Schule Digital: positive Zwischenbilanz

Im Rahmen eines Festaktes in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Wien (TU) zogen die Beteiligten des Programms „Schule Digital“ kürzlich eine erste positive Zwischenbilanz nach 5 Jahren. Seit 2019 konnten mehr als 300 Wiener Schulen mit flächendeckendem WLAN ausgestattet und über 3.300 Endgeräte an Lehrkräfte übergeben werden. Weiters finden sich in der 5-Jahres-Zwischenbilanz auch noch über 250 Tablets und 200 Endgeräte für den Klassenraum zur Pilotierung des zukünftigen IT-Einsatzes im Unterricht.

Bis 2027 sollen die restlichen Wiener Schulen folgen. Dadurch wird der Grundstein für ein digitales Arbeiten in der Schule gelegt: sowohl für den pädagogischen, wie auch für den administrativen Bereich.

Neben diversen Fachexpert*innen aus dem Wiener Bildungs- und IT-Bereich nahmen an dem festlichen Treffen auch Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr, Gemeinderat Jörg Neumayer und von Wien Energie Sascha Zabransky teil.

Ziehen positive Zwischenbilanz: Gemeinderat Jörg Neumayer, Christoph John (Wien Energie), Direktorin Martina Hochenauer, Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr

Zusätzlich gab es noch eine Präsentation von Martina Hochenauer (Schulleitung „Inklusives Schulzentrum Anastasius Grün Gasse“) über ihren gemeinsamen Weg mit „Schule Digital“ zur Digitalisierung an ihrem Standort.

Eine Frau hält einen Vortrag.

Martina Hochenauer, Schulleitung Anastasius Grün Gasse, über ihre positiven Erfahrungen mit Schule Digital

EU AI Act – Aufzeichnung online ansehen

Der EU AI Act ist das bislang umfassendste Regelwerk, um uns vor möglichen Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) zu schützen. KI entwickelt sich sehr schnell und ihre Innovationen sind schwer abzuschätzen. Die technologischen Entwicklungen der KI haben das Potenzial, unser Leben besser und einfacher zu machen, aber KI birgt auch Gefahren.

Der EU AI Act wurde Interessierten im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt. Die vollständige Aufzeichnung steht nun auf YouTube bereit:

Video auf YouTube ansehen

Die Veranstaltung „EU AI Act – Ein wichtiger Meilenstein Richtung Digitaler Humanismus?“ erläutert, wie das Regelwerk uns helfen kann, KI verantwortungsvoll einzusetzen:

  • Wie wird der EU AI Act in Österreich umgesetzt?
  • Stellt er eine digital humane Transformation sicher?
  • Wie schützt der EU AI Act gegen Missbrauch von KI?
  • Wie beeinflusst er die Forschung zu KI und technologische Innovation?

Diese Fragen werden von den folgenden Expert*innen diskutiert:

  • Werner Stengg, Digitalexperte in der Europäischen Kommission
  • DI Alexander Banfield-Mumb, Bundeskanzleramt, Digitalisierung und E-Government
  • RA Dr. Jeannette Gorzala, Rechtsexpertin für EU AI Act
  • Professor Peter Knees, UNESCO Chair in Digital Humanism, TU Wien
  • DI (FH) Bernd Konnerth, Direktor Öffentlicher Bereich, Microsoft Österreich
  • Madeleine Müller, Researcher und Consultant am Research Institute Digital Human Rights Center Wien
  • Wolfgang Struber, Geschäftsführer RTR GmbH

Die Veranstaltung wurde von der Stadt Wien, Magistratsdirektion – Büro des Magistratsdirektors, Bereichsleitung für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaftsstandort und von der Magistratsdirektion – Geschäftsbereich Organisation und Sicherheit, Gruppe Prozessmanagement und IKT-Strategie organisiert und in deutscher Sprache am 20. Juni 2024 im Forum der Urban Innovation Vienna abgehalten.

Wien veröffentlicht neue KI-Strategie

Fokus auf transparente und ethische Prinzipien

Die Stadt Wien hat ihre KI-Strategie überarbeitet und reagiert damit auf die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich Generativer KI und den AI Act der Europäischen Union. Die neue Strategie trat Ende Oktober offiziell in Kraft und legt den Fokus auf die verantwortungsvolle und sinnvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) und deren Integration in die städtische Verwaltung.

KI-Strategie der Stadt Wien

„Mit der neuen KI-Strategie wollen wir sicherstellen, dass Wien auch in Zukunft eine lebenswerte und innovative Stadt bleibt. Wir setzen auf transparente und ethische Prinzipien bei der Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien“, betont Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien.

Die Strategie umfasst mehrere zentrale Handlungsfelder. Bereits in ihrer ersten KI-Strategie 2019 hat die Stadt Wien Künstliche Intelligenz als eine Schlüsseltechnologie für den öffentlichen Bereich identifiziert und ihr einen wesentlichen Stellenwert eingeräumt.

Die aktuelle KI-Strategie verankert das Prinzip des Digitalen Humanismus, welches die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt der Digitalisierung stellt.

Die strategischen Stoßrichtungen umfassen:

  1. Für die digitale Stadt: KI soll für neuartige digitale Services genutzt werden, die Benutzer*innen-freundlicher, zugänglicher und breiter verfügbar sind.
    KI als wesentliches Tool zur Automatisierung von Prozessen und zur Unterstützung und Verbesserung der Qualität, Effizienz und Effektivität bestehender digitaler Services
  2. Für die Stadtverwaltung: Implementierung von Richtlinien für den ethischen, transparenten und verantwortungsvollen Einsatz von KI für die Bediensteten und Sicherstellung des Ausbaus der KI-Kompetenz durch Schulungsangebote und interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung
  3. Für Gesellschaft und Wirtschaft: Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen zur Analyse und Weiterentwicklung von KI-Anwendungen
  4. Die Stadt Wien etabliert im Rahmen eines KI Expert*innen-Pools den Austausch mit Fachexpert*innen, Universitäten und der Digitalwirtschaft, um bestmöglich der Breite der KI-Themenstellungen gerecht zu werden.

„Die zukünftigen Möglichkeiten des KI-Einsatzes in der Verwaltung lassen sich nur erahnen. Schon heute nutzen wir diese Technologie zum Beispiel beim WienBot, der seit 2017 rund 16 Millionen Fragen beantwortet hat und eine wertvolle Ergänzung darstellt“, so Himpele.

Weitere Informationen

KICK Lab – KI Use-Case Tag der Stadt

Digitale Agenda 2030: Wiens Strategie für den Umgang mit Digitalisierung

KICK Lab – KI Use-Case Tag der Stadt

Am 11. September 2024 fand im „das forum“ – dem Klima- und Innovationsforum der Stadt Wien – der erste stadtweite KI Use-Case Tag statt. Rund 120 Teilnehmer*innen aus verschiedenen Magistratsabteilungen der Stadt Wien sowie städtischen Unternehmen wie den Wiener Stadtwerken, der Wien Holding, dem Wiener Gesundheitsverbund (WiGev) und der Wirtschaftsagentur kamen zusammen.

Organisiert wurde der Tag im Rahmen des KICK Labs, dem KI-Labor der Stadt Wien, einer Initiative von UIV – Urban Innovation Vienna. Das Event bot eine ideale Plattform, um das Potenzial und die Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) für den öffentlichen Sektor zu diskutieren und konkrete Anwendungsfälle vorzustellen.

Begrüßung durch CIO Klemens Himpele

CIO Klemens Himpele eröffnete den Tag und hob die Notwendigkeit von Synergien zwischen städtischen Akteuren hervor, um Wien als KI-gestützte, zukunftsorientierte Stadt weiterzuentwickeln. Anschließend führten UIV-Expert*innen des KICK Labs durch den Tag und begleiteten die Teilnehmenden durch eine Reihe interaktiver Programmpunkte und spannender Diskussionen.

Inspirierende Gastvorträge und KI-gestützte Workshop-Gestaltung

Den Auftakt machten Gastvorträge renommierter Fachleute, die Best Practices zur Nutzung von KI in Städten vorstellten. Expert*innen aus der Abteilung Wien Digital (MA 01), den Wiener Stadtwerken und der Wien Holding präsentierten einen praxisnahen Reality Check in Sachen Künstliche Intelligenz. Sie zeigten den aktuellen Stand der Technik und gaben Einblicke in KI-Entwicklungen innerhalb der Stadt Wien. Dabei wurde nicht nur die technische Machbarkeit beleuchtet, sondern auch konkrete Projekte vorgestellt, die derzeit in der Verwaltung und in städtischen Unternehmen praxisnah umgesetzt werden.

Ein besonderes Highlight war der experimentelle Einsatz von KI-Tools in der Workshop-Gestaltung. Durch den Einsatz digitaler Flipcharts, KI-gestützter Audioprotokolle und automatisierter Dokumentationshilfen konnte der Austausch strukturiert und teilweise in Echtzeit dokumentiert und anschließend KI-unterstützt analysiert werden.

Zentrale Workshop-Themen, Erkenntnisse und nächste Schritte

Im Rahmen der Workshops wurden mehrere zentrale Themen diskutiert, die das Potenzial der Künstlichen Intelligenz (KI) für den öffentlichen Sektor beleuchten:

  • KI-gestütztes Wissensmanagement in Organisationen: Einsatz von KI zur Verbesserung des internen Wissensaustauschs und zur Verwaltung von Wissen
  • KI für Besprechungsprotokolle und Meeting-Dokumentation: Automatisierung und Optimierung der Protokollerstellung und Verwaltung von Meeting-Inhalten durch KI
  • Automatisierte E-Mail-Klassifikation und Weiterverarbeitung: Nutzung von KI zur Klassifikation, Beantwortung und automatisierten Weiterverarbeitung von E-Mails und Anfragen
  • Datengrundlagen und Datenschutz für KI-Anwendungsfälle: Fokus auf die Sicherstellung robuster und sicherer Datengrundlagen für KI-Projekte unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien

Die nächsten Schritte umfassen mehrere zielgerichtete Initiativen: Ab Herbst 2024 starten vertiefende Workshops mit ausgewählten Dienststellen der Stadt Wien. Ein Innovationscafé in Kooperation mit MA 01 soll zudem den Austausch zu aktuellen KI-Projekten fördern.

Zusätzlich können organisationsübergreifende KI-Projekte von Urban Innovation Vienna und der Wirtschaftsagentur unterstützt werden, um gemeinsame Digitalisierungsvorhaben voranzutreiben und in Richtung Proof-of-Concept zu begleiten.

Der KICK Lab – KI Use-Case Tag legte damit einen weiteren Grundstein für eine längerfristige KI-Umsetzung in der Stadt Wien, die innovative Technologien verantwortungsvoll und zielgerichtet für die Verwaltung und städtische Unternehmen nutzbar macht und gleichzeitig einen menschenzentrierten Ansatz verfolgt.

Der Tag war ein inspirierender Startpunkt für die digitale Transformation Wiens und zeigte eindrucksvoll, wie innerstädtische Zusammenarbeit und Innovationsbereitschaft die Zukunft städtischer Dienstleistungen gestalten können.

 

Auszeichnung für MA 35

Die Abteilung Einwanderung und Staatsbürgerschaft (MA 35) hat für ihren Online-Assistent Einwanderung das „Goldene Staffelholz 2024“ erhalten.

Goldenes Staffelholz 2024

Mit dem „Goldenen Staffelholz“ holt die Stadt Wien jedes Jahr die besten Projekte und engagiertesten Mitarbeiter*innen im Magistrat vor den Vorhang. Das Motto für das Jahr 2024 lautete „Ich arbeite an Wien: sichtbar, spürbar, erlebbar! Meine Arbeit für alle Menschen unserer Stadt“. Gesucht wurden Geschichten und Projekte von Mitarbeiter*innen der Stadt, die zeigen, wie ihre Arbeit das Leben in Wien direkt beeinflusst und verbessert.

Online-Assistent Einwanderung

Anna Zschokke von der MA 35 hat gemeinsam mit dem erweiterten Redaktionsteam der Abteilung – Jurist*innen, Referent*innen, also den inhaltlichen Expert*innen – den Online-Assistenten erarbeitet. Der Assistent führt Personen, die nach Österreich kommen und in Wien leben wollen, mit leicht verständlich formulierten Fragen zum passenden Aufenthaltstitel.

Idee und Entstehungsgeschichte

Die Idee für den Online-Assistenten für die über 22 verschiedenen Aufenthaltstitel im Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz entstand im Zuge des Reformprozesses der Abteilung. Seit 2021 arbeiteten die Jurist*innen der Abteilung zusammen mit der Abteilung Kommunikation und Medien (MA 53) an der Umgestaltung der Websites und der Umformulierung in Leicht Verständliche Sprache.

Die Arbeit am Assistenten wurde erst aufgrund der Komplexität nach einigen Vorarbeiten auf Eis gelegt. Im Herbst 2023 übernahm Anna Zschokke mit dem neu gegründeten erweiterten Redaktionsteam die Konzipierung und Abstimmung zwischen Verständlichkeit und Rechtssicherheit. Das Ergebnis erhält sehr viel positives Feedback von Kund*innen, NGOs und anderen Magistratsabteilungen.

Einwanderung und Aufenthalt – Online-Assistent Einwanderung

Weitere Online-Assistenten

Bereits 2022 wurde in der MA 35 ein Online-Assistent für die Voraussetzungen für die österreichische Staatsbürgerschaft erstellt. Damit können seit Herbst 2024 auch die komplizierten Voraussetzungen für minderjährige Kinder geklärt werden.

Seit August 2024 gibt es einen 4-sprachigen Online-Assistenten für Vertriebene aus der Ukraine. Mit diesem können sie herausfinden, ob sie die Voraussetzungen für eine Rot-Weiß-Rot-Karte plus für Vertriebene aus der Ukraine erfüllen.

 

„Cybercrime Helpline“ 01 4000-4006

Die „Cybercrime Helpline“ der Stadt Wien ist werktags von 7.30 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 01 4000-4006 erreichbar. Personen, die vermuten, Opfer von Internet-Kriminalität geworden zu sein, bekommen kostenlos erste Informationen und Handlungsempfehlungen.

 

4 Personen halten Plakat mit Infos zur Cybercrime Helpline

Seit Einrichtung der „Cybercrime Helpline“ wurden über 2.000 Anfragen bearbeitet.

 

Seit der Gründung der Hotline wurden bereits über 2.000 Anfragen bearbeitet. Allein im Jahr 2024 wurde die Helpline mehr als 1.000 Mal kontaktiert. Rund 55 Prozent dieser Anfragen betrafen Cyber-Betrug, insbesondere den Verlust von Geld und Daten im Netz. Weitere häufige Anliegen umfassten Phishing-Attacken, bei denen vertrauliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkarten-Daten erbeutet werden sollen, sowie Erpressungsversuche per E-Mail. Neben der direkten Beratung vermittelt die „Cybercrime Helpline“ Betroffene bei Bedarf an spezialisierte Beratungsstellen weiter. Dazu zählen:

Der Frauennotruf arbeitet seit 2020 im Rahmen der Kompetenzstelle gegen Cybergewalt mit IT-Sicherheitsexpert*innen der Stadt Wien (WienCERT) zusammen, um von Cybergewalt betroffene Frauen bestmöglich zu unterstützen.

Die „Cybercrime Helpline“ wird vom Stadtservice der Stadt Wien betrieben und ist als erste Anlaufstelle für Betroffene konzipiert. Die Stadt empfiehlt, bei Verdachtsfällen neben der Kontaktaufnahme mit der Helpline auch die Polizei zu informieren, um alle notwendigen Schritte zur Sicherheit zu gewährleisten.

Weitere Informationen

Erstanlaufstelle für Opfer von Internet-Kriminalität

Laura Koesten erhält Hedy Lamarr Preis

Der Hedy Lamarr Preis 2024 der Stadt Wien ging am 23. Oktober an Laura Koesten von der Universität Wien. Die Preisverleihung war der krönende Abschluss des Haupttages der Digital Days 2024 im Technischen Museum Wien. Die Stadt Wien würdigte mit Laura Koesten bereits zum 7. Mal eine österreichische Forscherin für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Informationstechnologie.

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Laura Koesten, Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál

Der Hedy Lamarr Preis wurde von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál (rechts) und Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler (links) an Laura Koesten (Mitte) überreicht.

Eine unabhängige Jury hat Koesten als Siegerin bestimmt. Weitere nominierte Kandidatinnen waren:

  • Georgia Avarikioti, TU Wien
  • Katalin Fazekas, TU Wien
  • Anela Lolic, TU Wien
  • Lisa Posch, TU Graz
  • Zeynep G. Saribatur, TU Wien

Preisverleihung Digital Girls Hackathon

Vor der Verleihung des Hedy Lamarr Preises wurden auch die Gewinnerinnen des diesjährigen Digital Girls Hackathon Wien geehrt. Dabei sind Schüler*innen der 2. und 3. Klasse Unterstufe im Bereich Game Design und Programmieren gegeneinander angetreten und haben Mini-Spiele entwickelt.

Mädchen auf einer Bühne

Auch die Gewinnerinnen des Digital Girls Hackathon Wien 2024 freuten sich über ihren Preis.

Über Laura Koesten

Laura Koesten betreibt Forschung mit dem Ziel, Daten und algorithmische Modelle für verschiedene Zielgruppen verständlicher und zugänglicher zu machen.

Koesten war zunächst als selbstständige Physiotherapeutin tätig, bevor sie sich für einen Karrierewechsel entschied. Ihre weitere akademische Laufbahn verlief bisher großteils in Großbritannien, wo sie ihren PhD an der University of Southampton und dem Open Data Institute absolvierte und danach als leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am King’s College in London forschte.

Aktuell ist sie Postdoktorandin an der Universität Wien an der Fakultät für Informatik und leitet ein WWTF Projekt im Bereich des Digitalen Humanismus (Talking Charts). Darin wird untersucht, ob öffentliche Interpretationen von Daten in Visualisierungen mit den Botschaften übereinstimmen, die ihre Ersteller*innen vermitteln möchten.

In ihrer Forschung bezieht sie Teilnehmer*innen-Gruppen ein, die aufgrund ihres soziodemografischen Hintergrunds in der Informatikforschung nicht häufig vertreten sind. Diese Herangehensweise ermöglicht ein besseres Verständnis dafür, wie verschiedene Gruppen Daten und Modelle interpretieren, und unterstützt dateninformierte Entscheidungen. Ziel ist es, Schnittstellen zu entwickeln, die Inklusion und Vielfalt fördern und mehr Mitglieder der Gesellschaft im Prozess der Digitalisierung zu erreichen.

Neben ihrer Arbeit in unterschiedlichen Forschungsprojekten ist sie als Organisatorin und Teilnehmerin auf zahlreichen Fachveranstaltungen aktiv und verfügt über ein vielfältiges Portfolio an Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften und Konferenzbänden.

In ihrer Dankesrede betonte Laura Koesten, dass ihr beruflicher Werdegang nicht immer geradlinig verlaufen ist und sie gerade deshalb ein Vorbild und eine Inspiration für andere sein möchte, eine Karriere im Technologiebereich zu verfolgen, unabhängig davon, wie direkt oder unkonventionell der Weg dorthin sein mag.

Über den Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien

Der Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien betont die Rolle und Bedeutung von Frauen in der IT-Branche. Namensgeberin ist die in Wien geborene Hollywood-Schauspielerin und Wissenschaftlerin Hedy Lamarr. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die bisherige Preisträgerinnen sind:

  • Maria Eichlseder
  • Shqiponja Ahmetaj
  • Johanna Pirker
  • Laura Nenzi
  • Martina Lindorfer
  • Verena Fuchsberger-Staufer

Die Stadt Wien verleiht den Hedy Lamarr Preis jedes Jahr gemeinsam mit DigitalCity.Wien und UIV Urban Innovation Vienna. Die DigitalCity.Wien ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Wien, der Wiener Digitalwirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft, deren Ziel es ist, Wien zur digitalen Hauptstadt zu machen. Die DigitalCity.Wien wird im Auftrag der Stadt Wien (Büro des CIO) von Urban Innovation Vienna, der Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien, koordiniert.

Weitere Informationen

Hedy Lamarr Preis

Digital Days 2024 – Rückblick

Jubiläum und neue Mission

Welchen Mehrwert hat Künstliche Intelligenz für eine moderne Stadt und deren Bewohner*innen? Wie stark muss und soll man diese rasant wachsende Technologie regulieren, um einerseits Fortschritt zu ermöglichen, gleichzeitig aber auch die Rechte der Bürger*innen zu wahren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Digital Days 2024, die vom 22. bis 24. Oktober 2024 1.250 Besucher*innen anlockten.

Menschen reden miteinander in einem Veranstaltungsraum.

1.250 Besucher*innen kamen zu den Digital Days 2024.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der Digital.City Wien wurde das Mission Statement der Digital.City Wien erneuert und an Vertreter*innen der Stadtpolitik übergeben.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Am Haupttag im Technischen Museum drehte sich alles um Künstliche Intelligenz und deren Chancen sowie Gefahren für die Zivilgesellschaft. Die Keynote hielt mit Francesca Bria eine der renommiertesten Persönlichkeiten im Bereich der Digitalisierungsforschung: Bei ihrem Vortrag in Wien trat die Italienerin in Sachen Digitalisierung für einen selbstbewussten und transparenten europäischen Weg ein, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Eine Frau auf einer Bühne

Digital-Expertin Francesca Bria bei ihrer Keynote

Die Panel-Diskussion „Digitalisierte Demokratie im Wandel“ versuchte herauszuarbeiten, welche Möglichkeiten neue Technologien für Partizipation und Austausch innerhalb einer Gesellschaft bieten. Einigkeit herrschte bei allen Expert*innen aber auch, dass Begegnung und Dialog im analogen Raum weiterhin unabkömmlich sein werden, um eine lebendige und moderne Demokratie zu
erhalten.

Der zweite große Schwerpunkt stand unter dem Motto „Humanistische KI in Wien“ und beleuchtete das Thema aus 3 Perspektiven: Stadt, Wirtschaft und jene der Bürger*innen.

20 Workshops für Fachpublikum und Schüler*innen

Abseits der Hauptbühne luden auf der Digistreet 25 Aussteller*innen aus Bildung, Stadt, Forschung und Digitalwirtschaft mit verschiedenen Projekten zum Eintauchen in die Welt des Digitalen Humanismus ein. Dazu kamen 20 Workshops für Fachpublikum und Schüler*innen sowie ein Abschlussbeitrag von Kabarettist und Science Buster Martin Puntigam zum Thema moderne Wissenschaftskommunikation.

Weitere Informationen

Laura Koesten erhält Hedy Lamarr Preis

DigitalCity.Wien | Wir machen Wiens digitale Kompetenz sichtbar.

Digitalisierung der Nationalratswahl 2024

Die Abteilung Wien Digital (MA 01) hat die Abwicklung der Nationalratswahl 2024 in Wien mit der selbst entwickelten Software-Applikation Wahl-IT effizienter und transparenter gestaltet: Mit insgesamt

  • 303.591 ausgestellten Wahlkarten,
  • 6.287 gedruckten Dekreten
  • und etwa 150.000 gedruckten Hauskundmachungen

wurde ein neuer Standard in der Wahlverwaltung gesetzt.

Software aus bewährten Händen

Wahl-IT ist eine Software-Eigenentwicklung von Wien Digital. Die neue Anwendung umfasst die digitale Abwicklung des gesamten Wahlprozesses ohne Abhängigkeiten zu bestehenden alten Applikationen. Bei dieser Inhouse-Entwicklung konnte Wien Digital auf die jahrzehntelange Erfahrung der Entwickler*innen mit dem Wahlprozess zurückgreifen. So konnte man auch Herausforderungen wie die Umsetzung der jüngsten Wahlrechtsnovelle souverän meistern. Die neue Anwendung kam bereits bei der EU-Wahl 2024 erstmals vollständig zum Einsatz.

Umfassende Funktionalitäten rund um die Wahl

Ein zentraler Bestandteil jeder Wahl ist die Erstellung des Wählerverzeichnisses. Dieses wird von der neuen Wahlanwendung erstellt und dient als Datenbasis für diverse Wahlunterlagen, wie Dekrete für das Wahlpersonal, Anschreiben an Erstwähler*innen und neue Staatsbürger*innen oder Hauskundmachungen.

Der gesamte Prozess der Wahlkartenverwaltung wird von der Applikation technisch unterstützt, von der Antragsstellung über die Aufbereitung der Daten für den Druck der Wahlkarte bis zur Erfassung der rückgelangten Wahlkarte.

Alle Daten werden im eigenen Rechenzentrum der Stadt Wien gespeichert und die Zugriffe sind streng geregelt.

Auch die Zuordnung des Wahlpersonals (Wahlleiter*in, Beisitzer*in, Ordner*in et cetera) erfolgt über die neue Anwendung und wird dadurch deutlich vereinfacht.

Ein weiteres Herzstück der Wahlanwendung ist die Stimmenerfassung am Wahltag und den Nachwahltagen sowie die Erfassung der daraus resultierenden Mandate der Parteien.

Darüber hinaus dient die Wahlanwendung auch für die korrekte Aufbereitung der Ergebnisse pro Wahlsprengel für die Website der Stadt Wien, wien.gv.at.