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IoT optimiert Prozesse in Wien

Digitale Technologien entfalten ihren Nutzen oft im Hintergrund – dort, wo sie Abläufe vereinfachen und transparent machen. Ein aktuelles Beispiel aus Wien zeigt, wie die Abteilung Wien Digital (MA 01) mittels Internet of Things (IoT)-Sensorik Prozesse der Stadtverwaltung effizienter und nachhaltiger gestaltet.

Die Herausforderung

Jährlich bewegt die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) in Wien zahlreiche Mulden im Stadtgebiet, etwa im Rahmen der Abfallwirtschaft oder der städtischen Logistik. Die bisherige Verwaltung war vielfach mit manuellem Dokumentationsaufwand verbunden: Standorte mussten erfasst und kontrolliert werden. Oft reicht die postalische Adresse nicht aus, um den exakten Abstellort auf großen Arealen wie Sportplätzen, Innenhöfen oder Betriebsflächen eindeutig zu bestimmen.

Die technische Lösung: Präzise Standortdaten durch IoT

Durch den Einsatz von Sensoren mit GPS‑Ortung werden Mulden jetzt automatisch und in Echtzeit über das Long Range Wide Area Network (LoRaWAN)-Netzwerk der Wien Energie lokalisiert. Die Standortdaten fließen direkt in die Echtzeitdaten-Plattform von Wien Digital, die IoT-Base. So ist nicht nur die Adresse, sondern auch die genaue Position innerhalb eines Geländes abrufbar.

Für die Stadtverwaltung bedeutet die automatisierte Datenerfassung einen konkreten operativen Vorteil: Standorte sind jederzeit aktuell verfügbar, Transportwege lassen sich effizienter organisieren und unnötige Fahrten können vermieden werden. Das spart Zeit und Ressourcen und unterstützt eine nachhaltigere Organisation der Abläufe.

IoT als Baustein der Smart City Wien

Das Beispiel verdeutlicht, wie Wien digitale Infrastruktur gezielt einsetzt, um bestehende Prozesse weiterzuentwickeln. IoT-Technologien kommen in vielen weiteren Bereichen zur Anwendung, etwa für Umweltmonitoring, intelligente Bewässerung, Gebäudemanagement oder Echtzeit-Tracking von Infrastruktur.

So wird Digitalisierung konkret erlebbar: als Technologie, die Verwaltung und Bürger*innen unterstützt.

Smart Trees – datenbasiertes Bewässern

Mit dem Projekt „Smart Trees“ etablieren die Wiener Stadtgärten (MA 42) gemeinsam mit der Abteilung Wien Digital (MA 01) und Wien Energie eine skalierbare Internet of Things-Infrastruktur (IoT-Infrastruktur) für das städtische Grünflächenmanagement. Ziel ist es, Bewässerungsabläufe auf eine datenbasierte und damit bedarfsorientierte Steuerung umzustellen.

Seit Anfang 2024 werden bei Jungbäumen digitale Bodenfeuchtesensoren eingesetzt, die über das stadtweite LoRaWAN-Netz von Wien Energie ihre Werte übertragen. LoRaWAN ermöglicht energiearme Übertragung über große Distanzen und ist damit ideal für langlebig betriebenen Sensorik-Einsatz im öffentlichen Raum.

Der vollständige Netzausbau ist bis 2028 geplant und bildet die Grundlage für weitere Smart‑City‑Anwendungen.

IoT-Base und Automatisierung

Die Messdaten landen zentral in der IoT‑Base, einer Echtzeit-Datenplattform von Wien Digital zur Visualisierung und Weiterleitung in Fachinformationssysteme. Dort dienen sie aktuell der Auswertung und Entscheidungsunterstützung. Zukünftig sollen regelbasierte Bewässerungssteuerungen und datengetriebene Tourenplanungen die Arbeit der Teams vor Ort erleichtern.

Erste Analysen zeigen bereits signifikante Einsparungen bei Wasser- und Energieverbrauch sowie verringerte händische Einsätze. Gießdurchgänge können künftig nicht mehr nach starren Zeitplänen, sondern bedarfsgerecht erfolgen.

Seit Herbst 2025 wird das System technisch erweitert. Ergänzende Sensoren am Stamm messen den Strom des Baumsaftes und damit die tatsächliche Transpiration der Bäume. In Kombination mit Bodenfeuchtewerten entsteht so ein präziseres Bild des Wasserbedarfs.

Bis Jahresende sollen rund 460 Sensoren in verschiedenen Tiefen, Typen und bei unterschiedlichen Baumarten getestet werden. Die Ergebnisse fließen in die Entscheidung ein, welche Ausstattung stadtweit eingeführt wird.

Forschung, Praxis und Innovationen

„Smart Trees“ liefert neben operativem Nutzen eine wertvolle Datenbasis für Forschung und langfristige Planung. In Kooperation mit der Universität Wien, dem Verein „Land schafft Wasser“ und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft entstehen wissenschaftliche Erkenntnisse, die ein digitales Pflegekonzept für Wien untermauern sollen. Ziel ist es, IT, Umweltmanagement und Ressourceneffizienz intelligent zu verbinden – ein Beitrag zur resilienten Stadtentwicklung.

Automatisierte Wasserzähler-Ablesung

Erfolgreiches Pilotprojekt

Die Stadt Wien hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienz-Steigerung im Wasser-Management gemacht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden über 4.000 neue Funkwasser-Zähler installiert, die den Wasserverbrauch automatisiert übermitteln.

Aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts sollen in den nächsten Jahren die amtlichen Wasserzähler in Wien nach und nach in weiteren Gebieten auf die neue Technologie umgestellt werden. Diese innovative Lösung wird die Auslesung der über 100.000 Wasserzähler erheblich erleichtern und sicherer gestalten.

Herausforderung Schachtzähler

Die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) verwaltet in Wien rund 104.000 Wasserzähler, die jährlich abgelesen werden. Etwa 40 Prozent davon sind sogenannte Schachtzähler. Der Zugang zu diesen Zählern ist durch ihre Montage in einem Schacht erschwert. Jede Schacht-Begehung birgt Verletzungsrisiken. Die manuelle Ablesung ist somit aufwändig und gefährlich. Mit der Einführung der neuen, fernablesbaren Wasserzähler entfällt die Notwendigkeit der manuellen Ablesung.

Sicherheit und Effizienz durch IoT-Technologie

Die neuen Zähler senden ihre Daten automatisch über das LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) der Wiener Stadtwerke. Diese Technologie ermöglicht es den Geräten, Daten über weite Distanzen und mit minimalem Energieverbrauch zu senden. LoRaWAN übermittelt die Daten an die von Wien Digital (MA 01) betriebene IoT Plattform (Internet of Things). Diese Echtzeitdaten-Plattform bietet eine detaillierte Analyse der Verbrauchsdaten sowie automatisierte Berichte und Datenexporte, die eine nahtlose Weiterverarbeitung der Daten ermöglichen. Die automatisierte Erfassung ermöglicht eine frühzeitige Erkennung untypischer Verbrauchsverläufe, wie zum Beispiel Leckagen. Die gesammelten Daten werden über eine Schnittstelle an das Fachinformationssystem (FIS) der Abteilung Wiener Wasser übertragen, wo die Verrechnung eingeleitet wird.

Etwa 90 Prozent der neuen Wasserzähler senden aktiv Daten. Das ist besonders erfreulich, da die Empfangsbedingungen in den Schächten oft herausfordernd sind.

Zusammenarbeit Stadt Wien und Wiener Stadtwerke

Das Pilotprojekt wurde in Zusammenarbeit der Magistratsabteilungen Wien Digital, Wiener Wasser und Wien leuchtet (MA 33) sowie der Wiener Stadtwerke-Unternehmen Wien Energie und Wiener Netze umgesetzt.

Digital Days 2021

Die Digital Days 2021 finden am 18. und 19. Oktober 2021 sowohl vor Ort am Erste Campus, als auch als Onlinekonferenz statt. Unter dem heurigen Motto „Genial Digital: Das nachhaltige Wien!“ diskutieren Expert*innen und Publikum das Zusammenspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der smarten Stadtentwicklung. Die Digital Days sind eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Wien, DigitalCity.Wien und Urban Innovation Vienna, ein Unternehmen der Wien Holding, in Kooperation mit der Erste Bank.

Schwerpunkte

Die Vorträge und Paneldiskussionen drehen sich um die Themen Bewusstseinsbildung und Beteiligung; Wohnen, Bauen und Ressourcenmanagement; internationale Vernetzung und Austausch; Kosten, Nutzen und Wirkung von Zukunftstechnologien; Logistik und Mobilität, sowie Arbeit und Produktion – immer im Hinblick auf das Hauptthema der Veranstaltung: Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Copyright: Urban Innovation Vienna/David Bohmann

Programm

Heuer wird es einen Mix aus Keynotes, Diskussionen und Vorträgen von Expert*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft geben. Dazu werden viele Möglichkeiten zum Austausch geboten. Die Teilnehmer*innen können sich online und offline vernetzen, sowie Ideen und Erfahrungen teilen. 10 Jahre Open Data Wien, interaktive Formate wie Workshops für Schüler*innen und Fachexpert*innen und der Digital Girls Hackathon Wien runden das Programm ab.

Das Programm wird auf der Veranstaltungshomepage laufend aktualisiert.

Hedy Lamarr Preis 2021

Zum Abschluss des zweitätigen Events verleiht die Stadt Wien gemeinsam mit der DigitalCity.Wien den Hedy Lamarr Preis. Mit ihm werden heuer bereits zum vierten Mal Frauen in Österreich für ihre außergewöhnlichen Leistungen in der IKT-Forschung ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden sieben Forscherinnen für den mit 10.000 Euro dotierten Preis nominiert.

Teilnahme

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung unter https://didays.digitalcity.wien ist erforderlich.

Weiterführende Informationen

DigitalCity.Wien

 

6. FIWARE Community Meeting Wien – Nachlese

Die Stadt Wien ist gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien seit 2017 Mitglied der FIWARE Foundation.

Ziel der FIWARE Community Meetings ist der Austausch und die Vernetzung unter Nutzerinnen, InteressentInnen und Stakeholdern zur Generierung neuer Projekte und Ideen.

Programm des online-Community – Treffens vom 23. November 2020

  • Begrüßung – Brigitte Lutz, Stadt Wien und Bernhard Schmid, Wirtschaftsagentur Wien
  • Was ist FIWARE? Ziele und Aktuelles aus der Foundation – Ulrich Ahle, Chief Executive Officer FIWARE Foundation
  • Aktuelle Projekte, kurz vorgestellt:
    • Smart Data Wien: Xaver Pfaffenbichler, Stadt Wien, MA 01 – Wien Digital
    • CEFAT4Cities: Bernhard Schmid, Wirtschaftsagentur Wien
    • Cloud centric FIWARE implementation for industrial IoT – results from a MIDIH experiment: Thomas Gross, Linz Center of Mechatronics GmbH
    • FIWARE und Mobilitätsplattformen – Felix Goller, Swiss Smart Tech
    • Mobility Plattformen und Use Cases – Gerald Bader, ATOS
  • Aktuelles, Vernetzung

Die Präsentationen stehen unter folgendem Link für Sie zur Verfügung: https://cloud.wirtschaftsagentur.at/index.php/s/4cLx5zMrBQX2QFf

Passwort: FIWARE2020

 

Die Wien Kanal Preisträger: Ing. Josef Gottschall (re.), Matthäus Milkovits, BSc.

Vom 3. Mann ins 3. Jahrtausend: Projekt von Wien Kanal bei eAward 2020 ausgezeichnet

Ende Jänner wurden im T-Center in Wien die wirtschaftlichsten, kundenfreundlichsten und innovativsten IT-Projekte aus Österreich ausgezeichnet. Nominiert waren 44 Projekte in sieben Kategorien wie Aus- und Weiterbildung, Industrie 4.0 oder E-Government. Der Gewinnerin der Kategorie „Smart City und Infrastruktur“ ist die Wien Kanal mit dem Projekt „Vom 3. Mann ins 3. Jahrtausend: Innovatives Regenwassermanagement“.

Die Auszeichnung beweist, dass Themen rund um das Regenwassermanagement oder den Gewässer- und Überflutungsschutz in Zeiten des Klimawandels, von Starkregen und Flächenversiegelung aktueller denn je sind. Die Jury begründete die Auszeichnung für die Wien Kanal unter anderem mit folgenden Argumenten:

  • „[…] nachhaltiges, umsichtiges und mächtiges System“
  • „[…] das ist Abwasserbewirtschaftung 4.0“
  • „[…] Vorzeigeprojekt für Management und Infrastrukturen“

Näheres zum Projekt erfahren Sie hier.