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Wien stärkt digitale Kinderrechte

Der Gemeinderat hat am 20. Jänner 2026 die „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ beschlossen.

Mehr Schutz, echte Teilhabe und faire Chancen: Mit der neuen Charta setzt Wien ein deutliches Zeichen – gemeinsam mit jungen Wiener*innen erarbeitet und als Baustein zur Umsetzung der Digitalen Agenda 2030.

Warum das Thema Kinder und Jugendliche besonders betrifft

Für junge Menschen ist der digitale Raum längst Lebensraum: Sie pflegen Freundschaften über Messenger, entdecken Trends auf Social Media, lernen mit Videos, zocken online – und beteiligen sich an Debatten. Diese Chancen sind groß: Kreativität, Vernetzung, Zugang zu Wissen und Mitbestimmung über digitale Kanäle.

Gleichzeitig erleben Kinder und Jugendliche im Netz spezifische Risiken und Belastungen, die oft mit starken Scham‑ und Schuldgefühlen verbunden sind: Cyber-Mobbing, Hate Speech, Online‑Erpressung, Identitätsdiebstahl oder Datenmissbrauch. Wer so etwas erlebt, weiß oft nicht, wohin mit Angst und Fragen.

Wien lässt auch online niemanden zurück: Die Cybercrime Helpline der Stadt Wien bietet eine niederschwellige Erstberatung – vertraulich, kostenlos, anonym – und vermittelt bei Bedarf an passende Fachstellen.

Gemeinsam erarbeitet: So waren junge Wiener*innen beteiligt

Die „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ ist gemeinsam mit jungen Wiener*innen entstanden – nicht über ihre Köpfe hinweg. Der Beteiligungsprozess umfasste mehrere Stationen:

Dieser Weg macht deutlich: Partizipation ist kein „nice to have“, sondern Grundlage – im Sinne der UN‑Kinderrechtskonvention und Wiens Selbstverständnis als Menschenrechtsstadt.

Was in der Charta steht

Die Charta bündelt Grundsätze und Handlungsaufträge für die Stadt Wien. Sie übersetzt bestehende Rechte in klare, alltagsnahe Leitlinien, damit diese von Verwaltung, Schulen, außerschulischen Angeboten und Partnerorganisationen konkret angewendet werden können. Im Kern geht es um:

  • Gleichbehandlung und Inklusion: digitale Angebote sind barrierefrei, diskriminierungsfrei und für alle Wiener*innen zugänglich – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Behinderung oder Sprache
  • Bildung und digitale Kompetenz: altersgerechte Medienbildung von Anfang an; Fortbildungen für Pädagog*innen; Stärkung von Urteilsfähigkeit und Resilienz
  • Sicherheit und Schutz: Prävention und Beratungsangebote bei Cybermobbing, (sexualisierter) Gewalt, Erpressung; Datenschutzhinweise, die junge Menschen wirklich verstehen
  • Recht auf verständliche Information: leicht verständliche Sprache und Kommunikation auf Augenhöhe; Informationen, die für junge Menschen wichtig sind, um sich entfalten zu können
  • Digitale Beteiligung: niederschwellige Mitbestimmungsformate – von Online‑Umfragen und Abstimmungen in klarer Sprache bis hin zu Jugendparlament und Beteiligungsplattform
  • Verantwortung von Plattformen und Wirtschaft: Kooperationen, Empfehlungen und Standards für die Verantwortung von Unternehmen gegenüber Kindern und Jugendlichen
  • Digitale Gesundheit: Zugang zu seriösen, jugendgerechten Gesundheitsinformationen und Beratungen – auch präventiv
  • Recht auf analoge Begegnung: Digitales ergänzt – ersetzt aber nicht – sichere, reale Räume und Beziehungen

Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche –  Volltext

Wie die Charta die Ziele der Digitalen Agenda 2030 bearbeitet

Die Digitale Agenda 2030 setzt den Rahmen für Wiens Weg als Digitalisierungshauptstadt – mit dem Menschen im Mittelpunkt. Ziel 13 formuliert:

Wien ist europäische Demokratiehauptstadt – das ist Ehre und Auftrag zugleich. Alle Wiener*innen sollen mit Hilfe von digitalen Werkzeugen die Stadt in verschiedenen Bereichen mitgestalten können. Speziell für Wiens Kinder und Jugendliche werden Partizipationsangebote wie Abstimmungen und Umfragen in verständlicher Sprache zugänglich gemacht.

Mit der Charta schafft Wien die Voraussetzungen, damit dieses Ziel für junge Menschen praktisch erlebbar wird:

  • Verständlichkeit: Rechte, Verfahren und Schutzmechanismen werden in klarer, altersgerechter Sprache verfügbar – Grundlage für informierte Mitbestimmung.
  • Sicherheit: Ohne sichere Rahmenbedingungen (Schutz vor Gewalt, Erpressung, Missbrauch) entsteht kein Vertrauen – die Charta verankert entsprechende Standards und Ansprechstellen.
  • Strukturelle Beteiligung: Partizipation wird vom Event zum Prozess – mit festen Anknüpfungen an die städtische Beteiligungsplattform und Formate wie Kinder‑ und Jugendparlament.

Mehr zur Strategie: Digitale Agenda 2030 – Digitales Wien

Und jetzt? Nächste Schritte in Wien

  • In die Praxis übersetzen: Die Charta wird in Verwaltung, Jugendarbeit und Services verankert.
  • Sprache und Zugänglichkeit: Ausarbeitungen in leicht verständlicher Sprache und für verschiedene Altersstufen; barrierefreie Aufbereitung
  • Beteiligung vertiefen: laufende Online‑Beteiligungen zu Umsetzungsschritten über die städtische Plattform – mit verständlichen Abstimmungs‑ und Umfrageformaten
  • Kooperationen stärken: enge Zusammenarbeit mit Safer‑Internet‑Akteur*innen, Bildungsorganisationen, Plattformbetreibern und zivilgesellschaftlichen Partner*innen
  • Monitoring und Lernen: Wirkung messen, Lücken schließen, Feedback von Kindern und Jugendlichen regelmäßig einholen – damit Schutz, Teilhabe und Chancengleichheit Schritt für Schritt besser werden

ESC-Tickets – Schutz vor Online-Betrug

Mit dem Eurovision Song Contest 2026 in Wien steigt auch das Risiko für gefälschte Ticketshops, Phishing und Betrug über soziale Medien. Eine zentrale Infoseite der Stadt Wien bündelt die wichtigsten Warnhinweise und gibt Tipps, wie Bürger*innen Fake-Angebote erkennen und wo sie im Verdachtsfall Unterstützung finden: Schutz vor Cyber-Kriminalität beim Kauf von ESC-Tickets

Hohe Nachfrage, hohes Betrugsrisiko

Bei Großevents nutzen Betrüger*innen die hohe Nachfrage aus – etwa mit gefälschten Ticketseiten, Nachrichten mit Zahlungslinks oder „Sofort-Angeboten“ über Social Media und Kleinanzeigen. Informationen über typische Maschen und woran Bürger*innen seriöse von betrügerischen Angeboten unterscheiden können werden gemeinsam von ORF, EBU, BMI, Stadt Wien, Polizei und Watchlist Internet bereitgestellt.

Tipps für den sicheren Ticketkauf

Kaufen Sie Tickets ausschließlich über die offiziellen Ticketwege. Auffallend günstige Angebote wie „Restkarten“ oder „Geheimkontingente“ auf Drittplattformen sind ein häufiges Einfallstor für Betrug, besonders wenn Zeitdruck aufgebaut oder eine schnelle Zahlung gefordert wird.

Achten Sie außerdem auf typische Warnzeichen: ungewohnte Absender-Adressen, Links auf ähnlich aussehende Domains sowie Zahlungsaufforderungen, die „sofort“ erledigt werden sollen. Hinweise und Beispiele finden sich auch bei Watchlist Internet.

Wenn etwas verdächtig ist

Nutzen Sie die offiziellen Hinweise und Meldewege auf wien.gv.at. Für Beratung und Unterstützung bietet die Stadt Wien die Cybercrime-Helpline.

Grundlagen und praktische Tipps zu Cybercrime, Phishing und Fake-Shops finden Sie auch bei den Helfer Wiens.

Digitale Rechte: Die Wiener Kindercharta

Digitale Rechte sichtbar machen – die Wiener Charta für Kinder und Jugendliche

Am 25. Juni fand im Wiener Rathaus die Vorstellung der „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“ statt, veranstaltet durch die Kinder- und Jugendanwaltschaft und das Menschenrechtsbüro der Stadt Wien.

Die Wiener Charta für digitale Rechte ist ein wichtiger Schritt, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum sichtbar zu machen und langfristig abzusichern. Sie verbindet Schutz, Teilhabe und Chancengleichheit und setzt ein klares Zeichen, dass Wien digitale Rechte als Grundvoraussetzung für ein gerechtes Aufwachsen ernst nimmt.

Die Charta ist in einem breit angelegten Beteiligungsprozess entstanden. In Workshops, Gesprächen und Online-Formaten haben Kinder und Jugendliche ihre Sichtweisen eingebracht und die Inhalte aktiv mitgestaltet.

Veranstaltungssaal, Menschen

Vorstellung der „Wiener Charta für digitale Rechte für Kinder und Jugendliche“

Podiumsdiskussion

In einer Podiumsdiskussion waren Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, NGO und einem Jugendbeirat vertreten.

Mit dabei waren:

  • Marina Hanke (SPÖ)
  • Dolores Bakos (NEOS)
  • Klemens Himpele (Chief Information Officer der Stadt Wien)
  • Eva Czernohorszky (Wirtschaftsagentur Wien)
  • Barbara Buchegger (Safer Internet)
  • Esther Hofbäck (Jugendbeirat)

Diskutiert wurden insbesondere:

  • die digitale Chancengleichheit
  • die Verantwortung der Wirtschaft im Jugendschutz
  • die Bedeutung von digitalen Kompetenzen in der Bildung
  • konkrete Schutzmaßnahmen im digitalen Raum

Die Runde war sich einig: Digitale Rechte sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die Diskussion zeigte, dass die Wiener Charta nicht nur als Leitbild verstanden wird, sondern als praxisorientiertes Instrument, das Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft gleichermaßen einbindet.

Von Gleichbehandlung bis Gesundheit: 8 Stationen

Die Veranstaltung wurde von einem interaktiven Stationenbetrieb begleitet. Jede Station widmete sich einem zentralen Thema und lud zum Austausch ein:

  • Gleichbehandlung und Inklusion – Digitale Angebote sollen für alle zugänglich sein, ohne Barrieren und Ausgrenzung.
  • Bildung – Digitale Kompetenzen müssen von klein auf gestärkt werden, auch mit Fortbildungen für Pädagog*innen.
  • Sicherheit – Vom Umgang mit Hass im Netz bis zu Datenschutzfragen. Besonders im Fokus: die Aktion „Frag den Hacker“, wo Jugendliche erfuhren, wie Profis arbeiten.
  • Recht auf Information – Inhalte müssen so gestaltet sein, dass Kinder und Jugendliche sie verstehen können.
  • Digitale Beteiligung – Wie Jugendliche online mitbestimmen können, etwa über Kinder- und Jugendparlamente oder die Beteiligungsplattform der Stadt.
  • Verantwortung der Wirtschaft – Unternehmen müssen stärker eingebunden werden, wenn es um Kinder- und Jugendrechte im digitalen Raum geht.
  • Digitale Gesundheitsdienste – Plattformen wie feel-ok.at oder ready4life zeigen, wie Gesundheitsinformationen jugendgerecht vermittelt werden können.
  • Recht auf persönlichen Kontakt – Digitale Angebote sollen Begegnungen ergänzen, aber nicht ersetzen.

Weitere Informationen und Kontakt

Cybercrime – Smartphone-Überwachung

Was tun, wenn mein Smartphone ausspioniert wird?

Das Smartphone kann schnell zum Überwachungsinstrument in einer Beziehung werden. Suchanfragen im Internet, Standort, Textnachrichten, Sprachanrufe und vieles mehr können aus der Ferne ausspioniert werden. Die Überwachung eines*einer Partner*in ist nicht nur strafbar, sondern kann auch schwerwiegende psychische Folgen für die betroffene Person haben. Es ist wichtig, die eigenen Rechte zu kennen und bei Verdacht auf Überwachung schnell zu handeln.

Handy vor Stalkerware sichern

Eine häufige Methode ist die Installation von Spionage-Apps auf dem Smartphone des*der Partner*in. Diese Apps sammeln heimlich Informationen, wie Standortdaten, Nachrichten oder Anrufprotokolle. Die dafür notwendigen Programme sind sehr einfach zu bekommen und zu installieren. Sie laufen versteckt im Hintergrund, ohne Wissen und Einverständnis der betroffenen Person. Zur Standort-Überwachung können aber auch Funktionen verwendet werden, die bereits im Betriebssystem integriert sind, wie zum Beispiel Standortfreigaben für Familien-Mitglieder.

Wesentliche Maßnahmen, um unbefugten Zugriff zu verhindern:

  • Sperren des Handys: Das Handy unbedingt mit einem Passwort, das niemand sonst kennt, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sperren, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
  • Sicherheitsupdates durchführen: Immer die neuesten Sicherheitsupdates installieren, um Schwachstellen zu schließen.
  • Benutzerkonten selbst verwalten: Alle Accounts und Apps sollten nur selbst eingerichtet und verwaltet werden.
  • Überprüfung der installierten Apps: Regelmäßig die Liste der installierten Apps durchsehen. Unbekannte oder verdächtige Anwendungen können meist durch eine kurze Internet-Recherche abgeklärt werden.

Unterstützung im Verdachtsfall

Besteht der Verdacht, dass das eigene Smartphone überwacht wird, ist die Cybercrime Helpline der Stadt Wien eine erste Anlaufstelle. Hier erhalten Betroffene kostenlos Informationen und Handlungsempfehlungen. Allein im Jahr 2024 wurden über 1.000 Anfragen bearbeitet, darunter Fälle von Stalking, Cyber-Betrug und Phishing-Attacken.

Neben der direkten Beratung vermittelt die Cybercrime Helpline Betroffene an spezialisierte Beratungsstellen weiter, zum Beispiel den 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien. IT-Spezialist*innen von Wien Digital (MA 01) unterstützen den 24-Stunden Frauennotruf und den Verein Wiener Frauenhäuser mit technischem Know-how in komplexen Fällen von Cybergewalt im Rahmen der Kompetenzstelle gegen Cyber-Gewalt an Frauen. Die Kompetenzstelle unterstützt bei Anliegen zu Cyber-Stalking, Cyber-Mobbing oder „Hass im Netz“. Der Fokus liegt dabei auf Gewalt im Beziehungskontext.

Die Stadt Wien empfiehlt, im Verdachtsfall auch die Polizei zu informieren.

Weitere Informationen

„Cybercrime Helpline“ 01 4000-4006

Die „Cybercrime Helpline“ der Stadt Wien ist werktags von 7.30 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 01 4000-4006 erreichbar. Personen, die vermuten, Opfer von Internet-Kriminalität geworden zu sein, bekommen kostenlos erste Informationen und Handlungsempfehlungen.

 

4 Personen halten Plakat mit Infos zur Cybercrime Helpline

Seit Einrichtung der „Cybercrime Helpline“ wurden über 2.000 Anfragen bearbeitet.

 

Seit der Gründung der Hotline wurden bereits über 2.000 Anfragen bearbeitet. Allein im Jahr 2024 wurde die Helpline mehr als 1.000 Mal kontaktiert. Rund 55 Prozent dieser Anfragen betrafen Cyber-Betrug, insbesondere den Verlust von Geld und Daten im Netz. Weitere häufige Anliegen umfassten Phishing-Attacken, bei denen vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkarten-Daten erbeutet werden sollen, sowie Erpressungsversuche per E-Mail. Neben der direkten Beratung vermittelt die „Cybercrime Helpline“ Betroffene bei Bedarf an spezialisierte Beratungsstellen weiter. Dazu zählen:

Der Frauennotruf arbeitet seit 2020 im Rahmen der Kompetenzstelle gegen Cybergewalt mit IT-Sicherheitsexpert*innen der Stadt Wien (WienCERT) zusammen, um von Cybergewalt betroffene Frauen bestmöglich zu unterstützen.

Die „Cybercrime Helpline“ wird vom Stadtservice der Stadt Wien betrieben und ist als erste Anlaufstelle für Betroffene konzipiert. Die Stadt empfiehlt, bei Verdachtsfällen neben der Kontaktaufnahme mit der Helpline auch die Polizei zu informieren, um alle notwendigen Schritte zur Sicherheit zu gewährleisten.

Weitere Informationen

Erstanlaufstelle für Opfer von Internet-Kriminalität