische Forscherin für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Informationstechnologie.

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Laura Koesten, Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál

Der Hedy Lamarr Preis wurde von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál (rechts) und Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler (links) an Laura Koesten (Mitte) überreicht.

Eine unabhängige Jury hat Koesten als Siegerin bestimmt. Weitere nominierte Kandidatinnen waren:

  • Georgia Avarikioti, TU Wien
  • Katalin Fazekas, TU Wien
  • Anela Lolic, TU Wien
  • Lisa Posch, TU Graz
  • Zeynep G. Saribatur, TU Wien

Preisverleihung Digital Girls Hackathon

Vor der Verleihung des Hedy Lamarr Preises wurden auch die Gewinnerinnen des diesjährigen Digital Girls Hackathon Wien geehrt. Dabei sind Schüler*innen der 2. und 3. Klasse Unterstufe im Bereich Game Design und Programmieren gegeneinander angetreten und haben Mini-Spiele entwickelt.

Mädchen auf einer Bühne

Auch die Gewinnerinnen des Digital Girls Hackathon Wien 2024 freuten sich über ihren Preis.

Über Laura Koesten

Laura Koesten betreibt Forschung mit dem Ziel, Daten und algorithmische Modelle für verschiedene Zielgruppen verständlicher und zugänglicher zu machen.

Koesten war zunächst als selbstständige Physiotherapeutin tätig, bevor sie sich für einen Karrierewechsel entschied. Ihre weitere akademische Laufbahn verlief bisher großteils in Großbritannien, wo sie ihren PhD an der University of Southampton und dem Open Data Institute absolvierte und danach als leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am King’s College in London forschte.

Aktuell ist sie Postdoktorandin an der Universität Wien an der Fakultät für Informatik und leitet ein WWTF Projekt im Bereich des Digitalen Humanismus (Talking Charts). Darin wird untersucht, ob öffentliche Interpretationen von Daten in Visualisierungen mit den Botschaften übereinstimmen, die ihre Ersteller*innen vermitteln möchten.

In ihrer Forschung bezieht sie Teilnehmer*innen-Gruppen ein, die aufgrund ihres soziodemografischen Hintergrunds in der Informatikforschung nicht häufig vertreten sind. Diese Herangehensweise ermöglicht ein besseres Verständnis dafür, wie verschiedene Gruppen Daten und Modelle interpretieren, und unterstützt dateninformierte Entscheidungen. Ziel ist es, Schnittstellen zu entwickeln, die Inklusion und Vielfalt fördern und mehr Mitglieder der Gesellschaft im Prozess der Digitalisierung zu erreichen.

Neben ihrer Arbeit in unterschiedlichen Forschungsprojekten ist sie als Organisatorin und Teilnehmerin auf zahlreichen Fachveranstaltungen aktiv und verfügt über ein vielfältiges Portfolio an Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften und Konferenzbänden.

In ihrer Dankesrede betonte Laura Koesten, dass ihr beruflicher Werdegang nicht immer geradlinig verlaufen ist und sie gerade deshalb ein Vorbild und eine Inspiration für andere sein möchte, eine Karriere im Technologiebereich zu verfolgen, unabhängig davon, wie direkt oder unkonventionell der Weg dorthin sein mag.

Über den Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien

Der Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien betont die Rolle und Bedeutung von Frauen in der IT-Branche. Namensgeberin ist die in Wien geborene Hollywood-Schauspielerin und Wissenschaftlerin Hedy Lamarr. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die bisherige Preisträgerinnen sind:

  • Maria Eichlseder
  • Shqiponja Ahmetaj
  • Johanna Pirker
  • Laura Nenzi
  • Martina Lindorfer
  • Verena Fuchsberger-Staufer

Die Stadt Wien verleiht den Hedy Lamarr Preis jedes Jahr gemeinsam mit DigitalCity.Wien und UIV Urban Innovation Vienna. Die DigitalCity.Wien ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Wien, der Wiener Digitalwirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft, deren Ziel es ist, Wien zur digitalen Hauptstadt zu machen. Die DigitalCity.Wien wird im Auftrag der Stadt Wien (Büro des CIO) von Urban Innovation Vienna, der Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien, koordiniert.

Weitere Informationen

Hedy Lamarr Preis

Digital Days 2024 – Rückblick

Jubiläum und neue Mission

Welchen Mehrwert hat Künstliche Intelligenz für eine moderne Stadt und deren Bewohner*innen? Wie stark muss und soll man diese rasant wachsende Technologie regulieren, um einerseits Fortschritt zu ermöglichen, gleichzeitig aber auch die Rechte der Bürger*innen zu wahren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Digital Days 2024, die vom 22. bis 24. Oktober 2024 1.250 Besucher*innen anlockten.

Menschen reden miteinander in einem Veranstaltungsraum.

1.250 Besucher*innen kamen zu den Digital Days 2024.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Digital.City Wien wurde das Mission Statement der Digital.City Wien erneuert und an Vertreter*innen der Stadtpolitik übergeben.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Am Haupttag im Technischen Museum drehte sich alles um Künstliche Intelligenz und deren Chancen sowie Gefahren für die Zivilgesellschaft. Die Keynote hielt mit Francesca Bria eine der renommiertesten Persönlichkeiten im Bereich der Digitalisierungsforschung: Bei ihrem Vortrag in Wien trat die Italienerin in Sachen Digitalisierung für einen selbstbewussten und transparenten europäischen Weg ein, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Eine Frau auf einer Bühne

Digital-Expertin Francesca Bria bei ihrer Keynote

Die Panel-Diskussion „Digitalisierte Demokratie im Wandel“ versuchte herauszuarbeiten, welche Möglichkeiten neue Technologien für Partizipation und Austausch innerhalb einer Gesellschaft bieten. Einigkeit herrschte bei allen Expert*innen aber auch, dass Begegnung und Dialog im analogen Raum weiterhin unabkömmlich sein werden, um eine lebendige und moderne Demokratie zu
erhalten.

Der zweite große Schwerpunkt stand unter dem Motto „Humanistische KI in Wien“ und beleuchtete das Thema aus 3 Perspektiven: Stadt, Wirtschaft und jene der Bürger*innen.

20 Workshops für Fachpublikum und Schüler*innen

Abseits der Hauptbühne luden auf der Digistreet 25 Aussteller*innen aus Bildung, Stadt, Forschung und Digitalwirtschaft mit verschiedenen Projekten zum Eintauchen in die Welt des Digitalen Humanismus ein. Dazu kamen 20 Workshops für Fachpublikum und Schüler*innen sowie ein Abschlussbeitrag von Kabarettist und Science Buster Martin Puntigam zum Thema moderne Wissenschaftskommunikation.

Weitere Informationen

Laura Koesten erhält Hedy Lamarr Preis

DigitalCity.Wien | Wir machen Wiens digitale Kompetenz sichtbar.

Digitalisierung der Nationalratswahl 2024

Die Abteilung Wien Digital (MA 01) hat die Abwicklung der Nationalratswahl 2024 in Wien mit der selbst entwickelten Software-Applikation Wahl-IT effizienter und transparenter gestaltet: Mit insgesamt

  • 303.591 ausgestellten Wahlkarten,
  • 6.287 gedruckten Dekreten
  • und etwa 150.000 gedruckten Hauskundmachungen

wurde ein neuer Standard in der Wahlverwaltung gesetzt.

Software aus bewährten Händen

Wahl-IT ist eine Software-Eigenentwicklung von Wien Digital. Die neue Anwendung umfasst die digitale Abwicklung des gesamten Wahlprozesses ohne Abhängigkeiten zu bestehenden alten Applikationen. Bei dieser Inhouse-Entwicklung konnte Wien Digital auf die jahrzehntelange Erfahrung der Entwickler*innen mit dem Wahlprozess zurückgreifen. So konnte man auch Herausforderungen wie die Umsetzung der jüngsten Wahlrechtsnovelle souverän meistern. Die neue Anwendung kam bereits bei der EU-Wahl 2024 erstmals vollständig zum Einsatz.

Umfassende Funktionalitäten rund um die Wahl

Ein zentraler Bestandteil jeder Wahl ist die Erstellung des Wählerverzeichnisses. Dieses wird von der neuen Wahlanwendung erstellt und dient als Datenbasis für diverse Wahlunterlagen, wie Dekrete für das Wahlpersonal, Anschreiben an Erstwähler*innen und neue Staatsbürger*innen oder Hauskundmachungen.

Der gesamte Prozess der Wahlkartenverwaltung wird von der Applikation technisch unterstützt, von der Antragsstellung über die Aufbereitung der Daten für den Druck der Wahlkarte bis zur Erfassung der rückgelangten Wahlkarte.

Alle Daten werden im eigenen Rechenzentrum der Stadt Wien gespeichert und die Zugriffe sind streng geregelt.

Auch die Zuordnung des Wahlpersonals (Wahlleiter*in, Beisitzer*in, Ordner*in et cetera) erfolgt über die neue Anwendung und wird dadurch deutlich vereinfacht.

Ein weiteres Herzstück der Wahlanwendung ist die Stimmenerfassung am Wahltag und den Nachwahltagen sowie die Erfassung der daraus resultierenden Mandate der Parteien.

Darüber hinaus dient die Wahlanwendung auch für die korrekte Aufbereitung der Ergebnisse pro Wahlsprengel für die Website der Stadt Wien, wien.gv.at.

Scan-Cars für Parkraumüberwachung

Hightech-Fahrzeuge sollen künftig bei der Kontrolle der Parkbestimmungen unterstützen und vor allem in weitläufigen Randbezirken zum Einsatz kommen. Das Begutachtungsverfahren wurde nun gestartet.

Parkraumüberwachung wird weiter digitalisiert und noch effektiver

Die Kontrolle der wienweiten Parkraumbewirtschaftung soll künftig durch sensorgesteuerte Fahrzeuge unterstützt werden. Für die Mitarbeiter*innen der Parkraumüberwachung (MA 67) soll dadurch die Arbeit erleichtert werden. Diese legen bereits heute im Schnitt rund 15 Kilometer pro Tag zu Fuß zurück und sind teilweise auch mit E-Bikes unterwegs. Ab Ende 2026 sollen vor allem in den großen Flächenbezirken auch sogenannte Scan-Cars zur Verfügung stehen.

Um die Überwachung der Einhaltung der Kurzparkzonen-Regelung im Wiener Stadtgebiet zu erleichtern, soll der nächste Schritt in der Erfolgsgeschichte der Wiener Parkraumüberwachung gesetzt werden. Die Digitalisierungshauptstadt Wien plant zur effizienteren Aufsicht der flächendeckenden Kurzparkzone in einem ersten Schritt den Einsatz von hochtechnologisierten Fahrzeugen, die automatisiert kontrollieren können. Eine Personalreduktion ist damit nicht verbunden. Die Fahrzeuge dienen nur zur Entlastung der Mitarbeiter*innen in den weitläufigen Randbezirken. Solche Scan-Cars sind in vielen Städten wie etwa in Amsterdam, Paris oder Prag bereits seit längerem erfolgreich im Einsatz.

Begutachtungsprozess startet

Noch in dieser Woche startet der Begutachtungsprozess für die Novellierung des Parkometergesetzes, das Grundlage für die geplanten Neuregelungen ist. Auf dessen Basis erfolgt in einem nächsten Schritt per Ausschreibung die Suche nach einem geeigneten Anbieter. Auf Wiens Straßen werden die Scan-Cars ab 2026 im Rahmen von umfangreichen Tests zu sehen sein.

Sensoren auf dem Dach scannen Kennzeichen

Der geplante Ablauf der Parkraumüberwachung mit Fahrzeugen ist identisch mit den Kontrollen der Parkraumüberwachungsorgane zu Fuß. Die Kennzeichen werden mittels optischer Zeichenerkennung (OCR – Optical Character Recognition) gescannt. Die Sensoren dafür befinden sich auf dem Dach des jeweiligen Kontrollfahrzeugs. Der Kennzeichentext wird in ein maschinenlesbares Textformat umgewandelt und mit der verknüpften Datenbank abgeglichen. Eine weitergehende Speicherung der Daten im Hintergrund findet wie beim bestehenden System nicht statt. Die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist somit gewährleistet.

Verstöße werden manuell geprüft

Jeder digital festgestellte, potenzielle Verstoß wird von den Organen der Parkraumüberwachung vor Ort gesondert endüberprüft. Erst nach Überprüfung durch eine*n Mitarbeiter*in, ob tatsächlich ein Vergehen besteht, wird eine Beanstandung durchgeführt. Die deutlich sichtbaren Sensoren der Kamerafahrzeuge sensibilisieren die Verkehrsteilnehmer*innen zusätzlich auf die Abgaben-Entrichtung und wirken somit auch präventiv. Ein positiver Nebeneffekt, der mehr Fairness bei der Nutzung der Parkplätze in der 2-Millionen-Stadt bringt.

Flächendeckendes Parkpickerl: Eine Erfolgsgeschichte

Die Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung im März 2022 war ein Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. Der Auto-Pendlerverkehr konnte reduziert und neue Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil der Fahrzeuge ohne Wiener Kennzeichen sank um bis zu 89 Prozent. Die Stellplatz-Auslastung ging stellenweise um bis zu 68 Prozent zurück. Die freigewordenen Flächen nutzt die Stadt Wien, um neue Radwege und Grünflächen zu schaffen. Prominentes Beispiel ist die große Radwegoffensive in der Donaustadt, in Floridsdorf und auch in Liesing, wo derzeit überall attraktive Radverbindungen entstehen. In Hietzing wiederum wird aktuell die Altgasse attraktiviert und begrünt und in Floridsdorf wurde die Schleifgasse begrünt – von den freiwerdenden Flächen profitieren alle Wiener*innen.

Satellitentechnologie für Stadtentwicklung

Das Projekt RAVEN im Fokus

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt „RAVEN – Radarsatellitenbasierte Veränderungserkennung bei Bauwerken“ evaluiert RADAR-Daten von Erdbeobachtungssatelliten zur präzisen Überwachung städtischer Infrastruktur. Auswertungen dieser Daten könnten die Stadtvermessung der Stadt Wien (MA 41) in Zukunft bei der Überwachung von Großbauprojekten unterstützen und Informationen über Gebäudebewegungen in größeren Gebieten liefern.

Die Stadt genau im Blick: Die Wiener Stadtvermessung

Die Stadtvermessung Wien (MA 41) bearbeitet Themen mit Raum- und Geo-Bezug und unterstützt die Stadt Wien bei ihren vielfältigen Fragestellungen mit innovativen Vermessungsmethoden, Geoanalysen, Geodaten und Geoinformation. Eine wichtige Aufgabe ist die gezielte Durchführung von Setzungs- und Kontrollmessungen bei städtischen Bauprojekten. Regelmäßige manuelle Messungen sowie automatische Mess-Einrichtungen führen zu Mess-Serien, aus denen Bauwerks-Bewegungen aufgedeckt werden können. Dadurch können Gefährdungen rechtzeitig erkannt werden.

So werden zum Beispiel beim U-Bahn-Bau in Wien entlang der neuen Linie U2xU5 viele Gebäude im Bereich der neuen Trassen laufend überprüft, indem signifikante Bereiche der Gebäude mit Messpunkten beobachtet werden. In Summe wird es im Zeitraum des Baubetriebes entlang dem Linienkreuz U2xU5 circa 9.000 Messpunkte geben, die in einer Zeitserie die Bewegungen des beobachteten Bereiches sehr genau dokumentieren und von Bau-Expert*innen zur Einschätzung von möglichen Gefahren herangezogen werden. Dadurch wird ein großes Maß an Sicherheit für alle Bewohner*innen erreicht.

Das Copernicus-Programm der EU und weitere Missionen

Zukünftig könnten Daten von Erdbeobachtungssatelliten – im speziellen RADAR-Satelliten – die punktuellen Messungen der Stadtvermessung auf der Erde unterstützen. Eine Möglichkeit sind Daten des Satelliten Sentinel-1 aus dem europäischen Weltraumprogramm Copernicus, der innerhalb von 12 Tagen jeden Punkt auf der Erdoberfläche abdeckt. Sentinel-1 erfasst unabhängig von Sonneneinstrahlung und Wolkenbedeckung lückenlos Daten über die Land- und Wasseroberflächen der Erde. Das funktioniert, weil der Satellit im Gegensatz zu optischen Sensoren (die mit Sonnenlicht auskommen müssen) mit aktiv ausgesendeten Signalen arbeitet, die die Erdoberfläche abtasten. Der 2,3 Tonnen schwere Satellit umrundet die Erde in einer Höhe von 693 Kilometern und tastet die Erdoberfläche streifenweise ab. Der Sensor kann ein Gebiet von bis zu 400 Kilometern Breite auf einmal überblicken. Ein Pixel des Sensors von Sentinel-1 deckt auf der Erdoberfläche circa eine Fläche von 5×20 Metern ab. (Quelle: ESA)

Neben den frei verfügbaren Daten der ESA gibt es weitere kostenpflichtige Missionen, die noch höher aufgelöste Daten liefern können. Dazu gehört zum Beispiel der deutsche Erdbeobachtungssatellit TerraSAR-X. TerraSAR-X fliegt in einem niedrigeren Orbit in 514 Kilometern Höhe, kann innerhalb von 11 Tagen jeden Punkt auf der Erdoberfläche erfassen und deckt mit einem Pixel des Sensors circa 3×3 Meter auf der Erdoberfläche ab.

Auswertungen und angestrebte Erkenntnisse

Auf Basis von Daten-Zeitreihen solcher RADAR-Satelliten können mittels Interferometrie Bewegungsmuster von klar identifizierbaren Reflektoren der Erdoberfläche identifiziert werden. Im Fall des Projekts RAVEN sind die Reflektoren Gebäudeteile, die vom Satelliten mit RADAR-Signalen abgetastet werden. Aus den Bewegungsmustern können dann Gebäudebewegungen interpretiert werden. Die Hypothese des Projektes RAVEN ist folgende: Basierend auf den Zeitreihen des Satelliten und den daraus abgeleiteten Bewegungsmustern können Bewegungen von Gebäuden im Subzentimeter-Bereich aufgedeckt werden. Da der Satellit die Erdoberfläche flächig abtastet, stehen flächendeckende Informationen über Bewegungen zur Verfügung, die am Boden erfasste Setzungs- und Kontrollmessungen ergänzen (größere Zeitserien, größerer Abdeckungsbereich, Hinweis-System).

Wissenschaftlich fundierte Werkzeuge und High-Tech-Vermessung

Die Satellitendaten werden von der Salzburger Firma Augmenterra, die spezialisierte Methoden und Expertise im Bereich der Radar-Interferometrie einbringt, mit einem speziellen Algorithmus verarbeitet. Als Endprodukt liegen für Baukörper Zeitserien über Bewegungen vor, die aus den Satellitendaten abgeleitet wurden.

Parallel zu den Aktivitäten im Satelliten-Bereich werden durch die Stadtvermessung seit Projektbeginn im Mai 2024 hochpräzise geodätische Messungen entlang der U2xU5-Baustellen durchgeführt, um Referenzdaten der Gebäudebewegungen als verlässliche Vergleichsquelle zu sammeln. Die Messungen erfolgen mittels Präzisionsnivellement im Submillimeter-Bereich.

Auf diese Weise werden vertikale Bewegungen bei Bauwerken im Umkreis der U5-Bautätigkeiten auf allen Ebenen – aus dem All und vor Ort – erfasst.

Die Ergebnisse der Satelliten-Auswertungen werden anschließend mit den präzisen Messungen der Stadtvermessung abgeglichen. Wissenschaftler*innen des Fachbereichs Geoinformatik der Paris Lodron Universität Salzburg evaluieren die Qualität der berechneten Satelliten-Auswertungen mit den Referenzdaten, um eine zuverlässige Aussage über die Eignung der Daten für städtische Aufgaben zu erhalten.

Innovative Partnerschaften für präzise Überwachung

Koordiniert wird das innovative Projekt vom Vienna Geospace Hub, der von der UIV Urban Innovation Vienna GmbH betrieben wird. Die UIV ist die Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien. Das Unternehmen unterstützt Städte im Generellen und die Stadt Wien im Speziellen bei der Beantwortung der drängendsten urbanen Zukunftsfragen und begleitet Metropolen auf ihrem Weg zur klimagerechten und innovativen Stadt. Als Schnittstelle zwischen Technologie und Stadtverwaltung entwickelt das ebenfalls von der FFG geförderte Innovationslabor der Stadt Wien Anwendungen von Satelliten- und Geodaten für die städtische Verwaltung und trägt maßgeblich dazu bei, Wien an der Spitze urbaner Innovationen zu positionieren.

Mehr als nur Daten: Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit

Das Projekt RAVEN ist ein Vorzeigeprojekt für die Bemühungen Wiens, mit Hilfe modernster Technologien eine sichere und widerstandsfähige urbane Umgebung zu schaffen. Es zeigt, wie durch die Kombination verschiedener technologischer Ansätze eine nachhaltige und anpassungsfähige Stadt(planung) erreicht werden kann. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung bleibt Wien an der Spitze der urbanen Innovation und setzt neue Standards für den Einsatz von Satellitendaten.


Weiterführende Informationen

Verbesserter Gesundheitsdaten-Austausch

Im Rahmen eines organisationsübergreifenden Proof of Concept (PoC) zum Gesundheitsdaten-Austausch im ELGA-Umfeld wurde der Einsatz des international anerkannten Standards FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) erfolgreich getestet. Ziel des Projekts ist es, eine effektive und sichere Kommunikation zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich zu ermöglichen.

Der Proof of Concept wurde von Wien Digital (MA 01) gemeinsam mit der ELGA GmbH, dem Bundesministerium für Gesundheit (BMSGPK), den IT-Services der Sozialversicherung (ITSV), der Sozialversicherungsanstalt (SVS) und den Steiermärkischen Krankenanstalten (KAGes) durchgeführt.

Anwendungsfälle und Erkenntnisse

Getestet wurde zum Beispiel der lesende und schreibende Zugriff auf Anwendungen wie e-Medikation und Laborbefunde mittels FHIR-Standard. Im Zentrum stand dabei ein vom Gesundheitsministerium entwickeltes „Enforcement API Gateway“, das als Datendrehscheibe und Sicherheitsgateway fungiert. Das Projekt hat gezeigt, dass agile Projekte über mehrere Institutionen des österreichischen Gesundheitswesens hinweg erfolgreich umgesetzt werden können.

Bedeutung und Ausblick

Die gewonnenen Erkenntnisse sind ein bedeutender Schritt hin zu einer verbesserten Interoperabilität (Datenaustausch, Informationsweitergabe) zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen in Österreich. Auf Basis dieser Ergebnisse werden nun Empfehlungen für die Weiterentwicklung der ELGA-Architektur und der österreichischen Gesundheitstelematik-Infrastruktur erarbeitet, um eine noch bessere, agilere und dynamischere Vernetzung im österreichischen Gesundheitswesen zu ermöglichen.

15. govcamp vienna: Barrieren überwinden

Unter dem Motto „Die Welt im Wandel – Gemeinsam Barrieren überwinden“ veranstalten die Stadt Wien, das Bundesrechenzentrum, die Universität für Weiterbildung Krems und der Chaos Computer Club Wien (C3W) am 29. November 2024 das 15. govcamp vienna.

Veranstaltungsdetails

  • Datum: 29. November 2024, von 9 bis 15 Uhr
  • Ort: Wien Akademie, 2., Rotensterngasse 9-11
  • Programm
    • 9 Uhr: Gemeinsamer Start und Themenauswahl
    • 10 bis 11.45 Uhr: Erste Diskussionsrunden. Die Sessions zu den Themen mit dem größten Interesse finden in mehreren Terminen (10, 11 und 13 Uhr) in kleinen Gruppen statt. Jede Session dauert 45 Minuten, danach wechseln die Gruppen zu den nächsten Themen.
    • 11.45 bis 13 Uhr: Mittagspause mit bereitgestelltem Imbiss
    • 13 bis 14 Uhr: Weitere Diskussionsrunden
    • 14 bis 15 Uhr: Zusammenfassung und Abschluss im Festsaal
  • Eine Anmeldung ist notwendig.

Das govcamp vienna bietet einen offenen Rahmen für alle, die sich mit der Zukunft unserer Gesellschaft auseinandersetzen wollen – ob aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder der Zivilgesellschaft. Im Barcamp-Format entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam Ansätze zur Bewältigung aktueller Herausforderungen durch technologischen Fortschritt und demografischen Wandel.

Die Kernfragen

  • Wie gestalten wir die Zukunft inklusiv und barrierefrei?
  • Wie verhindern wir eine Technik-Dystopie und fördern eine digitale, menschenfreundliche Gesellschaft?

Gemeinsam arbeiten die Teilnehmenden an Ansätzen, wie die Zukunft nachhaltig und inklusiv gestaltet werden kann.

Was ist ein Barcamp?

Das govcamp vienna 2024 folgt dem Prinzip einer „Unkonferenz“: Es gibt keine feste Agenda. Die Themen und Sessions werden von den Teilnehmenden selbst am Veranstaltungstag festgelegt. Jede*r kann im Vorfeld oder vor Ort eigene Themenvorschläge einbringen, die dann gemeinsam ausgewählt und diskutiert werden.


Weiterführende Informationen

govcamp vienna 2024

Uni-Hackathon „Rethinking Mobility“

Über 70 Studierende und Expert*innen der Stadt haben an der Kick-off-Woche des Uni-Hackathon „Rethinking Mobility“ im Klima- und Innovationsforum der Stadt Wien teilgenommen. Ziel ist es, Wien durch die optimale Nutzung neuer Technologien näher an die „Smart City Ziele 2050“ zu bringen – so wie es in der Digitalen Agenda 2030 festgelegt ist. Die Mobilität der Zukunft ist dabei eines von vielen wichtigen Themen.

Innovative Konzepte entwickeln

Als Auftraggeber für die Studierenden agierten die MA 46 – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten, die MA 65 – Rechtliche Verkehrsangelegenheiten und die Wiener Lokalbahnen. In intensiven Arbeitsphasen mit den Projekt-Partnern standen Themen wie Paperless Parking, die Verbesserung der Parkplatzsuche, Curbside Management und neue Verkehrspartnerschaften im Mittelpunkt. Auch Sharing Mobility und die effizientere Nutzung von Paketstationen zur Reduzierung von Hauszustellungen wurden diskutiert.

Durch den internationalen Austausch will die Stadt Wien ihre Innovationskraft stärken und durch die Zusammenarbeit mit der „nächsten Generation“ neue Blickwinkel erlangen. Nach einer produktiven Woche, in der auch eine Rathausführung auf dem Programm stand, reisen die Studierenden nun in ihre Heimatstädte zurück, um die entwickelten Konzepte weiter zu verfeinern.

Zukunftsthema OpenX

OpenX ist der Überbegriff von OpenData, OpenStandards und OpenSource. In diesen Bereichen hat die Stadt Wien bereits langjährige Erfahrung und pflegt nationale und internationale Kooperationen.

Grafik, Zeitachse

Seit 2011 stellt die Stadt Wien Daten für die Öffentlichkeit zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung und seit 2012 werden die Metadaten auf der österreichweiten Plattform https://www.data.gv.at/ publiziert. Die Wiener Datensätze sind unter https://data.wien.gv.at aufrufbar.

Open Government Data

Strategie

Die Data Excellence Strategie 1.0 „Open by Default“ wurde 2023 zur Data Excellence Strategie 2.0 „Open by Design“ weiterentwickelt und nun zur „Sovereignity by Design“:

  • Offenheit statt Geschlossenheit
  • Kollaboration statt Auftragsketten
  • Vertrauenswürdigkeit statt Unsicherheit
  • Selbstbestimmung statt strategischer Abhängigkeiten
Grafik mit sechseckigen Kacheln

Digitale Souveränität

Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT definierte 2017 diesen Begriff als „Summe aller Fähigkeiten und Möglichkeiten von Individuen und Institutionen, ihre Rolle(n) in der digitalen Welt selbstständig, selbstbestimmt und sicher ausüben zu können.“

Rahmenbedingungen

  • Digitalisierung und die „data driven economy“ bestimmen unseren künftigen Wohlstand, verändern Wertschöpfungsketten und die Spielregeln der Märkte.
  • Digitalisierung ist getrieben durch Daten, Vernetzung und Algorithmen, ermöglicht durch Maschinen-Power und Orchestratoren (meistens digitale Plattformen).
  • Globaler, de facto nach den Regeln der „big player“ agierender Wirtschaftsraum.

In der digitalen, international vernetzten Welt waren bisher nur wenige, sehr große, global agierende Unternehmen erfolgreich. Diese wenigen Unternehmen speichern heute auch den größten Teil der weltweiten Daten, den Rohstoff für digitale Geschäftsmodelle und das Training künstlicher Intelligenzen.

Informationstechnologie ist nicht mehr nur Werkzeug zur Optimierung und Automatisierung, sondern Basis für die Umsetzung von politischen und wirtschaftlichen Strategien.

Europa spielt jedoch in der digitalen Welt eine untergeordnete Rolle. Keines der neu entstandenen, globalen Internet-Unternehmen kommt aus Europa. Die Abhängigkeit vor allem von US- amerikanischen IT-Anbietern und Chinesischer Produktion hat sich zunehmend vergrößert. Was bisher ein verkraftbarer Wettbewerbsnachteil war, wird mit zunehmender strategischer Bedeutung der Digitalisierung zu einer erheblichen Bedrohung für die Selbstbestimmung von Bürger*innen, Staat und Wirtschaft.

Die aktuelle Herausforderung für Europa und Österreich besteht darin, die Handlungsfähigkeit von Bürger*innen, Staaten und Unternehmen zu erhalten und den Handlungsspielraum zu erweitern.

Ziele der Stadt Wien

  • Handlungsfähigkeit und Kontrolle über Daten und Systeme behalten
  • Handlungsspielraum erweitern
  • Herstellerabhängigkeit entgegenwirken
  • Beitrag zum digitalen Ökosystem
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern

Es wurde eine Projektgruppe Digitale Souveränität (BLSG) eingerichtet, die bis Anfang 2025 weitere Schritte zur Digitalen Souveränität setzt:

  • Konkretisierung der „Digitalen Souveränität“ aus der E-Government-Strategie
  • Einigung auf eine gemeinsame Sichtweise zum Begriff „Digitale Souveränität“ in der öffentlichen Verwaltung
  • Herausarbeiten inhaltlicher Überschneidungen des Projektthemas Digitale Souveränität mit den Richtlinien für Netz und Informationssysteme (NIS2) und über die Resilienz kritischer Einrichtungen (RKE)
  • Aufsetzen auf den Ergebnissen des Digitalen Aktionsplans „Digitale Souveränität“, insbesondere praktische Anwendung des Souveränitätskompasses