Wien baut digitale Souveränität aus

Offenheit trifft Innovation – Wien setzt auf Open Source: FIWARE iHub wird 2025 umgesetzt.

Die Stadt Wien setzt ein weiteres Zeichen für eine verantwortungsvolle, resiliente und digitale Zukunft: Mit dem neuen FIWARE iHub entsteht in Wien ein europäisch vernetzter Innovationsknotenpunkt für Open Source-Technologien. Das Projekt läuft von April 2024 bis Ende 2027. Es wird gemeinsam mit internationalen Partner*innen umgesetzt und trägt wesentlich zur digitalen Souveränität Wiens bei.

FIWARE iHub – Eröffnung im September 2025

Ein zentrales Element des Projekts ist der Aufbau eines FIWARE iHubs in Wien. Die Gründung ist ein wichtiger Meilenstein für die Stärkung des digitalen Ökosystems der Stadt. Die Eröffnung des Hubs ist für September 2025 geplant. Dabei werden die vielfältigen Möglichkeiten der FIWARE-Technologie einer breiten Öffentlichkeit und vielen Akteur*innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vorgestellt.

Open Source sichtbar machen: Veranstaltungen und Workshops

Das Thema Open Source hat bereits Fahrt aufgenommen: Erste Workshops und Events fanden unter großer Beteiligung statt – unter anderem beim Open Data Day 2025, bei dem die Stadt Wien erneut ihr Engagement für Transparenz und Teilhabe unter Beweis stellte.

Auch bei den B2B Software Days am 19. und 20. Mai 2025 im Wiener Rathaus wird Open Source im Mittelpunkt stehen. Zwei Fachworkshops werden sich dort mit praktischen Einsatzmöglichkeiten und strategischer Relevanz freier Software befassen.

Starke Partnerschaften, starke Wirkung

Wien baut dabei auf den aktiven Austausch mit strategischen Partner*innen, um Synergien zu erzeugen und voneinander zu lernen. Laufende Beratungen und Kooperationen mit Organisationen wie OSSBIG, Drupal, Zephyr (Linux Foundation) und anderen unterstreichen die Offenheit und Weitsicht des Projekts.

Auch auf europäischer Ebene ist Wien präsent: Der Open Source Country Report der EU-Kommission wurde inhaltlich gemeinsam mit der Stadt Wien gestaltet. Das zeigt einmal mehr: Die Stadt Wien wird als Vorreiterin im Bereich Open Source wahrgenommen und bringt ihre Expertise aktiv ein.

Ein starkes Konsortium – international vernetzt

Das Projektteam besteht aus renommierten Partner*innen: Neben der Wirtschaftsagentur Wien sind das die FH Technikum Wien sowie die Innovationsnetzwerke Open Cities und JIC aus Brünn (Tschechien). Gemeinsam bilden sie ein grenzüberschreitendes Kompetenznetzwerk für offene Technologien und digitale Stadtentwicklung.

Wien als Vorreiterin der digitalen Gemeinwohl-Ökonomie

Mit dem Aufbau des FIWARE iHubs und der konsequenten Förderung von Open Source stärkt die Stadt Wien ihre Rolle als Impulsgeberin für die digitale Transformation in Österreich und Europa. Die Eröffnung im September 2025 ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer lebenswerten, offenen und resilienten Smart City.

Wien positioniert sich damit als Stadt, die Open Source nicht nur nutzt, sondern auch mitgestaltet und vorantreibt. In den kommenden Jahren soll durch Offenheit, Kooperation und Innovation eine nachhaltige digitale Infrastruktur für alle ermöglicht werden.

 

Wien Taktgeber für Open Source

Ein Bericht der EU bestätigt: Wien ist Österreichs Taktgeber für Open Source.

Open Source als Fundament einer modernen Verwaltung

Offene Technologien sind für die Stadt Wien längst mehr als nur „günstiger Quellcode“.  Sie sind ein strategischer Baustein der Digital Agenda 2030: Wien setzt konsequent auf Open Source, um die digitale Souveränität zu stärken, Abhängigkeiten zu verringern und Wissen innerhalb wie außerhalb der Verwaltung zu teilen. Davon profitieren Start‑ups genauso wie etablierte Unternehmen und ganz entscheidend die Wiener*innen selbst, weil offene Lösungen Transparenz, Sicherheit und langfristige Wartbarkeit gewährleisten.

Der neue EU-Country-Report: Ökosystem Österreich im Fokus

Die Europäische Kommission hat mit dem Open Source Software Country Intelligence Report Austria 2025 (510 KB PDF) einen umfassenden Blick auf den heimischen OSS-Sektor vorgelegt. Der Bericht bestätigt: Open Source ist in Österreich zum zentralen Hebel für digitale Souveränität geworden. Nationale Strategien wie der Digital Action Plan oder der Digital Austria Act stellen quelloffene Software klar in den Mittelpunkt – von rechtlichen Leitlinien bis zu einer gemeinsamen Referenzarchitektur.

Wien als Impulsgeber im „EU Country Report“

Besonders erfreulich: Wien wird im Bericht als Vorreiter genannt. Die Stadtverwaltung verankert Open Source in Architekturprinzipien und fördert sie aktiv im gesamten Stadt-Ökosystem – vom kubernetes‑basierten Rechenzentrum bis zu Smart­-City-Projekten – auf Basis von FIWARE. Die Kommission hebt hervor, dass Wien „OSS wann immer sinnvoll einsetzt“ und damit einen Vorbildcharakter für andere Kommunen übernimmt.

Auch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie der OSSBIG und europäischen Initiativen wie GAIA-X wird explizit erwähnt.

Anerkennung als Auftrag

Die Stadt Wien freut sich sehr über diese Anerkennung der Europäischen Kommission - und versteht sie als Ansporn. Die Stadt Wien wird weiterhin konsequent auf offene Standards und Open Source setzen, ihre Repositorien ausbauen und Erfahrungen teilen. Denn nur gemeinsam mit Entwickler*innen, Forschung und Wirtschaft kann eine digitale Stadt geschaffen werden, in der Technologie den Menschen dient und niemand ausgeschlossen wird.

Formularserver zukunftsfit

Im Rahmen der Digitalisierung werden oft Maßnahmen gesetzt, deren größter Erfolg darin besteht, dass man von außen nichts bemerkt. Das gilt auch bei der Modernisierung des Formularservers der Stadt Wien.

„Formularserver“ umfasst dabei alles, was notwendig ist, damit Bürger*innen elektronische Anträge stellen können. Er enthält mehr als 1.000 Antragsformulare, die im Internet und Intranet des Magistrats im Einsatz sind, sowie Anbindungen an verschiedene Fachinformationssysteme.

Umfassende Erneuerung der technischen Basis

Der Formularserver ist bereits seit 20 Jahren erfolgreich im Einsatz. Im Rahmen des umfassenden Technologie-Erneuerungsprogramms von Wien Digital (MA 01) wurde der Formularserver technologisch auf den neuesten Stand gebracht und die Voraussetzungen für horizontale Skalierung und Container-Fähigkeit1 geschaffen.

Der Formularserver besteht aus einem Teil, der alle Formulare zur Verfügung stellt, und dem Editor, einer Web-Anwendung zum Bau von Formularen. Für die Formular-Entwicklung und die Formular-Verwendung wurden unabhängige Instanzen errichtet, damit der laufende Betrieb uneingeschränkt verfügbar bleibt. Dazu wurde der Server in funktionale Module gegliedert. Das erleichtert auch die Wartung erheblich.

Effizienz und Flexibilität

Die Software-Architektur wurde so angepasst, dass bei kurzfristigen Spitzen durch erhöhten Aufruf eines Services oder Antrags die Infrastruktur flexibel aufgestockt und automatisch angepasst werden kann. Mit dieser sogenannten horizontalen Skalierung können die Wartezeiten bei hohem Andrang verkürzt werden. Wenn die Lastspitzen vorüber sind, werden nicht mehr benötigte Ressourcen automatisch wieder weggeschaltet.

Dieses Projekt war eines der ersten, das im Rahmen des Technologie-Erneuerungsprogramms der Stadt Wien fertiggestellt wurde und stellt einen weiteren bedeutenden Schritt in Richtung einer modernen und bürger*innen-freundlichen Verwaltung dar.

Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital (MA 01):

Der Formularserver ist ein zentrales Element der Online-Dienste der Stadt Wien. Viele Prozesse, von der Mindestsicherung bis zur Vergabe von Kindergartenplätzen, laufen über diesen Server. Mit der durchgeführten Modernisierung haben wir den Formularserver zukunftssicher gemacht und sind auch auf hohe Zugriffszahlen bestens vorbereitet.

 

1 IT-Container sind Technologien, die eine Anwendung und alle dafür nötigen Dateien in einem „Paket“ bündeln. Das vereinfacht die Installation und den Betrieb von Server-Anwendungen sowie deren Management und Verteilung. IT-Container ermöglichen eine weitgehende Automatisierung von Rollout-Prozessen im Rechenzentrum. Sie beschleunigen und vereinfachen die Entwicklung von Anwendungen und sind ressourcenschonend. Außerdem ermöglichen sie eine schnelle Skalierung, da sie je nach Andrang leicht gestartet und gestoppt werden können.

EU fördert digitales Klimaprojekt ADUCAT

Europas Klimadaten-Zukunft startet in Wien

Die Stadt Wien hat erneut einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur klimafitten und digitalen Zukunft erreicht: Als eine von nur 20 europäischen Städten (bei 110 Einreichungen) wurde Wien im Rahmen der European Urban Initiative – Innovative Actions ausgewählt und erhält rund 5 Millionen Euro Fördermittel für das Forschungsprojekt ADUCAT. Damit wird Wien nicht nur als Innovationsstandort gestärkt, sondern auch als Vorreiterin im Bereich digitaler Klima-Anpassung sichtbar.

Was ist ADUCAT?

ADUCAT steht für „Actionable Data Space for Urban Climate Adaptation and related socio-ecological, local Transformation“ – ein ambitioniertes Projekt, das Satellitendaten aus dem EU Weltraumprogramm „Copernicus“, künstliche Intelligenz und Machine Learning nutzt, um datenbasierte Lösungen für zentrale Herausforderungen in der Stadtentwicklung zu schaffen. Über eine Projektlaufzeit von 3,5 Jahren werden konkrete Anwendungen in folgenden Bereichen entwickelt:

  • Sicherheit städtischer Infrastrukturen
  • Monitoring von Vegetation und Grünräumen
  • Verfeinerung von Temperatur-Prognosen

Diese Use Cases orientieren sich klar an den Zielsetzungen der Digitalen Agenda Wien, die smarte Lösungen im Dienste der Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Resilienz fördert.

Digitale Agenda Wien trifft Klimaresilienz

ADUCAT ist mehr als ein technisches Projekt – es ist ein konkreter Beitrag zur Umsetzung der Smart Klima City Strategie und weiterer städtischer Digitalisierungsinitiativen. Die Digitale Agenda Wien verfolgt das Ziel, innovative Technologien verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert einzusetzen. ADUCAT zeigt beispielhaft, wie das gelingt: Die gewonnenen Daten und Analysen fließen direkt in Planungsprozesse ein und unterstützen fundierte Entscheidungen für eine klimagerechte Stadtentwicklung – etwa bei der Hitzevorsorge, der Grünraumplanung oder im Infrastruktur-Schutz.

Technologie für Wien – und Europa

Eine besondere Stärke von ADUCAT liegt in seiner Skalierbarkeit: Die entwickelten digitalen Werkzeuge werden in bestehende Fachsysteme der Stadt Wien eingebunden und gleichzeitig so gestaltet, dass sie in anderen Städten anwendbar sind. Über ein europäisches Partnernetzwerk entsteht so ein transnationaler Wissenstransfer, der Wien als Taktgeberin im Bereich Urban Climate Innovation positioniert.

Der Vienna Geospace Hub als Innovationsmotor

Entstanden ist das Projekt im Vienna Geospace Hub – einem 2023 eingerichteten und durch die Stadt Wien und die BMIMI/FFG finanzierten Innovationslabor der UIV Urban Innovation Vienna GmbH. Hier wird an der intelligenten Nutzung von Satellitendaten für urbane Anwendungen gearbeitet – mit konkretem Nutzen für die Stadtverwaltung und ihre Bürger*innen. Der Hub ist ein Paradebeispiel für den Innovationsgeist der Stadt Wien und ein Erfolgsfaktor für die EU-Förderzusage.

Ein starkes Konsortium für starke Ergebnisse

Das ADUCAT-Konsortium vereint exzellente Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und die Stadtverwaltung selbst:

  • Stadt Wien
  • UIV Urban Innovation Vienna GmbH
  • Wiener Linien GmbH
  • Wiener Lokalbahnen GmbH
  • AIT Austrian Institute of Technology
  • Sistema GmbH
  • OHB Digital Services GmbH
  • Ubicube GmbH
  • VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung
  • Z_GIS – Universität Salzburg
  • Geosphere Austria GmbH
  • WH Media GmbH
  • EOX IT Services GmbH
  • Eurovienna GmbH

Diese Partner*innen bringen Expertise in den Bereichen Klimaforschung, Geodaten, Visualisierung, Infrastruktur und Kommunikation ein – eine ideale Basis für die Umsetzung der ambitionierten Projektziele.

Digitaler Humanismus als Grundhaltung

Das Projekt ADUCAT steht in direktem Einklang mit dem Leitbild des Digitalen Humanismus, das in der Digitalen Agenda Wien verankert ist. Technologien sollen der Gesellschaft dienen, soziale Teilhabe fördern und zum Gemeinwohl beitragen. Bei ADUCAT bedeutet das konkret: transparente Datenräume, partizipative Werkzeuge und konkrete Anwendungen, die das Leben in der Stadt für alle verbessern – auch im Hinblick auf die Klimakrise.

Fazit: Wien gestaltet die smarte Klimastadt der Zukunft

Mit ADUCAT zeigt die Stadt Wien, wie digitale Innovation, europäische Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit ineinandergreifen können. Das Projekt ist ein weiterer Baustein für die Vision einer klimaneutralen, lebenswerten und digital souveränen Stadt bis 2040 – und ein starkes Beispiel dafür, wie Wien seine digitale Transformation verantwortungsvoll gestaltet.

Technologie-Erneuerungsprogramm (TEN)

Wien gestaltet aktiv die digitale Zukunft

Wien steht vor einer entscheidenden Wende in der Bereitstellung digitaler Services. Daher hat Wien Digital (MA 01) das umfassende Technologie-Erneuerungsprogramm (TEN) ins Leben gerufen, um die IT-Architektur und -Infrastruktur langfristig zukunftssicher zu gestalten.

Ausgangslage: Wien als digitale Vorreiterin

Die Stadt Wien blickt auf eine lange Geschichte innovativer digitaler Lösungen zurück. Als eine der ersten Städte Europas hat Wien auf breite Digitalisierung gesetzt. Dadurch wurden zahlreiche Services erfolgreich von Papier-Formularen auf digitale Angebote umgestellt.

Die rasante technologische Entwicklung – Stichworte Virtualisierung, Containerisierung, Container-Orchestrierung, Cloud und Künstliche Intelligenz – hat jedoch dazu geführt, dass frühere Lösungen oft nicht mehr zeitgemäß sind. Vor allem die gestiegenen Erwartungen der Bürger*innen sowie die Notwendigkeit, schnell auf gesellschaftliche und politische Veränderungen zu reagieren, machen eine grundlegende Erneuerung der IT-Infrastruktur notwendig.

Das Programm TEN: Infrastruktur für die Zukunft

Mit dem Programm TEN erneuert Wien seine gesamte digitale Infrastruktur umfassend. Es beinhaltet insgesamt 85 technische Anforderungen in 17 Kategorien. Ziel ist es, digitale Angebote effizienter und wirtschaftlicher umzusetzen und Wien als Digitalisierungshauptstadt zu etablieren.

Sicherheit, Datenschutz und Flexibilität sind zentrale Bestandteile des Programms. Durch die modernisierte Infrastruktur können innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz leichter integriert und digitale Services flexibler skaliert werden, so dass auch kurzfristige Lastspitzen problemlos bewältigt werden können.

Ziele im Überblick

  • Flexibilität: Schnelle und einfache Integration neuer Technologien oder Anforderungen
  • Zeitgemäße digitale Services: Moderne technische Standards, die das positive Image der Stadt stärken
  • Neue Technologie-Plattform: Modernisierung grundlegender Services und digitaler Bürger*innen-Angebote
  • Strategische Architektur und Governance: Aufbau einer ganzheitlichen IT-Strategie und klar definierter Steuerungsstrukturen
  • Skalierbarkeit: Flexible Anpassung der Infrastruktur zur Bewältigung von Lastspitzen
  • Einheitlichkeit: Vereinfachung und Modularisierung der bestehenden IT-Landschaft zur effizienten Nutzung gemeinsamer Grundfunktionalitäten und Konsolidierung der historisch gewachsenen Landschaft

Konkreter Nutzen für Wien

Die Stadt Wien kann in Zukunft neue Services schneller und einfacher bereitstellen und sichert sich so die technische Basis, um auch mit modernen Hyperscalern konkurrieren zu können. Damit wird die digitale Souveränität der Stadt Wien durch ein eigenes modernes Rechenzentrum langfristig gewährleistet.

Konkret ergeben sich folgende Vorteile:

  • Automatisierte Prozesse: Software-Installationen und Ressourcen-Zuweisungen werden mithilfe von Kubernetes dynamisch angepasst.
  • Effizientere Formulare: Modernisierte Formular-Server sorgen für kürzere Wartezeiten und einfachere Wartung.
  • Optimiertes Monitoring: Schnellere Identifikation und Behebung von Problemen in digitalen Services
  • Modernes Identity-Management: Komfortabler und sicherer Zugang zu digitalen Angeboten für Bürger*innen und Besucher*innen
  • Flexiblere Integration via API: Technische Basis für die Integration von Stadt Wien Services in digitale Prozesse von Unternehmen und externen Organisationen

Benedikt Schraik, Chief Technology Officer (CTO) der Stadt Wien und Auftraggeber von TEN:

Im Projekt TEN stehen stets Zuverlässigkeit, Sicherheit und einfache Zugänglichkeit an erster Stelle. Wien setzt damit auf nachhaltige Innovation und fortschrittliche Digitalisierung – zum unmittelbaren Vorteil aller Bürger*innen.

Teilbericht Digitale Agenda Wien 2030

Am 24. Oktober 2024 wurde im Wiener Gemeinderat die neue Digitale Agenda der Stadt Wien 2030 beschlossen. Darin heißt es: „Die Stadt Wien definiert mit der Digitalen Agenda Wien verbindliche Ziele, die durch die Umsetzung geeigneter Maßnahmen erfüllt werden. Wir werden hierzu dem Executive Board Digitalisierung jährlich einen Bericht vorlegen und diesen unter digitales.wien.gv.at veröffentlichen.“

Der Kurzbericht bezieht sich auf Grund des Beschlusses der Digitalen Agenda Ende Oktober auf ein kurzes „Restjahr“ 2024: DIGITALE AGENDA WIEN 2030 – Erster Teilbericht an das Executive Board Digitalisierung (141 KB PDF)

Ein erster vollständiger Jahresbericht erfolgt Anfang 2026.

In diesem Teilbericht wird ein kurzer Überblick über die begonnenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Projekte gegeben, die ihren Ursprung in der Digitalisierungsstrategie der Stadt Wien haben. Es wird dargestellt, wie die einzelnen Maßnahmen zur Erreichung der strategischen Ziele beitragen und welche konkreten Verbesserungen sie für die Bürger*innen mit sich bringen. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie die Stadt Wien durch diese Projekte ihre Position als Vorreiterin in der digitalen Transformation festigt.

Um den Umsetzungsfortschritt der Digitalen Agenda Wien laufend verfolgen zu können, wurde ein Monitor aufgebaut. Dieser zeigt, welche Agenda-Punkte derzeit in Planung oder Umsetzung sind beziehungsweise welche davon bereits umgesetzt wurden. Der Monitor wird halbjährlich sowie anlassbezogen aktualisiert.

AI-Expert*innen-Pool – Rückblick 2024

Anfang 2024 formierte sich der AI-Expert*innen-Pool, der eine beratende Funktion für die Stadt Wien in Fragen rund um Künstliche Intelligenz (KI) einnimmt. Der AI-Expert*innen-Pool setzt sich aus 10 internationalen Expert*innen zusammen und diskutiert aktuelle Trends im Bereich KI.

Vorträge und Diskussionen sowie wissenschaftlich fundierte Beiträge der Expert*innen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse liefern Inputs für die Stadt Wien – vor allem soll zu einem innovativen und verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Stadt beigetragen werden.

Vorträge und Diskussionsrunden 2024

Die Expert*innen wurden bisher zu zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden eingeladen:

  • Impulsvortrag von Sabine T. Köszegi zum Thema „KI und Konflikte: eine ethische Herausforderung“ im Zuge des Digitalen Salons
  • Vortrag von Iris Eisenberger beim städtischen Kompetenznetzwerk-Treffen AI im Sommer 2024 über den AI Act und seine Auswirkungen auf die Stadt Wien
  • Impulsbeitrag von Fridolin Herkommer beim KI Use-Case Tag der Stadt Wien im Herbst 2024, der konkrete Anwendungsfälle für den Einsatz von KI beleuchtete.
  • Diskussion mehrerer Expert*innen im Kompetenznetzwerk-Treffen AI zum Thema „KI, Bildung und Arbeitsmarkt“ im Herbst 2024, das sich mit den Herausforderungen und Potenzialen von KI in der Aus- und Weiterbildung beschäftigte.
  • Keynote von Doris Weßels beim 10-jährigen Jubiläum der Digital Days im Oktober 2024 zum Thema Humanistische KI
  • Diskussion zum Thema „AI in the Public Sector“ mit Klemens Himpele, CIO der Stadt Wien, Jeannette Gorzala und Sabine T. Köszegi im Rahmen der TEDAI Vienna

KI, Bildung und Arbeitsmarkt: Kompetenznetzwerk-Treffen AI 

Das Kompetenznetzwerk AI (KNW) des Magistrats der Stadt Wien setzt sich strategisch und interdisziplinär mit verwaltungsbezogenen Fragen in Bezug auf KI auseinander. Es besteht aus Vertreter*innen der Magistratsdirektion, mehreren Magistratsabteilungen und des WIGEV.

Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Anforderungen an Bildung und Weiterbildung. Der AI-Expert*innen-Pool der Stadt Wien diskutierte im Herbst 2024 im Rahmen eines Treffens des Kompetenznetzwerks AI über Herausforderungen und Potenziale zum Thema.

Eine zentrale Erkenntnis der Diskussion war die Notwendigkeit, KI-spezifische Kompetenzen stärker in Lehrpläne und Ausbildungskonzepte zu integrieren, und dass

  • KI-Kompetenzen in Bildung und Arbeitsmarkt immer wichtiger werden und vor allem interdisziplinäre Ausbildung notwendig ist,
  • organisatorische Flexibilität und eine Experimentierkultur gebraucht wird, um KI erfolgreich in den Arbeitsalltag zu integrieren,
  • ein verantwortungsvoller Einsatz von KI klare ethische und rechtliche Rahmenbedingungen erfordert, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Medizin und Bildung.

Paper zur Dokumentation der Diskussion zum Thema „KI und ihre Auswirkung auf (Weiter)bildung“ (102 KB PDF)

Der AI-Expert*innen-Pool wird von Urban Innovation Vienna im Auftrag der Stadt Wien koordiniert.

IKT-Sicherheitszonen im Rechenzentrum

Wien Digital (MA 01) ist als IT-Abteilung der Stadt Wien für die Digitalisierung und den sicheren Betrieb der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Services in der Wiener Stadtverwaltung, den Kliniken und Pflegehäusern des Wiener Gesundheitsverbundes und den städtischen Schulen verantwortlich.

Die IKT-Services erfassen, speichern, verarbeiten und übertragen elektronische Daten. Dabei handelt es sich zum Beispiel um öffentlich verfügbare Daten oder um sensible Daten wie Namen, Adressen oder Gesundheitsdaten.

Für die Bereitstellung der IKT-Services verwaltet Wien Digital mehr als 10.000 Server und 5.100 Datenbanken mit 31.500 Terabyte Speicherplatz in einem eigenen Rechenzentrum.

Sicherheitszonen: ein modernes Konzept für mehr IKT-Sicherheit

Um einen stabilen und zuverlässigen Betrieb der IKT-Services sicherzustellen, setzt Wien Digital eine Vielzahl von Maßnahmen um. So wurde unter anderem eine Sicherheitsarchitektur für das Rechenzentrum entwickelt, die aus mehreren Sicherheitszonen besteht. Sicherheitszonen ermöglichen es, die IKT-Komponenten der Services, wie zum Beispiel Datenbanken und deren Backup, voneinander abzugrenzen. Die Einrichtung von Sicherheitszonen erhöht nicht nur die IKT-Sicherheit im Rechenzentrum, sondern ist auch eine Reaktion auf die Anforderungen des österreichischen Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes (NISG).

Zwischen Sicherheitszonen wird die Kommunikation durch Sicherheitseinrichtungen, wie zum Beispiel Firewalls, eingeschränkt. Dadurch werden nur definierte Kommunikationsbeziehungen erlaubt. Unerwünschte Zugriffe und Angriffe werden verhindert. Tritt nun ein Sicherheitsvorfall auf, zum Beispiel wenn sich eine Datenbank mit einer Schadsoftware infiziert, verhindert die Sicherheitszone mit ihren Sicherheitseinrichtungen die Ausbreitung des Vorfalls auf andere Sicherheitszonen.

Die Kommunikation eines IKT-Services über Sicherheitszonen hinweg bringt verschiedene Herausforderungen mit sich, da nicht immer alle Schnittstellen und Kommunikationswege bekannt sind. Auch Hersteller*innen und Dienstleistungspartner*innen können nicht immer die notwendigen Informationen bereitstellen. Zur Identifikation der Kommunikationsbeziehungen eines IKT-Services setzt Wien Digital daher Cisco Secure Workload ein. Das Tool fungiert als zentrale Informationsquelle und bietet umfassende Einblicke in sämtliche Workload-Interaktionen. So können alle Kommunikationswege identifiziert und die Berücksichtigung wichtiger Firewall-Konfigurationen sichergestellt werden.

Proof of Concept und Informationskampagnen

Der Einsatz von Secure Workload wurde zunächst in einem Proof of Concept validiert und anschließend im Rahmen eines Projektes in Betrieb genommen. Die erfolgreiche Umsetzung des Sicherheitszonen-Konzepts wurde durch NISG-Audits bestätigt.

Im Rahmen der Fachmesse Cisco Live 2025, die im Februar 2025 in Amsterdam stattfand, wurden schließlich die Erfahrungen und notwendigen Prozesse zur Umsetzung des Sicherheitszonen-Konzepts der Stadt Wien einem sehr interessierten Publikum präsentiert. Der Vortrag fand gemeinsam mit der Stadt München statt, die vor ähnlichen Herausforderungen steht und die gleiche technische Lösung des Herstellers im Einsatz hat.

„Die Etablierung von Sicherheitszonen ist ein entscheidender Schritt, um den Herausforderungen der digitalen Transformation in der Stadt Wien zu begegnen und die Sicherheit sensibler Daten in der Stadtverwaltung zu garantieren“, so Werner Nabicht, Abteilungsleiter von Wien Digital.

Mädchen-Workshop „KI und Kreativität“

Im Rahmen der Wiener Frauenwoche 2025 fand ein inspirierender Workshop für Mädchen statt. Urban Innovation Vienna organisierte für Schülerinnen von Wiener Schulen als Koordinationsstelle der DigitalCity.Wien Bildungsinitiative den Workshop „KI und Kreativität“. Im Workshop ging es um Künstliche Intelligenz, deren Möglichkeiten und Grenzen.

Technologie erleben, verstehen und hinterfragen

Insgesamt 30 Schülerinnen von 2 Wiener Schulen zwischen 12 und 14 Jahren tauchten in die Welt der KI ein. Dabei standen nicht nur technische Grundlagen der KI-Nutzung im Mittelpunkt, sondern auch die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen digitalen Entwicklungen.

Programm des Workshops:

  • Definition: Wo begegnet uns KI im Alltag und wie beeinflusst sie unser Leben?
  • Kritische Auseinandersetzung: Wie erkennt man Fake Content und wie kann man ihn entlarven?
  • Kreative Experimente: Eigene Bilder mit KI erstellen und künstlerische Potenziale entdecken

Der Frauenanteil in der IT soll steigen. Daher sollen sich insbesondere Mädchen möglichst früh mit MINT und mit Digitalisierungsthemen beschäftigen können.

Mädchen sitzen in einem Vortragsraum.

Die Bildungsinitiative der DigitalCity.Wien basiert auf ehrenamtlichem Engagement von IT-Expert*innen zur niederschwelligen, altersgerechten Vermittlung und Diskussion von digitalen Themen, um Kinder und Jugendliche frühzeitig für Technik und Innovation zu sensibilisieren und zu begeistern.

Lehrbuch Digitalisierung und wir

Im Rahmen der Veranstaltung Bildung kooperativ denken. Digitaler Humanismus im Unterricht wurde am 20. Jänner 2025 im Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus das Buch „Digitalisierung und wir“ vorgestellt.

Das Lehrbuch stellt ausgewählte Schwerpunkte zum Thema Digitalisierung vor. 12 Kapitel widmen sich unter anderem der digitalen Transformation, dem Digitalen Humanismus, der Geschichte der Datenverarbeitung sowie einer Einführung in die Künstliche Intelligenz (KI). Es beschäftigt sich mit Fragen wie: „Was ist Künstliche Intelligenz?“ „Wie lernt eine Maschine?“ „Wie funktionieren Algorithmen und wie beeinflussen sie uns?“

Verfasst haben es Expert*innen der TU Wien, gemeinsam mit Lehrer*innen des Gymnasiums Stubenbastei. Die Wienbibliothek im Rathaus ist Mit-Herausgeberin.

Open-Access-Publikation gratis zum Download

Sie können das Lehrbuch

Veranstaltungsdetails

Nach der Begrüßung durch Anita Eichinger, der Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus folgte ein Podiumsgespräch mit:

  • Horst Eichinger, Direktor – GRG1 Stubenbastei
  • Martin Fritz, Generalsekretär – Österreichische UNESCO-Kommission
  • Gerti Kappel, Dekanin der Fakultät für Informatik – Technische Universität Wien
  • Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft

Die Moderation übernahmen Anita Eichinger und Wolfgang Renner, Direktor der Social City Academy.

Menschen vor einem Bücherregal

Von links nach rechts: Wolfgang Renner, Martin Fritz, Gerti Kappel, Veronica Kaup-Hasler, Horst Eichinger, Anita Eichinger

Bildung kooperativ denken. Digitaler Humanismus im Unterricht – Nachschau der Veranstaltung auf YouTube