Wien beim IEEE AI Summit in Budapest

Digitaler Humanismus trifft Standardisierung

Künstliche Intelligenz verändert öffentliche Leistungen, Verwaltungsarbeit und den digitalen Alltag von Millionen Menschen. Gerade deshalb braucht es Orte, an denen Praxis, Werte und technische Standards gemeinsam diskutiert werden.

Ein solcher Ort ist der IEEE Central European AI Summit 2026 in Budapest, bei dem die Stadt Wien im Panel „Digital humanism and the role of the public sector“ vertreten war.

Relevanz für Städte

Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ist ein internationales Netzwerk von Fachleuten aus Technik und Wissenschaft, das unter anderem Konferenzen organisiert und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung globaler technischer Standards spielt.

Gerade diese Standardisierungsarbeit ist für den öffentlichen Sektor relevant: Standards unterstützen Interoperabilität, Nachvollziehbarkeit und die sichere, verlässliche Einführung neuer Technologien – vom Netzinfrastruktur‑Umfeld bis hin zu digitalen Services.

Für Städte und Verwaltungen heißt das: Wer frühzeitig versteht, welche Standards entstehen, wie sie mit Regulierung zusammenspielen und wo Spielräume für öffentliche Interessen liegen, kann digitale Lösungen stabiler, vertrauenswürdiger und zukunftssicherer gestalten.

Digitaler Humanismus – eine menschenzentrierte Leitidee für Digitalisierung

Wien verbindet Digitalisierung seit Jahren mit einem klaren Grundsatz: Technik ist Mittel zum Zweck. Der Zweck ist der konkrete Nutzen für Menschen und die Sicherung von Lebensqualität, Teilhabe und Rechten im digitalen Raum.

Digitaler Humanismus beschreibt den bewusst menschenzentrierten Ansatz der digitalen Transformation.  Das bedeutet: gesellschaftliche Bedürfnisse und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse sollen gemeinsam mit technischer Expertise in Lösungen übersetzt werden.

Ein weiterer Kernpunkt: Digitaler Humanismus denkt Werte nicht als bloße Schlagworte, sondern als Leitplanken für Prioritäten, Qualitätssicherung und verantwortliche Umsetzung – gerade dort, wo KI‑Systeme Entscheidungen vorbereiten oder Kommunikationsprozesse beeinflussen.

Austausch an der Schnittstelle von Technik und Gemeinwohl

Der IEEE Central European AI Summit 2026 fand vom 19. bis 21. März in Budapest statt. Das Programm spannte den Bogen von technischen Themen (zum Beispiel Large Language Models, Cybersecurity, Data Governance) bis zu gesellschaftlichen und institutionellen Fragen wie Standardisierung, Regulierung und digitalem Humanismus.

Für Wien ist dieser Rahmen besonders interessant, weil hier 2 Perspektiven zusammenkommen: einerseits die praktische Umsetzung von digitalen Services und KI‑Anwendungen im kommunalen Kontext, andererseits die europäische und internationale Koordination über Standards, Netzwerke und Governance‑Ansätze.

Panel „Digital humanism and the role of the public sector“

Auf dem Podium des Panels „Digital humanism and the role of the public sector“ diskutierten Klemens Himpele (CIO Stadt Wien), Fabian Kors (Stadt München) und Ruud Schuthof (ICLEI). Moderiert wurde das Panel von Irene Kitsara (IEEE Europe). Als Keynote‑Impuls waren Jutta Meier (Founder & CEO, Identity Valley, Deutschland) und Federico Menna (28DIGITAL, Belgien) vor Ort.

In der Diskussion wurden Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Verwaltung ebenso diskutiert wie die Frage, was für den öffentlichen Bereich zutrifft und was eher für die Privatwirtschaft relevant ist. Wien kann hier auf zahlreiche Vorarbeiten etwa im Value Based Engineering (Workshop zum Value-based Engineering – Digitales Wien) oder zum Digitalen Humanismus verweisen (Broschüre „Digitaler Humanismus in Wien“ – Stadt Wien).

Die Teilnahme in Budapest zahlt auch auf die Ziele der digitalen Agenda der Stadt Wien 2030 ein. Hier heißt es in Vorhaben 46, dass Digitalpolitik in weiten Teilen supranational, insbesondere auf EU‑Ebene, umzusetzen ist. Genau hier „zahlt“ die Teilnahme am IEEE‑Summit ein: Der Austausch bei einem IEEE‑Forum verbindet städtische Praxisfragen (Was funktioniert im Betrieb? Welche Schutzmechanismen braucht es?) mit europäischen Diskursen rund um Standards, Regulierung und vertrauenswürdige KI.

Mit Unterstützung von KI erstellt

Jahresbericht Digitale Agenda Wien 2030

Am 24. Oktober 2024 wurde im Wiener Gemeinderat die Digitale Agenda Wien 2030 beschlossen. Darin definiert die Stadt Wien verbindliche Ziele für ihre digitale Transformation und verpflichtet sich zu einer regelmäßigen Berichterstattung über die Fortschritte.

Nach dem ersten Teilbericht für das verkürzte „Restjahr“ 2024 liegt nun der erste vollständige Jahresbericht zur Umsetzung der Digitalen Agenda Wien 2030 vor: Digitale Agenda Wien 2030 – Erster Jahresbericht an das Executive Board Digitalisierung (PDF)

Überblick über Maßnahmen und Projekte

Der Jahresbericht bietet einen umfassenden Überblick über die im Berichtszeitraum gesetzten Maßnahmen und umgesetzten Projekte. Er zeigt, welche Fortschritte bei zentralen Vorhaben erzielt wurden und wie die strategischen Ziele der Digitalen Agenda Schritt für Schritt realisiert werden.

Im Fokus stehen dabei sowohl neu gestartete Initiativen als auch weitergeführte und bereits abgeschlossene Projekte aus unterschiedlichen Bereichen der digitalen Verwaltung. Der Bericht verdeutlicht, wie digitale Services und Produkte kontinuierlich weiterentwickelt werden, um den Alltag der Wiener*innen zu erleichtern und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten.

Darüber hinaus wird dargestellt, welchen Beitrag die einzelnen Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele leisten und wie dadurch konkrete Verbesserungen für Bürger*innen, Unternehmen und die Verwaltung erzielt werden konnten.

Digitale Agenda Monitor

Ein zentrales Instrument zur Transparenz und Steuerung bleibt der etablierte Monitor zur Digitalen Agenda Wien. Dieser ermöglicht eine laufende Übersicht über den Umsetzungsstand der Maßnahmen und wird weiterhin halbjährlich sowie anlassbezogen aktualisiert.

Mit dem vorliegenden Jahresbericht unterstreicht die Stadt Wien ihren Anspruch, die digitale Transformation aktiv zu gestalten und ihre Position als Vorreiterin im Bereich der Digitalisierung weiter auszubauen.

Digitaler Humanismus Award für WienKI

1. Preis in der Kategorie „Projekte“

3 Auszeichnungen in kurzer Zeit – und ein klarer roter Faden: Mit WienKI verfolgt die Stadt Wien konsequent einen Ansatz, der Innovation mit Verantwortung, Sicherheit und Menschenzentrierung verbindet. Nach 2 internationalen Anerkennungen ist nun ein 3. Preis hinzugekommen: der 1. Preis in der Kategorie „Projekte“ beim „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“.

Digitaler Humanismus in der Praxis

Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak betont die Bedeutung dieser Auszeichnung:

Mit WienKI verbinden wir Künstliche Intelligenz und digitale Verantwortung zu einem gemeinsamen Auftrag. Unser Fokus liegt darauf, Technologie so zu gestalten, dass sie den Menschen konkret nützt. Die Auszeichnung bestätigt unseren Weg: Wien steht für eine Digitalisierung, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig Vertrauen schafft. Genau darin liegt die Stärke des digitalen Humanismus – und genau daran arbeiten wir jeden Tag.

Ein 3. Preis – weil Technik dem Menschen dienen soll

Der „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“ zeichnet Initiativen aus, die digitale Technologien im Sinne des Menschen gestalten – also nicht nur technisch stark sind, sondern sich an Werten orientieren: Demokratie, Inklusion, Privatsphäre, Freiheit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Innovation.

Genau hier setzt WienKI an: als Plattform, die Künstliche Intelligenz nutzbar macht und gleichzeitig klare Leitplanken für Transparenz, Datenschutz und Sicherheit einzieht.
Dass WienKI dafür nun in der Kategorie „Projekte“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, freut alle Beteiligten besonders: Es ist eine Bestätigung dafür, dass „Digitaler Humanismus“ nicht nur ein Leitbild ist, sondern in der Verwaltung praktisch umgesetzt werden kann.

Schon 2-mal ausgezeichnet: internationale Anerkennung für den Wiener Weg

Der aktuelle Preis reiht sich in 2 bereits erreichte Auszeichnungen ein. Beide honorieren die Kombination aus Innovationskraft und Verantwortung:

  1. EU Public Sector Tech Watch Best Cases Award 2025 (Kategorie Government-to-Government)
    Dieser Preis würdigt den ganzheitlichen Ansatz, KI verantwortungsvoll, sicher und Nutzer*innen-orientiert in der Verwaltung zu etablieren. Auch die internationale Bühne zeigt: WienKI ist ein Modell, das über Wien hinaus Aufmerksamkeit erzeugt.
    WienKI gewinnt EU Public Sector Tech Watch Best Cases Award 2025
  2. Red Hat Innovation Award 2025
    Hier stand besonders der Einsatz von Open-Source-Technologien, Interoperabilität und die technische Umsetzung im Fokus. Der Award hebt hervor, dass WienKI auf einer Plattform betrieben wird, die skalierbaren und modernen KI-Betrieb ermöglicht – mit dem Ziel, Anbieterabhängigkeiten zu reduzieren und zukunftsfähige IT-Strukturen zu stärken.
    Red Hat Innovation Award für Stadt Wien

Warum „Digitaler Humanismus“ bei KI besonders wichtig ist

Gerade bei Künstlicher Intelligenz entscheidet sich, ob technischer Fortschritt zu mehr Teilhabe, Qualität und Fairness führt oder neue Abhängigkeiten und Risiken schafft. Der „Digitaler Humanismus in der Praxis Award“ macht genau jene Projekte sichtbar, die zeigen, wie Technologie menschenzentriert eingesetzt werden kann.

Das zentrale Referenzdokument der Bewegung ist das Wiener Manifest für einen digitalen Humanismus – und die Award-Initiative versteht sich als Bühne für praxisnahe Umsetzungen.

Ein Blick auf den letztjährigen Award illustriert das gut: 2025 wurde unter anderem ein Projekt der Klinik Floridsdorf ausgezeichnet, das „gelingende Kommunikation“ im Klinikalltag mithilfe einer digitalen Lösung unterstützt – entwickelt mit Fokus auf Teilhabe und Barrierefreiheit: Digital Humanism Award: Klinik Floridsdorf

Mit Unterstützung von KI erstellt

KI-Rahmenbedingungen

Transparenter und vertrauenswürdiger Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Stadt Wien

Künstliche Intelligenz bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Stadt Wien: Sie kann Verwaltungsabläufe effizienter gestalten, den Service für Bürger*innen verbessern und neue Formen der Zusammenarbeit innerhalb der Stadt sowie zwischen Verwaltung und Privatwirtschaft ermöglichen.

Gleichzeitig bringt der Einsatz von KI neue Fragenstellungen mit sich: Wie stellen wir Transparenz sicher? Wie gehen wir mit Risiken um? Wie schaffen wir Vertrauen in neue Technologien?

Systeme und Use-Cases

KI-Anwendungen unterscheiden sich deutlich voneinander: Einige helfen bei alltäglichen Aufgaben, während andere entscheidenden Einfluss auf wichtige Entscheidungen haben. Die Stadt unterscheidet dabei zwischen dem KI-System selbst und dem jeweiligen KI-Use-Case.

  • KI-Systeme bezeichnen Funktionalitäten, die entweder auf klassischem Machine Learning sowie logik- oder wissensbasierten Methoden oder KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (zum Beispiel Large Language Models beziehungsweise generativen KI-Modellen) basieren.
  • KI-Use-Case ist ein konkreter Anwendungsfall, bei dem KI eingesetzt wird, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen oder etwas zu verbessern, zum Beispiel um Prozesse zu optimieren, bei Entscheidungen zu helfen oder Muster in Daten zu erkennen.

Ein risikobasierter Ansatz als Leitprinzip

Die Stadt Wien legt größten Wert auf die sorgfältige Auswahl und Anwendung innovativer Technologien. Dafür werden klar definierte und transparente Standards eingesetzt, die sowohl technische Exzellenz als auch rechtliche Anforderungen gewährleisten. Besonderes Augenmerk gilt der stringenten Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, insbesondere den Vorgaben des EU‑AI‑Acts.

EU-AI-Act Exkurs

Die Verordnung zur künstlichen Intelligenz ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, der das Ziel hat, KI zu regulieren. Es handelt sich dabei um die erste umfassende Regulierung dieser Art weltweit.

Die Entstehung begann im Jahr 2019. Am 21. Mai 2024 wurde sie von allen 27 EU-Mitgliedsstaaten verabschiedet und am 12. Juli 2024 offiziell veröffentlicht.

Gültig ist die Verordnung seit 1. August 2024. Viele ihrer Bestimmungen traten bereits ab dem 2. Februar 2025 in Kraft, die meisten jedoch erst ab dem 2. August 2026.

Transparenz und Vertrauen als Voraussetzung

Technische Innovation allein genügt nicht, um Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in einer Stadt einzusetzen. Entscheidend ist ein transparenter Rahmen, der Risiken frühzeitig erkennt und Vertrauen fördert. Eine interne Dienstanweisung regelt den gesamten KI- und Cloud-Compliance Prozess (CKT-Prozess) und sorgt dafür, dass KI-Anwendungen vor ihrer Einführung sorgfältig geprüft werden.

Der CKT-Prozess ist in folgenden 2 Phasen unterteilt:

  • Phase 1: Bewertung des Geschäftsfalles (Geschäftsanforderung-, Business-Needs und Initiale Risikobewertung)
  • Phase 2: Nach Auswahl einer oder mehreren KI- oder Cloud-Services für den konkreten Geschäftsfall erfolgt die Bewertung der Service-Provider und der ausgewählten Cloud Services.

In bestimmten Use-Cases kann es sinnvoll sein, einen Proof of Concept (PoC) durchzuführen, um die Umsetzbarkeit und Praxistauglichkeit gezielt zu prüfen.

Welche Aspekte werden geprüft?

  • Datenschutzaspekte: Es wird geprüft, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden und wie die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie weiterer rechtlicher Vorgaben sichergestellt wird. Dabei stehen insbesondere die Datensicherheit, die Minimierung der Datenerhebung und transparente Informationspflichten im Fokus.
  • Betriebliche Aspekte: Die Integration der KI-Lösung in bestehende Arbeitsabläufe wird bewertet. Dazu zählen die Auswirkungen auf Mitarbeitende, notwendige Weiterbildungen, Anpassungen von Prozessen sowie die Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs und die Akzeptanz innerhalb der Organisation.
  • Security-Sicht: Die technische Infrastruktur und die IT-Systeme werden gezielt daraufhin überprüft, ob sie den Sicherheitsanforderungen der jeweiligen KI-Anwendung genügen. Im Fokus stehen dabei Aspekte wie Netzwerksicherheit, Schutz vor unbefugtem Zugriff, sichere Cloud-Lösungen sowie die Gewährleistung von Datenintegrität und -verfügbarkeit. Zusätzlich wird bewertet, ob die Systeme skalierbar und wartbar sind, ohne Kompromisse bei der IT-Sicherheit einzugehen.

Insbesondere die risikobasierte Bewertung, der Fokus auf Datenschutz und die technische Sicherheit spiegeln die Kernpunkte des EU-AI-Act wider. So trägt Wien dazu bei, dass KI verantwortungsvoll und im Einklang mit europäischen Rechtsgrundlagen eingesetzt wird und die Interessen der Bürger*innen gewahrt bleiben.

Um sicherzustellen, dass alle aktuellen Trends und Standards im Prozess berücksichtigt werden, unterliegt die interne Richtlinie zur Steuerung des CKT-Prozesses einer regelmäßigen Überprüfung hinsichtlich ihrer Aktualität. Spätestens nach 5 Jahren wird die Gültigkeit der Richtlinie aufgehoben und der CKT-Prozess entsprechend dem aktuellen Stand angepasst.

KI im Sinne des Digitalen Humanismus

Der Wiener Zugang zu KI ist eng mit dem Digitalen Humanismus verbunden. Technologie steht im Dienst der Menschen – nicht umgekehrt. Das bedeutet: Effizienzgewinne und Innovationen gehen Hand in Hand mit ethischen Grundsätzen, demokratischen Werten und sozialer Verantwortung.

KI wird daher nicht isoliert als technische Lösung betrachtet, sondern als Teil eines größeren gesellschaftlichen und organisatorischen Rahmens: Kompass für den dienstlichen Umgang mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI)

Austausch mit Expert*innen aus dem In- und Ausland

Um breite Dynamik der KI-Themen gerecht zu werden, setzt die Stadt Wien bewusst auf Vernetzung und Austausch. Im Dialog mit nationalen und internationalen Fach-Expert*innen aus Verwaltung (zum Beispiel Vienna Science Days, Cloud Community Public Administration), Wissenschaft und Wirtschaft werden neue Entwicklungen reflektiert, Erfahrungen geteilt und Best Practices diskutiert.

Fazit

Wir nutzen die Potenziale von KI gezielt und haben dafür transparente Rahmenbedingungen geschaffen, die einen risikobasierten Ansatz verfolgen. So stellt die Stadt Wien sicher, dass technologische Innovationen verantwortungsvoll eingesetzt werden und gleichzeitig flexibel auf neue Anforderungen reagiert werden kann.

Intelligente Ampeln

Grün, wenn es gebraucht wird

Intelligente Ampeln erhöhen den Komfort für Zufußgehende und Radfahrende, indem sie Wartezeiten an signalgeregelten Kreuzungen reduzieren. Anders als herkömmliche Anlagen reagieren sie nicht ausschließlich auf fixe Schaltprogramme oder manuelle Drucktaster, sondern erkennen selbstständig, ob eine Querung tatsächlich beabsichtigt ist.

Möglich wird dies durch ein von der Technischen Universität Graz und der Abteilung Wien leuchtet (MA 33) entwickeltes System. Mithilfe spezieller Sensorik und Künstlicher Intelligenz analysiert die Anlage Bewegungsmuster im Bereich von Zebrastreifen. So kann unterschieden werden, ob Personen die Fahrbahn queren möchten oder sich lediglich im Gehsteigbereich aufhalten.

Wird ein Querungswunsch erkannt, erfolgt die Anmeldung zur Grünphase automatisch. Das ersetzt – wo vorhanden – den manuellen Druck auf einen Taster und sorgt dafür, dass Grün genau dann geschaltet wird, wenn es benötigt wird.

Anpassung an reale Bedürfnisse

Ein weiterer Vorteil der intelligenten Ampeln liegt in ihrer Fähigkeit, flexibel auf unterschiedliche Verkehrssituationen zu reagieren. Je nachdem, ob einzelne Personen oder größere Personengruppen erfasst werden, kommen unterschiedlich lange, vordefinierte Grünzeiten zum Einsatz.

Die neueste Systemgeneration geht noch einen Schritt weiter: Sie erkennt auch Rollstuhlfahrer*innen, Personen mit Gehhilfen oder Kinderwagen. In solchen Fällen schaltet die Ampel automatisch längere Grünphasen, um eine sichere und stressfreie Querung zu ermöglichen. Damit wird Barrierefreiheit nicht nur mitgedacht, sondern aktiv unterstützt.

Ampelmast mit Kamerasensor

Spezielle Sensorik am Ampelmast

Datenschutz hat Priorität

Der Einsatz moderner Sensorik wirft verständlicherweise Fragen zum Datenschutz auf. Hier ist klar festzuhalten: Die technischen Einrichtungen dienen ausschließlich der Erkennung von Bewegungsmustern. Eine Personenüberwachung ist nicht möglich. Sämtliche Daten werden direkt vor Ort verarbeitet und anschließend sofort gelöscht. Eine Speicherung oder Weitergabe personenbezogener Daten findet nicht statt.

Schrittweise Umsetzung in Wien

Die Digitale Agenda Wien legt einen Schwerpunkt auf eine nachhaltige und lebenswerte Stadt. Ein zentrales Ziel ist dabei die weitere Stärkung des Umweltverbunds, zu dem der öffentliche Verkehr sowie das Zu‑Fuß‑Gehen und Radfahren gehören.

Seit der Veröffentlichung der Digitalen Agenda Wien im Sommer 2024 wird der Einsatz intelligenter Ampeln kontinuierlich ausgebaut. Bis Ende 2025 wurden 28 Anlagen errichtet. Auch in Zukunft soll diese Technologie gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert für den Umweltverbund bietet.

Dieser Text wurde mit Unterstützung einer KI erstellt.

KI-Sprachmodelle verstehen

Workshop-Angebot im Rahmen der Wiener Frauenwoche

KI-Sprachmodelle (Large Language Models) sind im Alltag und in der Arbeitswelt angekommen. Sie unterstützen beim Schreiben, Zusammenfassen, Strukturieren von Informationen und bei der Ideenfindung.

Gleichzeitig tauchen viele Fragen auf: Wie funktionieren diese Modelle? Und wo liegen Grenzen und Risiken?

Im Rahmen der Wiener Frauenwoche 2026 wurde im Rahmen der DigitalCity.Wien ein KI-Workshop (Grundlagen mit klarem Praxisbezug) angeboten, an dem mehr als 40 Besucherinnen teilnahmen. Der interaktive Workshop bot einen praxisnahen Überblick, um KI-Sprachmodelle realistisch einordnen und kritisch nutzen zu können.

Viele Fragen, viel Austausch

Nach einem theoretischen Input folgte eine rege Diskussion. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum zeigten das große Interesse und die Praxisrelevanz des Themas KI.

Umsetzung

Der Workshop wurde von den Wiener Volkshochschulen durchgeführt. Initiiert und organisatorisch unterstützt wurde das Angebot durch die UIV Urban Innovation Vienna, die Koordinationsstelle der Digital City Wien.

GISA-Express: Gewerbeanmeldungen digital

Im Februar 2026 wurde mit GISA-Express ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung von Gewerbeanmeldungen umgesetzt. Viele Anträge können damit unmittelbar und automatisch ins österreichische Gewerberegister (GISA) eingetragen werden, sodass die Berechtigung sofort öffentlich nachweisbar ist. Das reduziert Behördenwege, spart Zeit und erleichtert den Start von Gründer*innen und Unternehmer*innen.

Rechtssicherheit ohne Papierkram

GISA-Express ermöglicht die automatische Freigabe von Gewerberechten, wenn die Angaben elektronisch verifizierbar sind. Nach Einreichung erhält man eine Eingangsbestätigung per E-Mail und – sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind – sofort einen Link zum GISA-Auszug. Damit entfällt die bisherige manuelle Prüfung durch die Behörde. Unternehmer*innen erhalten ihre Gewerbeberechtigung in vielen Fällen unmittelbar digital – ohne Wartezeiten, ohne Papierkram und ohne unnötige Behördenwege.

Wie GISA-Express funktioniert

Voraussetzungen für die Express-Abwicklung:

  • Die einen Antrag stellende Person muss sich mit einer elektronischen Identität identifizieren, etwa mit der ID Austria oder einer europäischen eID.
  • Das beantragte Recht muss die antragstellende Person selbst betreffen.
  • Die Voraussetzungen in angebundenen Registern müssen elektronisch validierbar sein.

Erfüllt ein Antrag alle Kriterien, erfolgt die Erledigung automatisch über die bestehenden GISA-Assistenten. Anderenfalls informiert GISA über die notwendige manuelle Prüfung und die zuständige Behörde.

GISA ist seit 2015 in Betrieb und wird laufend weiterentwickelt. Die Abteilung Wien Digital (MA01) ist für die österreichweite technische Umsetzung von GISA-Express verantwortlich. In Wien sind die Abteilung Gewerberecht, Datenschutz und Personenstand (MA 63) sowie die Magistratischen Bezirksämter für Gewerbeanmeldungen fachlich zuständig.

Digitalisierungsstrategie

GISA-Express ist Teil der Digitalisierungsstrategie, die Verwaltungsabläufe vereinfachen und Gründer*innen sowie Unternehmen schneller handlungsfähig machen soll. Die Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft sind schnellere Unternehmensgründungen, weniger Bürokratieaufwand und damit mehr Zeit für Innovation und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

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